Haustiere

Angriff oder Spielaufforderung - wie erkenne ich das?

» User #44 schrieb:

Zitat:
4. Da sich anhand der Körperhaltung gar nicht unterscheiden lässt, ob der Hund es ernst meint oder spielerisch sein Beuteverhalten trainiert, ist das Risiko für den eigenen Hund auf jeden Fall zu vermeiden und der andere Hund fernzuhalten.


Zitat:
Hat dir dein Trainer auch gesagt wie?


Ja, das hatten wir schon mal kurz nach der Beißerei geübt. Ich stelle mich selber zwischen meinen und den anderen Hund, dem fremden Hund zugewandt, da dieser sich im Regelfall ja nur für meinen Hund und nicht für mich interessiert. Wenn der eigene Hund dabei ausrastet (wie meiner anfangs) und versucht, angstaggressiv auf den anderen loszugehen, immer hinten halten, in diesem Fall zur Not auch mit gespannter Leine.

Gleichzeitig versuche ich, Blickkontakt zu dem anderen Hund zu bekommen, und nehme eine eher drohende Körperhaltung ein (Oberkörper leicht nach vorne gebeugt, sich breit machen), während ich laut, bestimmt und mit möglichst tiefer Stimme den anderen Hund dazu auffordere, abzuhauen.

Laut Trainer sind dann zwei unterschiedliche Reaktionen des anderen Hundes möglich, wovon mir gottlob bisher immer nur die erste begegnet ist.

1. Der sich nähernde Hund wird auf mein Gezeter hin langsamer oder bleibt stehen und peilt erstmal die Lage. In den meisten Fällen folgte zu diesem Zeitpunkt schon das empörte "Meine Güte, er will doch nur spielen!" des jeweiligen Halters. In den übrigen Fällen versucht der Hund, sich weiter zu nähern, nun aber im Bogen und in zurückhaltenderer Körperhaltung.

2. Der sich nähernde Hund ist so ranghoch und/oder schlecht sozialisiert, daß er auf meine Drohgebärde ebenso reagiert und beginnt, mit Bürste und Zähnefletschen den Angriff anzukündigen.

Im zweiten Fall ist es besser, seine eigene Drohgebärde sofort einzustellen, den Blick abzuwenden, sich gaaanz langsam zu entfernen und auf das Auftauchen des Hundehalters zu hoffen.

Pitú


» User #982 schrieb:

Es ist jedenfalls ganz tröstlich, zu wissen, daß auch andere Hundebesitzer nicht jeden Hund an ihren Hund heranlassen. Langsam kommt man sich ja schon blöd vor, weil einem pro Tag rund drei Hundehalter erzählen: "Lassen Sie sie doch, die machen das schon untereinander!"

Viele Grüsse

Pitú[/quote]

Hallo!

Oh ja das kenne ich nur zu gut.
Mein Yorkshire Jacky wurde vor 4 Jahren von einem Schäferhund,aufs brutalste "zusammengebissen".So schnell konnte ich gar nicht reagieren. Der Große kam auf einmal angestürmt und der Hundehalter rief aus weiter Ferne: "Lassen Sie nur,der macht nichts" und da war es auch schon passiert.
Alle Versuche,den Hund von meinem kleinen Yorki abzubringen waren vergebens.Erst als der Kleine sich fast nicht mehr bewegte hat der Schäferhund von ihm abgelassen.
Ich habe dann meinen blutüberströmten Hund(ich glaubte schon er wäre tot) da liegen sehen und dieses Bild habe ich auch heute noch vor Augen.
Jacky hatte 3 gebrochene Rippen,am ganzen Körper Stellen an denen die Haut in Fetzen hing,ein Stück vom rechten Ohr fehlt bis heute,einen riesen Blutverlust,Gehirnerschütterung. Von dem Trauma das er durchmachte ganz zu schweigen.
Alles in allem hatten wir eine TA-Rechnung von damals über 3000,-DM.
Ich bin damals bis vors Gericht um etwas gegen diesen Hund zu tun. Aber da er ja "nur " einen Hund verletzt hat,gab es eine Geldstrafe und das Vieh läuft jetzt noch unangeleint herum.!"Aber der macht ja nichts!".

