Haustiere

Dominanz - wie zeige ich sie meinem Hund?

» User #514 schrieb:

Wenn ich mir einen Hund anschaffe, sollte dieser dann auch, wenn er mal älter ist, gut erzogen sein. Wenn nicht von Anfang an fest steht, wer hier der "Herr" im Hause ist, so soll der Hund, so habe ich gehört, immer um den Rang im "Rudel" kämpfen. So ist eine gute Erziehung nicht möglich. Wie kann ich dem Hund klar machen, das ich das Alphatier bin?


» User #536 schrieb:

Hallo Gina!
Wenn Du Deinem Hund von Anfang an eine vernünftige Erziehung zukommen lässt, dann musst Du Dir eigentlich für später keine Gedanken mehr darüber lassen.
Wenn Du mit Deinem Hund immer konsequent umgehst, dann sollte er die Rangordnung eigentlich nicht in Frage stellen. Wenn Du einen sehr dominanten Hund hast, dann wirst Du das schon bei der Erziehung bemerken.
Am einfachsten ist es, wenn schon der Welpe mitbekommt, dass Du der Boss bist. Dann dürftest Du aller Wahrscheinlichkeit nach auch später keinen Rangordnungsprobleme bekommen.
Meiner Meinung nach wird die Sache mit der Rangordnung sowieso viel zu sehr in den Vordergrund gestellt. Die wenigsten Hunde wollen gerne Rudelführer sein - manchmal "glauben" sie aber, sie müssten diese Rolle übernehmen, wenn sie "der Meinung sind", dass ihre Menschen diese Aufgabe nicht übernehmen (können).
Insofern sind Deinen Befürchtungen etwas voreilig. Du musst halt dafür sorgen (durch konsequente Erziehung), dass Deinem Hund klar ist, wer der "Herr im Hause" ist...
Gruß,
Towanda


» User #514 schrieb:

Ja ok, aber das war mein erster Hund und ich wusste nicht wie ich es ihm beibringen sollte, bzw. hielt ich es bei einem kleinen Hund für eher unnötig. Aber nun stellt sich heraus, dass er ganz schön frechh geworden ist und seine Stellung im Rudel immer wieder herausfordert.


» User #536 schrieb:

Hallo Gina!
Wie alt ist denn Dein Hund? Und welche Rasse?
Es gibt einige ganz einfache Mittel, um einem Hund zu zeigen, dass er nicht der Boss ist.
- wenn Du mit ihm rausgehst oder Ihr gemeinsam durch eine Tür geht, dann musst Du die erste sein
- wenn der Hund etwas von Dir fordert, indem er Dich anstupst, um Dich herum tänzelt, dann ignorierst Du ihn so lange bis er Ruhe gibt - erst dann ist Streicheln, Leckerli, etc. angesagt
- gefüttert wird er erst nachdem Du gegessen hast
- wenn Du keine Angst hast, dass er Dich beißt, dann kannst Du ihn auch öfter mal auf den Rücken drehen (also in eine unterlegene Position); erst wenn er sich nicht mehr wehrt, kannst Du ihn loslassen
- beim Spielen solltest Du Zerrspiele u.ä. vermeiden; ansonsten bist Du diejenige, die ein Spiel beginnt und beendet
Allgemein kann man sagen, dass es eigentlich so sein sollte, dass der Mensch agiert und der Hund reagiert. Das bedeutet, dass Du Deinen Hund ignorierst, wenn er etwas von Dir will (s.o.).
Außerdem könntest Du regelmäßig mit ihm Unterordnung üben. Das festigt Deine Position als Chefin. Wenn Du nicht ständig Fuß, Sitz und Platz üben willst, dann bringe ihm kleine Tricks bei...
So, ich hoffe, dass Dich das etwas weiterbringt.
Gruß,
Towanda


» User #514 schrieb:

Danke Towanda, ich werde deine Ratschläge befolgen. Sie sind sehr logisch. Mein Hund ist 2 Jahre alt, ein Weibchen, Jack- Russel- Terrier- Mischling.
Nochmal Danke


» User #593 schrieb:

wenn sich ein hund auf den rücken dreht, so tut er dies aus freien stücken. man nennt dies zwar "passive unterwerfung", aber nie dreht ein anderer hund einen hund zur unterwerfung. manche dulden es, andere werden sich verteidigen - in jeden fall wird es den hund verunsichern.

auch regelungen bei der tür sind dem hund ziemlich egal. es ist einfach eine trainingssache, ob er wartet und dich vorgehen lässt.

