Haustiere

Quarantäne sinnvoll?

» User #8459 schrieb:

Warum ist eine Quarantäne so wichtig?


Nicht nur Züchter auch Halter sollten bei Einbringen "neuer" Vögel auf eine Quarantäne bestehen. Seriöse Züchter umgehen sie eh nicht und erfahrene Halter wissen dass Neuzugänge räumlich und personell getrennt vom eigenen Bestand über einen bestimmten Zeitraum beobachtet werden sollten. Sinnvollerweise ist diese Quarantäne dann so lang wie normalerweise eine Inkubation also eine Ansteckungsgefahr besteht, dauern.

Leider können viele Vogelkrankheiten auch erst sehr viel später als allgemein üblich ausbrechen. Es gibt Krankheiten, bei welchen Vögel angesteckt sind, die entsprechende Krankheit aber nicht zum Ausbruch gekommen ist. So können Anzeichen auf eine Erkrankung auch nach 2 jahren noch auftreten und es ist dann nicht mehr nachvollziehbar woher sie eigentlich stammt. Weil niemand solange warten kann um eine Verpaarung durchzuführen, kann man während einer Quarantänezeit auch gegebenenfalls vorbeugend medikamente geben und andere weiterführende Untersuchungen vornehmen. Diese Untersuchungen kann nur ein Tierarzt vornehmen und es ist vom Halter immer abzuwägen ob sich der Aufwand finanziell auch trägt.

Je nach Vogelart unterschiedlich kann man vorbeugend gegen bestimmt Parasiten vorgehen. Durch die Gabe entsprechender Parasitenpräparate kann gegen Ekto- und Endobakterien vorgegangen werden. Man sollte ich aber auch gegen Kokzidien, Würmer oder Milben schützen.

Im Gegensatz dazu raten Tiermediziner wie auch Humanmediziner von einer vorbeugenden Antibiotika-Behandlung ab. Diese würde nur zu einer resitenz führen, welche im schlimmsten Fall einen positiven Behandlungslauf bei Ausbruch einer bakteriellen Erkrankung verhindern könnte.

Üblich ist auch eine vorsorgliche Untersuchung auf Psittakose. Dabei hat sich ein rachenabstrich als genauer als eine Kotprobe erwiesen. Vorteil der Untersuchung eines Einzelvogel aus der Quarantäne ist, dass bei positivem Befund nur ein Vogel den Bestimmungen der Psittakose-Verordnung unterliegt und nicht der gesamte Bestand gesperrt ist.

zu guter Letzt sollte auch eine Blutprobe auf die wichtigsten Virenerkrankungen untersucht werden. Das wären Pacheco, Polyoma und PBFD. Als Kombitest liegen da die Resultate schonb nach wenigen Tagen vor.

Als sinnvoll mag auch eine Untersuchung auf die Neuropathische Drüsenmagenerweiterung erscheinen. Nur ist diese Krankheit leider nicht zu diagnostizieren. Ein erkrankter Altvogel kann Träger der Krankheit sein, ohne dass diese zum Ausbruch gekommen ist. Die Inkubationszeit kann über 24 Monate betragen.

Schlussendlich kann ein Vogel in seiner Quarantänezeit auch noch auf Pilzerkrankungen untersucht werden. Dies dient dann in allererster Linie "nur" dem feststellen des Gesundheitzustandes und dem Einleiten einer behandlung. Da Pilzerkrankungen oft auf Sporen in unsauberen Speisen zurückzuführen ist, kann eine Übertragung von Vogel zu Vogel und eine Gefahr für den eigenen Bestand eigentlich ausgeschlossen werden.

Ein Züchter und auch verantwortungsvolle HAlter sollten deshalb nie "neue" Vögel direkt zu den eigenen Tieren setzen sondern ein Mindesmaß an Vorsorge walten lassen und nach eigener Abschätzung die wichtigsten Untersuchungen in einer Quarantänezeit durchführen lassen.

gerade in der Urlaubszeit sollte man sich sicher sein, was man sich und seinen Vögeln antut und lieber "fremde" Vögel getrennt von seinem eigenen Bestand unterbringen!