
» User #5674 schrieb:
hallo leute!
also ich habe folgendes problem: seit ein paar wochen betreue ich das neue hengstfohlen ( jetzt kanpp 3 1/2 monate) meiner (ehemaligen) pflegestute.
sie hatte vor drei jahren schon mal ein fohlen ( da stand sie noch bei mir im ort) und das habe ich mit aufgezogen, es an halfter, strick und hufe geben gewöhnt- alles im ersten monat und die "kleine" hat sich jetzt zu einem tollen lieben pferdchen entwickelt.
mit dem anderen fohlen wurde jetzt aber die ganze zeit nichts gemacht ( sie stehen jetzt 30 km von mir entfernt) und er hat jetzt leider schon kraft ohne ende. mühsam hab ich ihn jetzt ans halfter und berührungen überall am körper gewöhnt und die vorderhufe gibt er auch problemlos. mein problem ist aber, dass er sich nicht am halfter festhalten lässt. sobald etwas zug drauf ist geht er rückwärts und reisst sich los. ich würde ihn gerne an einen strick gewöhnen, weiß aber absolut nicht wie ich das machen kann?! vor allem weil mit ihm nicht auf nem kleinen raum üben kann, weil sie auf ner rießigen koppel stehen.
» User #6297 schrieb:
Versuchs vielleicht erstmal mit nem Halsriemen.
Halfter an, damit das Tier sich dran gewöhnt, den Strick aber an einen Halsriemen. Es ist oft so, das Tiere, denen der Zug im Genick unangenehm ist, Schmerzen bereitet oder Angst macht, viel besser auf einen Halsriemen ansprechen (aber Achtung, über einen Halsriemen kann man das Pferd weniger 'kontrollieren', als mit Halfter). Wenn er sich dran gewöhnt hat, kannst du ja mit zwei Stricken arbeiten, einem am Halsriemen, den anderen am Halfter, und ihn langsam umstellen. So kannst du ihn halten, musst dem kleinen Kerl am nicht am Genick rumzerren.
Nimm Rücksicht drauf, das es noch ein Kind ist und verlang bitte nur kleine Schritte, sonst bist du auf dem besten Wege einen kopfscheuen heranzuziehen.
» User #4693 schrieb:
Versuchst du es allein?
Nimm dir Hilfe dazu. Führ den Kleinen neben der Mutter. Einer führt die Stute, der andere das Fohlen. Wenn das Fohlen anfängt rückwärts zu ziehen, mit der Stute immer weiter vorwärts gehen. Die meisten Fohlen folgen ja in dem Alter noch der Mutter, so dass man eigentlich gut die Vorwärtstendenz erhalten kann.
Sollte er schon ein unabhängiger Charakter sein
, wäre es vielleicht gut, noch ein 3. Person mit einzubeziehen, die den Kleinen Frechdachs von hinten etwas antreibt.
Er ist sicher noch ein Kind, wie chiandra richtig festgestellt hat, aber es ist höchste Zeit, mit der Erziehung zu beginnen. Sonst wird alles später viel schwieriger. Was Hänschen nicht lernt ...
Läßt er sich anbinden?
Wenn nicht, würde ich ihm das jetzt auch beibringen.
Solange er noch bei Mama ist. Ich würde ihn beim Füttern immer neben Mama anbinden. Zuerst nur kurz und unter Aufsicht. So fest anbinden, dass er sich AUF KEINEN FALL losreißen kann. Und so lang, dass er sich, sollte er ausrutschen, nicht das Genick bricht.
Ich würde die erste Zeit aber auf alle Fälle dahinter stehen bleiben um ihn nach vorn zu treiben, sollte er anfangen zu zerren.
Normalerweise gewöhnen sie sich recht schnell dran. Sie müssen nur merken, dass alles Ziehen keinen Sinn hat. Und das selbe Prinzip ist es auch beim Führen an Halfter.
Der meiner Meinung nach größte Fehler, den man machen kann ist, nur lose anzubinden und den Strich zu lösen, wenn das Fohlen zieht.