Seitdem hat Jacky totalen Respekt vor anderen Hunden.

Und ich vertraue keinem mehr,der meint sein Hund würde ja nichts machen.
Ich gehe wenn ich mir unsicher bin,den Hunden meist ein wenig aus dem weg und beobachte die Sache aus der Entfernung. Manchmal lasse ich auch noch andere Hunde schnuppern,aber Jacky will das auch gar nicht.Da fängt er schon an zu quietschen,wenn wir noch nicht einmal 3 Meter entfernt sind.

Jetzt haben wir seit 4 Wochen einen 2. Hund. Benny ist 11 Wochen alt und nach anfänglichen Schwierigkeiten akzeptiert Jacky ihn in seiner Nähe,aber er darf ihm nicht zu nahe kommen,schnuppern oder gar mit ihm spielen.
Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf,das sich das irgendwann auch noch ändern wird,wenn er begriffen hat,das der Kleine keine Gefahr für ihn darstellt.

So eine lange Geschichte,aber das wollte ich einfach mal erzählen und kann natürlich auch Pitus Unsicherheit super nachvollziehen.

Viele Grüße
Jana


» User #44 schrieb:

Zitat:
Der Große kam auf einmal angestürmt und der Hundehalter rief aus weiter Ferne: "Lassen Sie nur,der macht nichts" und da war es auch schon passiert.


Bedauerlicherweise befassen sich selbst Hundehalter viel zu wenig mit der Körpersprache von Hunden.
Statt auf ihren Hund wirklich zu achten, stützen sie sich einfach auf ihre bisherige Erfahrung und wenn ihr Hund noch nie einen anderen gebissen hat, wird er das wohl jetzt auch nicht tun.

Unser Hundetrainer hat mal erzählt, daß er fremde, heranstürmende Hunde notfalls mit den Füßen von seinem Hund fernhält, fand ich anfangs eher übertrieben, mittlerweile verstehe ich das.

Gruß

Pitú


» User #1156 schrieb:

Pitu hat folgendes geschrieben::

3. Ein Hund, der Beuteverhalten einem anderen Hund ggü. zeigt, sei es auch nur spielerisch gemeint, hat sehr wahrscheinlich nicht optimal das Spielen gelernt, sonst würde er sich so nähern, wie von Alisha beschrieben.



also mein hund zeigt generell so gut wie keinen jagdtrieb, hat das spielen von anfang an gelernt (erst welpen-/ junghundgruppen, später spaziergehgruppen mit größerem rudel) und zeigt trotzdem manchmal dieses verhalten! bei ihm läuft es dann meistens auch so ab, dass er hinrennt und kurz vor dem anderen stehen bleibt, um die rangfolge zu klären (über körpersprache... wegschauen, lecken etc.)

ich lasse ihn in solchen situationen aber auch nur dann laufen, wenn der andere hund auch frei (d.h. in entfernung zum hf) läuft. ist der andere hund beim hf oder har an der leine rufe ich meinen natürlich auch ins fuß!

ich stehe in der regel auch auf dem standpunkt, die hunde sollen das unter sich ausmachen. sauer werd ich dann nur über leute, die einerseits nicht wollen, dass die hunde es unter sich klären und andererseits dann ihren hund trotzdem zu meinem lassen, wenn ich ihn schon abgerufen habe. sei es, weil sie ihn nicht unter kontrolle haben oder weil sie einfach denken, der andere ist ja im fuß, jetzt kann ich meinen nochmal schnuppern lassen icon_eek.gif

prinzipiell hab uch in berlin mehr schlechte erfahrungen mit hysterischen hundehaltern als mit aggressiven hunden gemacht (und nochmal: ich hab verständnis, wenn jemand angst hat, wenn sein hund angekurrt oder ähnliches wird, aber wenn diese leute ihren hund dann nicht zu sich rufen, muss ich meinen auch nicht zurückrufen. zumal ich weiß, dass er zwar gerne prollt aber surchaus eine beißhemmung hat!)!


