Haustiere

Deutsche Schäferhunde, Vorurteile, Schutzdienst

» User #934 schrieb:

Hallo Charly!
Wie, die weiterführende, spaäter Mannarbeit?

Die gibt es nicht! In ordentlichen Vereinen mit seriösen Trainern und Figuranten gibt es diese Art von Schutzarbeit nicht!

Genauso hat ein scharfer Wachhund nichts mit einem solide ausgebildeten Sportschutzhund zu tun!

Des weiteren: Die von dir beschriebene Art des Aufbaus zur Schutzarbeit, ist sicher nicht jene, welche beim Sportschutz zum einsatz kommt.
Eher trifft dies wiederum auf den Mannschutz zu.

Leider ist es dennoch so, daß es genug "HinterhofHuSchu" gibt, in denen nach eigenen Methoden mit selbsternannten Hundetrainer gearbeitet wird.
Nur liegt es nicht in unserer Hand, angehende Hundeführer davon fernzuhalten, wir können sie nur warnen und ihnen raten, die Schulen auch mal ohne Voranmeldung zu besuchen um sich ein wenig ein Bild zu machen.

Mein Hund wurde von seinem Vorbesitzer auf Mann gearbeitet, sprich über die Aggression.
Über den Sportschutz konnte ich sie von dem Wehr und Aggressionstrieb wieder zurück auf den Beute und Spieltrieb lenken.
Wir haben allerdings auch nur die SCH-H 1 und keine ambitionen weiterzumachen.
Allerdings ist mein damals relativ unberechenbarer Hund mittlerweile absolut sicher (wenngleich es nicht einen einzigen Hund gibt, der wirklich 1000% sicher ist) und führig und von aggresson keine spur.

Mein Mann ist Figurant, sprich der, der sich beißen läßt und ich konnte dadurch genug in die Welt der Schutzausbildung hineinschnuppern.

Ich kann aber auch nur von unserem Verein (in dem ich selber Ausbilde (allerdings keinen Schutz)) sprechen. und bei uns dürfen Hunde gar nicht ohne ausreichende Grundausbildung und Grundgehorsam zu Schtzkursen gehen.
Ebenso wie gewisse Hundehalter ausselektiert werden müssen, für die die Schutzausbildung völlig fehl am Platz wäre, da sie sich etwas falsches darunter vorstellen.
Es wird nicht jeder Hund mit allen mitteln dazu getriezt endlich mal zu beißen.

Vielleicht ist es bei uns auch nicht der Regelfall. dennoch finde ich deinen Beitrag in Summe nicht schlecht, wenn man von Mannschutz oder eben HinterhofHuSchu ausgeht.

Mannschutz wird bei uns im Ösiland von der Polizei gelehrt, und eben auch nur Diensthunde.
Allerdings sind die Methoden die dort angewandt werden noch weitaus härter, als du sie beschrieben hast... icon_sad.gif

Lg. Alisha icon_wink.gif


» User #985 schrieb:

Charly + Alisha,

das fand ich jetzt mal richtig gut!

Einerseits die Schilderung von Charly, dessen Bedenken ich teilweise teile und andererseits die konträre Meinung und Aufklärung durch Alisha, die aber auch einräumt, dass eben diese Bedenken in einigen Fällen nicht ganz unangebracht sind.

Wirklich eine schöne, sachliche und informative Diskussion! *freu*

Gruß
Zwurbel


» User #934 schrieb:

Hi charly!
nochmal ich!
Hab jetzt erst deinen ersten Beitrag zu dem Thema gelesen.
Du schreibst vor wemman sich denn schützen müsse...
Darum gehts ja gar nicht! Leute die mit der Einstellung der Hund müsse sie schützen zu uns kommen, sind eben genau die patienten, die bei uns weggeschickt werden (zumindest von der Schutzausbildung).