» User #1867 schrieb:
Hi!
Also das mit dem Festanbinden ist immer so ne sache, weil wenn er in Panik gerät bekommt man ihn nicht schnell genug los und er wir wahrscheinlich ein kleines Trauma davon bekommen.
mh...es gibt da so Gummibänder zum Anbinden, findest du auch im Krämerkatalog oder Lösdau. das find ich dann schon besser, gerade für ein junges PFerd. er kann dann zwar ziehen, aber der gegenzug ist dann so stark, das er nicht dagegen ankommt. auch wenn er panik bekommt, kann er zwar ein stück zurück, aber nicht ausbrechen, so ist die verletzungsgefahr nicht ganz so hoch.
LG
Michaela
» User #6297 schrieb:
Das ist richtig ... mit der Erziehung muss baldigst angefangen werden, wenigstens das Fohlen 1x1. Je älter der wird, desto mehr Ärger macht er.
Wo ich predator zustimme ist, das es keinen Sinn macht das fohlen bei jedem Zug sofort loszumachen, bzw loszulassen. so lernt es nur eins ... 'ich muss mich widersetzen und krieg meinen willen!'
Allerdings ist das mit dem fest anbinden und nicht loslassen auch so ne Sache ... die einen zerren ein paar Minuten und stellen fest, das sie nicht loskommen und sind dann klug genug aufzugeben.
Ein anderer gerät in Panik und macht so lang weiter bis schlimmeres passiert und man den Salat hat. Von der Sorte hatten wir nämlich mal einen, das war echt schlimm. Da handelte es sich allerdings um einen 4jährigen der nur schlechte Erfahrungen gemacht hatte.
Mit einem rohen Fohlen ist das also nicht zu vergleichen. Trotzdem bin ich da skeptisch.
Da liegt es dann an dir, abzuschätzen ob der Kleine nur im Dickkopf zieht und zerrt, oder ob er panisch wird. Weil wenn er ne Panik bekommt und nicht loskann, dann kann das ein Leben lang sitzen als schlechte Erfahrung.
Ich hab mal ein Buch gewälzt zu diesem Thema ...
da wird eben auch ausdrücklich der Halsriemen empfohlen, weil die Verletzungsgefahr geringer ist, wenn das Fohlen wirklich zieht. Der nacken wird da nicht von betroffen, da gibts keinen Zug drauf.
Und ganz wichtig, nimm dir jemanden dabei. einer führt die Stute oder hält sie zumindest, der andere das Fohlen. Und wenns nötig ist, dann scheu dich auch nicht davor, dem Kleinen schonmal nen Klapps aufs Hinterteil zu geben als Aufmunterung ... aber bitte mit Gerte auf Distanz. Ein Fohlen neigt nämlich schneller zum auskeilen als ein erwachsenes Tier, hab ich so die Erfahrung gemacht.
Und falls du so nen gummistrick nimmst, bitte einen neuen ... die Dinger werden nämlich mit der zeit porös, wenn sie dem Wetter ausgesetzt sind.
» User #1971 schrieb:
Ich finde die ganzen gegebenen Tipps recht gefährlich. Sinnvoller wäre es ein sogenanntes Babyrope zu verwenden(So nennt man dies zumindest in Westernkreisen). Hierbei wird ein Strick ganz normal in das Halfter eingehangen und ein 2. in Form einer 8 um das Fohlen geschlungen. Der Strick geht um das Hinterteil, wird auf dem Rücken gekreuzt und umschließt dann die Brust. Hierbei hat man den Vorteil, daß man keine Leute zur Hilfe braucht und ganz wichtig, daß das Fohlen sich nicht in das Halfter werfen kann. Macht es den Versuch, kann man es durch den Strick um das Hinterteil schieben. Auch wenn das Fohlen mal zur Seite wegspringt, hat man es dadurch im Griff und braucht aber keinen Zug auf den empfindlichen Nacken zu geben.