» User #1156 schrieb:

Pitu hat folgendes geschrieben::

3. Ein Hund, der Beuteverhalten einem anderen Hund ggü. zeigt, sei es auch nur spielerisch gemeint, hat sehr wahrscheinlich nicht optimal das Spielen gelernt, sonst würde er sich so nähern, wie von Alisha beschrieben.



also mein hund zeigt generell so gut wie keinen jagdtrieb, hat das spielen von anfang an gelernt (erst welpen-/ junghundgruppen, später spaziergehgruppen mit größerem rudel) und zeigt trotzdem manchmal dieses verhalten! bei ihm läuft es dann meistens auch so ab, dass er hinrennt und kurz vor dem anderen stehen bleibt, um die rangfolge zu klären (über körpersprache... wegschauen, lecken etc.)

ich lasse ihn in solchen situationen aber auch nur dann laufen, wenn der andere hund auch frei (d.h. in entfernung zum hf) läuft. ist der andere hund beim hf oder har an der leine rufe ich meinen natürlich auch ins fuß!

ich stehe in der regel auch auf dem standpunkt, die hunde sollen das unter sich ausmachen. sauer werd ich dann nur über leute, die einerseits nicht wollen, dass die hunde es unter sich klären und andererseits dann ihren hund trotzdem zu meinem lassen, wenn ich ihn schon abgerufen habe. sei es, weil sie ihn nicht unter kontrolle haben oder weil sie einfach denken, der andere ist ja im fuß, jetzt kann ich meinen nochmal schnuppern lassen icon_eek.gif

prinzipiell hab uch in berlin mehr schlechte erfahrungen mit hysterischen hundehaltern als mit aggressiven hunden gemacht (und nochmal: ich hab verständnis, wenn jemand angst hat, wenn sein hund angekurrt oder ähnliches wird, aber wenn diese leute ihren hund dann nicht zu sich rufen, muss ich meinen auch nicht zurückrufen. zumal ich weiß, dass er zwar gerne prollt aber durchaus eine beißhemmung hat!)!


» User #1795 schrieb:

Hallo pitu,

wenn Du selbst vor der Situation Angst hat, merkt auch Dein Hund das. Es wäre wichtig, daß erstmal Du Dich ein wenig entspannst. Glaub mir, es hat einen großen Einfluß auf das Verhalten Deines Hundes, wie Du Dich verhälst. Wenn Du Dich bei jedem Hund, der sich nähert, schützend vor ihn stellst, wird er in seiner Angst, die er vermutlich selbst hat, noch bestärkt. Und wenn er sich ängstlich verhält, dominieren wiederum die andere Hunde und verhalten sich ebenfalls nicht neutral.

Ist eine üble Situation, ich weiß. Habe mit meiner Hündin gelegentlich ähnliche Probleme, aber zu 99% ist es MEIN Verhalten, das ihres lenkt!
Gehe ich z.B. morgens früh mal müde und muffig unseren Gang und mir kommt ein Hund XY entgegen, merkt sie sofort, daß ich keinen Bock auf die Begegnung habe und knurrt und droht, wie sie kann.

Kommt uns derselbe Hund dann nachmittags entgegen und ich bin gut drauf und vielleicht zum Quatschen mit dem Frauchen aufgelegt, dann begrüßt sie denselben Hund schwanzwedelnd.

Probier´s mal aus. Du kannst viel mit Deinem Verhalten beeinflussen.

Gruß, Mila


» User #1840 schrieb:

Mal ne Frage an Zwurbel. Du sagtest die Hunde sollen das unter sich ausmachen wenn sie streiten?

Also ich denke nicht das man das machen sollte, da ich ja das Leittier bin und somit entscheide wann es stress gibt und wann eben nicht. na klar nen wildes spiel gestatte ich meinen auch.