Es ist eben diese fälschliche Bezeichnung als "Schutzausbildung" die so viele Vorurteile aufkommen läßt!

Lg. Alisha icon_wink.gif


» User #612 schrieb:

Hallo Freunde des DSH.
Also ich habe eine Hündin von fast 10 Jahren die top "abgerichtet" sprich ausgebildet ist.
Dann habe ich einen Rüden der mit seinen 9 Monaten gerade in der Ausbildung ist.
Finde den Hundesport seit etlichen Jahren (hatte vorher auch schon Schäferhunde vor diesen) klasse.
Denn ich habe keine Lust, wie sehr viele andere Leute mit kleinen und großen Hunden spazieren zu gehen und ich wie eine Fahne hinterher. Oder das sie nicht hören wenn man diese zurückruft, aus welchem Grund auch immer (Autos, Kinder, andere Hunde usw.)

Da habe ich doch lieber einen ausgebildeten Freund bei mir, der kann mich im Notfall auch beschützen. icon_smile.gif


» User #360 schrieb:

Hallo!Ich denke es kommt von den vielen Zwischenfällen mit Schäferhunden/Mischlingen.Wobei ich immer das andere Ende der Leine,sprich Hundeführer dafür verantwortlich mache!Für mich persönlich muß der Hund immer gut im Gehorsam stehen,es gibt nichts besseres,wie ein guter VPG Hund!


» User #2757 schrieb:

Hallo Charly, bin schon da,
du hast einen schottischen Schäferhund, ich auch!
Aber zum DSH: habe im Moment zwei "in Arbeit". Einer ist ein super Hund, gelehrig, wissbegierig und lernfähig. Arbeitet wie ein "Tier" passt super auf und ist immer offen für neues. Obwohl bisher wenig bis nichts mit dem Hund gemacht wurde. Der andere ist das ganze Gegenteil. Muß gestehen, daß ich kein großer Fan des DSH bin, das gibt mir aber noch lange nicht das Recht diese Hunde zu verurteilen. Ich mag auch die kleinen Terrier Rassen (ENTSCHULDIGUNG) nicht so sehr gerne, troztdem arbeite ich in den Stunden sehr gerne mit allen Hunden. Schutzhundausbildung habt ihr ja meine Meinung kennen gelernt. Habe einfach zu viele schlechte Erfahrungen damit gemacht. Vorallem poche ich immernoch auf meine "angeborene Beisshemmung".
Gute Nacht, SunnyQueen


» User #1840 schrieb:

@ ALSHA

Hilfe brauch jetzt mal dein Wissen wie so oft icon_smile.gif
Und zwar vielleicht irree ich mich ja auch.

Angeborene beißhemmung oder erlernte Beißhemmung?

Ich meine wir haben genug schlecht erzogene Hunde zumindestens in der BRD die andere Hunde oder Menschen übel beißen und ich rede hier nicht von bull rassen. Und das spricht ja dann für erlernte oder eben nicht erlernte beißhemmung.

weil man muss doch seinem hund beibringen nicht zu beissen also wenn er klwein ist das macht ja auch die mutter. welpenschutz ist ja auch erlernt es gibt auch hunde die welpen beissen meine wieder keine bullrassen. ok zt ist es bestimmt auch angeboren nen ängstlicher nervöser hund wird eher mal beissen als nen nervenstarker hund. wenn hunde kein sozialverhalten lernen dann beissen sie eben deswegen soll man ja welpen auch viel kontakt mit anderen hunden geben damit sie eben lernen ds man hunde nicht beißt. und wie kommt es dann das ein wolf sofort einen wolf fremden rudels töten würde wenn der auf seinem revir ist (es ist nicht die regel aber es kommt vor )

Also alisha bitte kläre mich auf icon_smile.gif
danke schon mal im vorraus


» User #934 schrieb:

Hallo!