Das Fohlen an der Mutter anzubinden wäre mir auch wegen des Nackens viel zu gefährlich.
Und mit dem anbinden würde ich warten, bis das Fohlen einigermassen halfterführig ist und dann das Fohlen nie alleine anbinden. Ich führe bei meinen Fohlen immer nur den Strick durch den Anbindering und halte das Ende lose in einer Hand, während ich das Fohlen putze. Es reicht voll und ganz, wenn das Fohlen nur während des putzen stehen bleibt. Keinesfalls das Fohlen einfach so anbinden und stehen lassen.
» User #6297 schrieb:
Tja nun .. und wer schonmal erlebt hat, was man mit einem sogenannten Babyrope alles vermurksen kann, der findet diesen Tip nicht weniger gefährlich! Sorry, da hab ich so meine Erfahrungen und die sind nicht gerade gut.
Egal was er anstellt, alles birgt eine gewisse Gefahr weil das Fohlen eben roh ist. Ich würde ja sagen, wenn er weiter geduldig bleibt und dem Kleinen entsprechend zeit lässt, wird er sich auch an den Strick gewöhnen.
Ich vermute ja, das das Fohlen so hektisch nach hinten zieht, weil er entsprechend nach vorne gezogen hat, es also einfach zu eilig hatte. Das Fohlen kann ja nicht wissen, was von ihm verlangt wird.
Deswegen tendier ich immer noch zur Kombi und viel Geduld. Und anbinden sowieso erst, wenn er das Halfter duldet. Das hab ich oben vergessen, sorry.
» User #1971 schrieb:
Chiandra, vermurksen kann man immer was, wenn man es nicht sachgemäß macht. Ich habe so meine bisher 3 Fohlen problemlos ans führen gewöhnen können. 2 oder 3 Tage Babyrope und die Kleinen liefen brav mit. Wenn meine Fohlen abgesetzt worden konnte sie man Strick mitlaufen, kurze Zeit (unter Aufsicht) angebunden sein und gaben die Hufe brav.
» User #5674 schrieb:
hallo leute!
erstmal vielen vielen dank, dass ihr euch alle die mühe gemacht habt mir zu antworten!
ich versuch jetzt mal zu allem gelesenen was zu schreiben *überleg*
zuerst mal zu dem halsriemen... wenn der kleine dadurch weniger zug spürt, ist dann ncht auch die gefahr größer, dass er sich losreißt? er ist mir nämlich kräftemäßig schon weit überlegen und ich möchte nicht, dass er das herausfindet, sonst könnte das fatale folgen haben...!
meine "probleme" sind, dass ich alleine mit den pferden arbeiten muss, da die besitzer der anderen pferde, wenn ich da bin, arbeiten. ihr müsst euch das so vorstellen: das fohlen steht in einer kleinen herde von 6 pferden die abseits auf einer rießigen weide stehen. der eigentliche stall ist auch nur ein teilweise überdachter paddock in dem sie aber nur im winter stehen. muss mit dem fohlen also auf der weide üben. aber mit dem halfter hat das auch ganz gut geklappt und gestern hat er gerafft, dass es niox bringt rückwärts zu gehen wenn zug auf dem halfter ist ( wenn ich ihn dran festhalte). ich habe es aber nicht geschafft, dass er vorwärtsgeht. lasse ich aber das halfter los und rufe ihn, kommt er sofort und läuft neugierig hinter mir her... ich muss aber aufpassen, da er dann spielen will, dass er mich nicht anspringt oder ansteigt.
der kleine kerl ist schon total unabhängig von seiner mutter... man findet ihn nur zum trinken bei ihr, sonst ist er ständig bei seiner 3jährigen schwester.
da die ganze herde kein zusätzliches futter bekommt kann ich ihn ncht beim füttern dran gewöhnen.