"unterordnung" wird zwar leider so genannt, hat aber auch nix mit dominanz zu tun. dass ein hund auf sitz, fuss und tricks folgt, liegt daran, dass er sich dadurch etwas positives erhofft bzw. etwas negatives vermeidet.

die dominanz geschichte ist so und so überholt (siehe neuere wolfsforschungen an freilebenden wölfen).
im wolfsrudel haben die eltern "das sagen" - was nichts anderes heißt, als dass sie (wie wir) für ihre kinder sorgen, weil sie mehr erfahrungen und wissen haben, dass sie selbstsicher sind und ihre jungen ihnen vertrauen und sie respektieren. gute eltern (anstatt dominante führer) beschaffen das futter, geben es ihren jungen, rufen zu aktivität auf, etc. insofern stimme ich towandas tipps zu, den hund zu streicheln, mit ihm zu arbeiten und rauszugehen wenn du willst und nicht wenn er es fordert (nicht weil ich ihn für dominant halte sondern weil es einfach nervig ist und das zusammenleben erschwert, wenn du dich nach ihm richten musst).
wenn die jungen erwachsen werden, werden sie entweder bei ihren eltern (friedlich) bleiben oder ausziehen um selbst ein rudel zu gründen.

am besten du vergisst das mit der dominanz! leider werden viel zu viele probleme auf sie zurückgeführt.

aber mich würde interessieren, welche verhaltensweisen dich stören und welche verhaltensweisen du als dominant wertest?
mit diesen infos wäre es sicher leichter dir gezielt tipps zu geben.
was genau tut deine jack russel-mix hündin?

lg mottenschwein


» User #514 schrieb:

Sie ist oft sehr frech,sie springt Leute an und wenn wir draußen sind gelten die Benimmregeln, die für sie zu Hause ganz normal sind und welche sie auch befolgt, nicht mehr... Komm her und Sitz werden plötzlich fremde Begriffe...
Wenn der Hund unterwürfig wäre, würde er meine Anweisungen auch befolgen...


» User #593 schrieb:

>Sie ist oft sehr frech
heißt genau?

>sie springt Leute an
das anspringen von leuten leitet sich aus folgendem verhalten her: wenn die mutterhündin von nach hause zu ihren jungen kommt, dann laufen ihr die jungen entgegen stupsen und belecken ihre schnauze und die mutterhündin würgt daraufhin futter hervor, das die kleinen dann fressen.
später wird dieses verhalten (mundwinkel lecken) zu einer freundlichen begrüßung besonders von jungtieren gegenüber älteren, respektierten tieren (das verhalten wird auch "aktive unterwerfung" genannt).
nachdem wir menschen auf zwei beinen gehen und viel größer als unsere hunde sind, müssen diese hochspringen um an die mundwinkel zu kommen. sie meinen dies als freundliche begrüßung, die allerdings von uns meist nicht gewünscht ist. so kann man dem hund lernen, dass er sein verhalten (lecken der mundwinkel) auf lecken der hände verlagert, indem wir uns wegdrehen wenn er springt und uns ihm freundlich zuwenden solange er mit allen vier beinen am boden ist. bis der hund verallgemeinert, dass er nicht nur die bezugsperson so begrüßt sondern dass er auch jeden fremden so (also ohne anspringen) begrüßen soll, braucht es viele fremde, die ebenso agieren. wenn es die leute nämlich nicht stört und er gestreichelt oder nett angeredet wird, hat er mit dem anspringen erfolg, wenn er aber geschimpft oder gar gestraft wird, wird er noch mehr versuchen die leute durch das lecken oder durch calming signals gut zu stimmen. daher sollte man sich nur wegdrehen und es ignorieren.

>wenn wir draußen sind gelten die Benimmregeln, die >für sie zu Hause ganz normal sind und welche sie >auch befolgt, nicht mehr...
welche benimmregeln gelten nicht mehr?

>Komm her und Sitz werden plötzlich fremde >Begriffe...
draußen ist ja auch viiiiel mehr ablenkung als drinnen. im haus ist der hund voll auf uns konzentriert, da gibt es keine aufregenden gerüche, keine unbekannten leute, keine anderen hunde, etc. klar klappt dort alles leichter. wenn wir wollen, dass es draußen genauso gut klappt, müssen wir die ablenkung langsam steigern. dh. zuerst wird komm und sitz draußen nur verlangt, wenn wir alleine mit dem hund auf einem ruhigen platz ohne tolle gerüche sind, wenn das funktioniert wird in weiter entfernung von hunden oder leuten geübt, etc. bis der hund sogar bei zuruf mitten aus dem tollsten spiel zu uns rennt, weil er weiß, dass es sich lohnt.
falls ihm komm und sitz auch im haus keinen spaß machen und er es dort nur befolgt weil er nicht auskann, würde ich neue neutrale wörter verwenden und diese positiv konditionieren.

lg


» User #707 schrieb:

Hi schau doch einfach mal unter "Hunde-Verhalten&Probleme" auf dieser Seite, dann unter "Mein Hund knurrt mich an - wie verhalte ich mich?". Da hab ich fast den gleichen Artikel geschrieben , wie ich dir schreiben würde. Solltest du dazu trotzdem noch Fragen haben, dann schreib mir.
Sophie

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