Ich bin der festen Überzeugung, daß es beiderlei gibt. Angeboren sowie erlent.
Aus dem einfachen Grund, daß ich der Meinung bin, das Heute nicht mehr jeder Hund mit dieser Beißhemmung auf die Welt kommt.
Allein auf Grund von unterschiedlichsten Zuchtmethoden, Zuchtzielen und Selektierung ist es heute nicht mehr möglich von einer rein angeborenen Beißhemmung zu sprechen.
Ich habe derzeit in meinem Welpenkurs 2 Hunde, 3 und 5 Monate alt, Labrador und Mischling, deren Besitzer eben mit diesem Problem an mich herangetreten sind,daß ihr Hund, im speziellen der Labrador, ohne ersichtilichen Grund schnappt.
Um mißverständnissen vorzubeugen: es handelt sich nicht um das Welpenhafte rumgeknabbere oder einfach nur ne Portion frechheit, sondern er legt ein für meine Begriffe recht unangenehmes Verhalten an den Tag.

Diese Leute haben den Hu´nd mit 8 Wochen bekommen, er stammt von einem mir bekannten Züchter von dem ich auch andere Hunde kenne, die dieses Verhalten nicht an den Tag legen.

des weiteren stürzt sich dieser Knirps auf sämtliche andere Welpen und knurrt aus tiefster Brust alles und jeden an.

Ich bin eben wie gesagt der Meinung, das teilweise diese Beißhemmung schon weggezüchtet wurde, egal bei welcher Rasse.

Zum Wolf: meines Wissens nach begründet sich das Töten des wolfes dadurch, da er immer damit zu tun hat, sein Rudel zu schützen, es stark und groß zu machen.
D.h. Wölfe leben in sogenannten Clans, treffen sie auf ein schwächeres Rudel oder gar fremde Welpen, werden sie totgebissen, um den fortbestand ihres eigenen Rudels zu sichern und das töten eines Clanzugehörigen Hundes durch ein fremdes Rudel zu sichern und ihr revier immer weiter zu vergrößern.

Wie gesagt, daß ist ein Bericht aus meiner erfahrung, der weder mit wissenschaft noch Forschern zu tun hat, und daher auch keine Grundsatzregel darstellen kann oder soll.

Lg. Alisha icon_wink.gif


» User #107 schrieb:

Hallo Alisha,

aus meiner Sicht hat Sepps Beitrag genau den Kern der Sache getroffen!
Wobei ich vorab erwähnen möchte, daß ich es total gut finde, daß Sepp sich hier und auch durch eine Hundeschule und Hundetrainer Hilfe sucht, um das Problem zu lösen. Von daher muß ich mich nochmal bei Sepp entschuldigen, daß ich seinen Beitrag mißbraucht habe. Ich hoffe, daß er trotzdem seine benötigten Antworten zufriedenstellend erhalten hat. Sepp, sorry.

Nun zur Sache:

Wir haben hier einen Hund, bei dem die Schutzhundausbildung grundsätzlich fehlerhaft aufgebaut wurde. Wie Sepp berichtet, zu schnell und nicht richtig (was immer das bedeuten mag). Hier sind also offensichtlich Fehler gemacht worden. Jetzt hat der Hund das Glück, daß Sepp ein verantwortungsvoller Hundehalter ist, der dieses Makel ausbügeln möchte. Nur ist Sepp leider nicht allein in der Lage und ist zu allem Überfluß auch noch zuvor an den falschen Hundetrainer geraten.

Nun ist das ja eigentlich nicht weiter tragisch. Man kann ja nicht alles können. Keiner ist von geburtswegen Meister seines Fachs. Und so ist es natürlich, sich der Hilfe eines Fachmannes zu bedienen. So machen wir das ja alle.

Nur stellt sich hier die Frage, wieviele Fachmänner werden benötigt, bis Sepp den wirklichen Fachmann erwischt? Was muß der Hund bis dahin durchmachen? Wenn jeder seinen Beitrag dazu leistet, wie wird der Hund das verarbeiten?