wie siehts eigentlich mit leckerlis aus? darf so ein kleiner wurm ab und zu mal eins fressen ( er frisst auch schon ganz normal gras)? natürlich in maßen... wollte ihm gestern ein stückchen apfel geben, was aber aber nicht wollte ( kennt er ja net)... naja... seine mama hats gefreut
was haltet ihr davon, wenn man den strick nicht richtig festmacht am halfter, sondern nur so durchzieht, dass man ihn mit einem kleinen zug lösen kann? das hat zwar den nachteil, dass der kleine sich schnell losreißen kann, verhindert aber, dass er, wenn er sich mal losreißt, in den strick tritt und sich verletzt. der besitzer hat vor nem monat oder so schonmal halfter und strick drauf gehabt... der kleine hat sich dann losgerissen hat voll panik bekommen weil der strick ( war so ein blöder 2meter langer strick) rumgeflattert ist und ist in einen bach gefallen, wo er alleine nimmer rauskam... und dann war er auch noch auf der falschen seite, also von seiner mutter getrennt... das war ein schock für ihn und deswegen wars wohl auch ein bissel schwerer ihn ans halfter zu gewöhnen ( klappt aber jetzt ganz ohne probleme)... ich hab halt angst, dass er sich nochmal losreißt... da wäre der vorschlag mit diesem "babyrope" (noch nie was von gehört) vielleicht net schlecht... wo bekommt man so was her?
hoffe ich bekomme nochmal ein paar tipps... freitag werde ich wieder gelegenheilt haben mit ihm zu arbeiten...*freu*
danke!
LG
Herzel
» User #6297 schrieb:
Meinst du nicht, es wäre sinnvoll gewesen, wenn du von Anfang an erwähnt hättest, das er sich schonmal losgrissen und derart erschreckt hat? Dann müsste man hier nicht rumrätseln wo das problem liegt!
Nebenbei hast du die Lösung doch schon im Ansatz. du sagst selbst, das wenn du ziehst, er sich stur stellt. Wenn du aber loslässt, dann kommt er aufs locken hin.
Dann nimm doch einen extra langen Strick, den du einfach nur durch das Halfter ziehst ohne ihn zu knoten oder einen Haken zu nutzen (du hast den strick am Ende dann praktisch doppelt)
Dann geh zwei Schritte weg (der Strick darf sich nicht spannen!) und lock ihn. Wenn er kommt geh wieder zwei Schritte und lock ihn erneut. Wenn er kommt lob ihn (kurz kraulen oder was er so mag) und geh wieder weg. Locken, loben und weggehen.
Wenn er das prinzip begriffen hat, wird das ganze irgendwann flüssiger laufen und er geht normal mit, wenn er merkt, es passiert nix. Wenn er mal nicht kommt, dann zieh nicht am Strick sondern lass ihn überlegen ob er gekrault werden will, oder ob er keine Lust mehr hat. Sollte er reissen, kannst du das eine ende des Strickes loslassen und der Strick wird sich aus dem Halfter ziehen. Ansteigen und anspringen musst du konsequent unterbinden, gerade bei einem Hengst.
Von Leckerchen halte ich weniger als nix, besonders bei Hengsten. Da ist einfach die Gefahr zu groß das die dann anfangen heftig zu betteln und zu fordern. Ich bestärke meine Pferde lieber durch ein Lob in entsprechender Tonlage oder durch kurzes kraulen/streicheln. Nur zum Abschluß einer Übung gibts mal was zum schnuckeln. Bei Fohlen würd ich da evtl eine dünne Scheibe Möhre nehmen.
Aber denk dran, du willst das das Pferd dir nachläuft, nicht dem Futter.
Und Ja Sabine, man kann jede Methode vermurksen. Du hast mit deiner Erfolg, ich ziehe den Halsriemen vor im Normalfall ... der hier nicht mehr vorliegt, was aber vorher nicht bekannt war!
Bei dem jetzigen Stand, das das Fohlen sich schonmal verheddert hat, würde ich allerdings nicht wirklich zu einem Strick greifen, der dem Tier um die Hinterbacken geht... *schulterzuck* ich wär da eher skeptisch.
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