Pitu das mit deinem kleinen Dackel tut mir leid aber das bestätigt ja leider das typische bild des dobis das viele in unserer gesellschaft haben. ich paß immer auf denn jeder hund kann beißen und wird das im bedarfsfall auch tun denn wie soll er sich denn anders wehren hat ja nur seine zähne. und kappelleien zwischen hunden sind normal. nur wenn dein Hund gebissen wird obwohl er sich unterworfen hat ist das schon eher selten obwohl das auch ein normales verhalten sein kann. Ich gestatte meinen Hunden keinen stress zu machen sie dürfen sich wehren wenn sie gebissen werden aber mehr nicht! Wenn ein Hund meinen Hund beissen will oder so dann muss er erstmal an mir vorbei icon_smile.gif Also bei kleinen Hunden würde ich auch aufpassen und mich vor den hund stellen. ich stell mich auch vor meine doberfrau und meinen pit. wie gesagt der andere Hund muss dann erst an mir vorbei. obwohl ich eingestehe das ich eben schiss habe manchmal wenn nen fremder Pitti auf meine zugestirmt kommt. Grade wenn der Halter seinen Hund dann abruft aber der nicht hört dann denk ich mir immer meinen teil. wie gesagt also ich gestatte meinen Hunden keine Raufereien denke man sollte das nicht so sehen das machen die unter sich aus. Hoffe deinem kleinen dackel gehts wieder gut und er lernt auch wieder keine angst vor hunden zu haben


» User #985 schrieb:

Basti,

bis zu einem gewissen Grad schon, wenn das Größen- bzw. Kräfteverhältnis ausgeglichen ist. Mein Rüde wurde z.B. mal von einer Hündin unterworfen, was ich - da er zeitweise ziemlich rüpelhaft ist - gar nicht schlecht fand. So hat er auch mal seine Lektion gelernt. icon_wink.gif Allerdings rede ich hier von Auseinandersetzungen zwischen Hunden, die in einem "normalen" Rahmen verlaufen, wo also eine Zurechtweisung des einen durch den anderen Hund stattfindet. Wenn es zu einer zu wilden Rangelei oder gar Beißerei kommt, dann rufe ich meinen natürlich auch ab. Ich möchte ja schließlich auch nicht, dass einer der beiden verletzt wird. Ebenso, wenn er z.B. einen wesentlich kleineren, schwächeren oder ängstlichen Hund zu sehr belästigt.

Gruß
Zwurbel


» User #44 schrieb:

Basti hat folgendes geschrieben::
Pitu das mit deinem kleinen Dackel tut mir leid aber das bestätigt ja leider das typische bild des dobis das viele in unserer gesellschaft haben.

Ich persönlich hatte dieses Bild eben gar nicht, weil ich mit einer Dobermannhündin aufgewachsen bin, die super erzogen war und sich selbst dann noch problemlos abrufen ließ, wenn sie einem Reh hinterherging. (War nicht mein Verdienst, diese Erziehung, sondern das meines Vaters)Diese Dobermannhündin hätte niemals ohne Kommando ein anderes Tier angegriffen, insofern kann ich nur bestätigen, was Du sagst: Ein gut erzogener Hund entscheidet nicht selbst, wann er sich rauft.

Zitat:
Hoffe deinem kleinen dackel gehts wieder gut und er lernt auch wieder keine angst vor hunden zu haben

Danke der Nachfrage, nach der Operation seines Bauchdeckenbruchs ist er inzwischen wieder voll belastbar und dank der Spielgruppe in der Hundeschule hat er seine anfängliche Angstaggression überwunden. Dort spielt er auch mit großen Hunden und hat offenbar viel Spaß dran. Ich würde allerdings nie wieder einen unbekannten Hund an ihn ranlassen, die Erfahrung hat gereicht.

Viele Grüsse

Pitú


» User #3194 schrieb:

Ich finde auch, dass es eine gute Idee wäre eine Hundeschule zu besuchen. Du hast geschrieben, dass Dein Hund angstagressiv reagiert. Meiner Meinung nach solltet ihr in einer Hundeschule da Gelassenheit trainieren. Ein angstagressiver Hund wird sicherlich öfter in bedrohliche Situationen kommen als ein selbstbewussteres Tier. Lass die Situation nicht zu einer Spirale werden.


Weiterlesen: Angriff oder Spielaufforderung - wie erkenne ich das?

Seite 1, 2, 3