Und jetzt kommt das eigentliche Problem!

Wir befinden uns hier in der Schutzhundausbildung. Welche Problematiken ich damit verbinde, habe ich schon vorher erwähnt. Das möchte ich hier jetzt nicht wiederholen. Und was macht man nun, wenn das alles nicht so funktioniert, wie man es sich vorstellt? Was hat man dann für einen Hund? Kann man einfach abbrechen?

Wenn Hund und Halter sich bspw. beim Agility sportlich betätigt hätten und der Hund z.B. nicht durch den Tunnel laufen möchte, so kann man evtl. auch mal abbrechen. Was wäre die Folge daraus? Der Hund würde lediglich nicht durch den Tunnel laufen. Mehr nicht!

Oder beim Klickertraining möchte man dem Hund beibringen, mit der Nase einen Bleistift anzustupsen. Wenn man jetzt nicht in der Lage ist, seinem Hund das so verständlich rüberzubringen, daß er es tatsächlich auch macht, dann tut er es eben nicht. Die Folge daraus ist aber lediglich, daß er den Bleistift nicht anstupst!

Und so ist es auch bei der Fährtensuche, bei Flyball und und und...

Verstehst Du, was ich damit sagen möchte? Alle daraus resultierende Konsequenzen sind banal. Der Hund wird dadurch nicht zur Gefahr für Leib und Leben anderer Menschen bzw. Hunde (oder sonst. Tiere). Und das ist genau das Problem, was sich bei der Schutzhundausbildung stellt. Wer hier nicht richtig und konsequent handelt hat evtl. ein Problem. Ich schreibe absichtlich evtl., da mir bewußt ist, daß es keine negativen Folgen haben muß. Aber eben, im Gegensatz zu anderen Beschäftigungsmöglichkeiten, haben kann.

Viele Grüße
Charly


» User #934 schrieb:

Hallo charly!

Genau so ist es! In dieser Form kann ich deine meinung voll und ganz unterschreiben.

Wie dir vielleicht schon aufgefallen ist, beschäftigen ich und mein Mann uns intensiv mit Hundesport (nicht nur schutz) und auch mit sorgenkindern oder aufgrund falscher Erziehung entstandener probleme.

Von daher kenne ich auch die Schutzproblematik aus der praxis.
Es ist allerdings, wie ich schon so oft sagte, allein in der Verantwortung des Hundehalters, sich eine gute HS mit kompetenten Trainern zu suchen.
Daß diese Suche oftmals recht schwierig ist, wissen wir eigentlich auch alle.

Es ist das Los eines jeden Hundes, daß er scheinbar auf gedeih und verderb seinem Halter "ausgeliefert" ist, der ja im endeffekt darüber bestimmt was der Hund zu lernen hat, und sei es mit Gewalt. icon_sad.gif

Diesbezüglich finde ich es wichtig, daß trotz vieler Vorurteile, noch die Schutzausbildung angeboten wird.

Warum? wirst du dich jetzt fragen.
Ganz einfach: Es sollte die möglichkeit bestehen, daß man diese Art des Hundesports unter fachmännischer Aufsicht erlernen kann.

Ansonsten wird das "ausbilden"in irgendwelchen hinterhöfen mit brachialmethoden nur gefördert.
Wo sollen denn die ganzen leute auch hin, wenn dieses Angebot in sämtlichen Seriösen HS verschwindet?

Aber wie gesagt, es liegt in der Hand des Halters, ob er sich die Mühe macht, und sich mehrere Hs anschaut, bevor er bei der erst besten (billigsten) ausbilden lässt.

Diesbezüglich habe ich eh schon ein neues Thema erstellt: Was kennzeichnet eine gute HS / Trainer,
welches vielleicht auch eine kleine Hilfestellung für suchende sein kann.

Lg. Alisha icon_wink.gif


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