Haustiere

Unterschiedliche Erziehungsmethoden bei Problemhunden?

» User #934 schrieb:

Hallo Adrian!
ich trainiere solche Hunde um, und habe deswegen gefragt, wie z.bsp. du in besagter situation bzw. bei einem solchen Hund vorgehst, da ich der Meinungung bin, daß man nie auslernt. icon_wink.gif
Allerdings hab ich grad die unsinnigkeit meines eigenen Beitrages erfaßt, da es ja eigentlich unsinnig ist, ferndiagnosen zu geben und schon gleich wenn der Hund gar nicht existent sondern nur ein Musterbeispiel ist.
Sorry.
Aber da ich selber mit solchen Hunden Arbeite, hab ich schon vielerlei meinungen, speziell zu meiner arbeitsweise, gehört, und wollte einfach mal nachfragen wie es andere so machen.
Ich habe das Glück selbst einen Angsagressiven zu halten (ich bezeichne es wirklich als Glück, da ich von ihr so viel über das verhalten und das denken des Hundes lernen konnte, wie ich es sonst in 10 Leben nicht geschafft hätte), mittlerweile, ich hab sie etwas über 1 Jahr, ist es möglich wieder Besuch zu bekommen und fremde Hunde auf ca. 10 Meter herankommen zu lassen.
Ich kann dir sagen, es war ein kampf und es gab genügend unschöne auseinandersetzungen, die für ausenstehende nur schwer nachvollziehbar waren.
So hat sie in ihrer Panik derart wild um sich gebissen (sie bringt ausnahmslos jeden maulkorb runter), daß sie auch auf mich und meinen Mann ging.
in diesen Situationen mußten wir heftigst eingreifen (es gab nie schläge oder sonstige zwangsmittel), aber wir mußten uns oft aufs übelste beschimpfen lassen ...
Klar für ausenstehende sahs auch wild aus...
Hättest du in der situation auch eher heftig reagiert, oder hättest du eine andere möglichkeit gesehen? Ich war damals, vor allem in der situation nicht in der Lage anders zu handeln...
Lg. Alisha icon_wink.gif


» User #1365 schrieb:

Hallo Alisha,
um mit Dir über Punkte Deiner Umerziehung diskutieren zu können musst Du Sie schon präzise beschreiben. es nützt mir nichts wenn Du sagst, Da mußten wir heftigst eingreifen. Für mich wäre wichtig was Du in bestimmten Situationen gemacht hast. Dafür müsstest Du mir schildern wie sich Dein Hund zuvor verhalten hat.

Gruß Adrian


» User #934 schrieb:

Hi adrian!
Folgendes: mein Wuff wurde ausgesetzt, laut TA hatte sie mindestens einmal geworfen höchstwährscheinlich wars eine Zwangsdeckung. Sie war zu dem zeitpunkt als wir sie fanden höchstens 2 Jahre alt (eher 1,5) und durfte wohl gerade geworfen haben.
Von anfang an zeigte sie eine extreme Aggression gegenüber anderen Hunden, die aber wohl aus einer Panik entstand.
Ähnlich verhielt es sich mit menschen, allerdings ging sie nicht von vorneherein darauf los, sondern erst wenn sie in Bedrängnis kam (ihre individualgrenze war ziemlich gering).
Zu guter letzt erfuhren wir vor knapp einem Monant, wem der Hund gehörte, und was mir ihr gemacht wurde.

Sie wurde wohl in einer garagenähnlichen Vorrichtung gehalten, und dort tag und nacht an einer Kette "gesichert", welche sich an der decke dieser Garage befand und sie sich dort nur seitwärts bewegen konnte (is schwer zu erklären, wenn man sowas selber noch nie wirklich gesehen hat). Auf jeden Fall konnte sie weder Vor noch zurück, da sie sehr knapp angekettet war.

Anscheinend wurden ihr dann mehrere Hunde "vorgeführt" die sie natürlich entsprechend reizten.
Ich geh mal davon aus, daß das die landläufige Methode ist, Hunde für Kämpfe zu trainieren...

Naja, nun eben ihr dargelegtes Verhalten gegnüber Hunden (das Menschenproblem haben wir so ziemlich in den Griff bekommen).
Da sie, sobald sie einen Hund sah so extrem durchdrehte, hatte sie in ihrer blinden Panik natürlich auch wild um sich gebissen, sprich auf mich und meinen Mann.

Allerdings, habe ich nun aufgrund der neuen erkenntnis beschlossen, auf Medizin umzusteigen.

Ich bekam ja schonmal clombiCalm und Bachblüten, die aber allesamt nix brachten.

nun bin ich im Netz auf ein Präparat gestoßen, daß eigentlich für menschen mit Angstzuständen usw... gedacht ist und versuche es jetzt (natürlich in Absprache mit dem TA) damit.

Bis jetzt läufts ganz gut, sie kann Hunde in ihrer Nähe ertragen, ist aber nicht so zugedröhnt, daß sie nix mehr checkt (das wär ja auch weit am zeil vorbei).

Das präparat wirkt wohl so, daß ihr die Hunde so ziemlich egal sind, und sich dadurch stück für Stück an ihre anwesenheit gewöhnt.

Wenn du noch näheres Wissen willst bezüglich diesm Fall bitte grad sagen. icon_wink.gif
Ist immer so viel zu schreiben, daß ich meistens gar keinen Punkt mehr finde icon_smile.gif icon_smile.gif

Lg. Alisha icon_wink.gif


» User #1365 schrieb:

Hi Alisha,
ich arbeite im Moment in unserem Verein an einem ähnlichen Problem. Hund (männl. DSH) ist nur unter Menschen groß geworden. Daher auch keine Probleme mit Menschen. Der Besitzer hat keine Ahnung von Hunden und hat auch das Gefühl nicht Für seinen Hund. Der Hund ist von Welpen an bei seinem Besitzer, der sich in vielen Fällen falsch verhält. Der Hund ist nun 4 Jahre alt und greift aus heiterem Himmel Hunde an. Aber immer nur unsichere Hunde oder aber noch halbe Welpen. Nach der 2. Attacke habe ich dem Hund einen Maulkorb verpasst, den der Hund im Unterricht nun tragen muss. Der Hund steht im Unterricht so unter Stress (Angst) das seine Augen starr wirken und man Ihm seine Anspannung total ansieht. Um mit dem Hund überhaupt in Anwesenheit anderer Hunde auf dem Platz zu arbeiten waren 2 Einzelstunden nötig, da Er nach seinem ersten Mal bei uns regelrecht blockierte. Ich dachte aber dass sich das aber mit der Zeit legt. Nach nun 6 Stunden in der Gruppe sehe ich aber keine Besserung. Nun mein eigentliches Anliegen: Ich kenne mich überhaupt nicht mit Medizin aus. Kannst Du mir etwas über Bachblüten erzählen, habe schon oft davon gehört. Evt. wäre das Mittel das Du benutzt in meinem Fall auch etwas. Das Problem aber ist der Halter, älterer Mann über die 60, der einfach vieles falsch deutet und sich dann natürlich falsch verhält. Ich habe versucht ihm einiges über das Problem zu erzählen, habe aber das Gefühl das er mich nicht versteht. Zumindest kann er es bei seinem Hund nicht umsetzten. Was denkst Du? Macht es da überhaupt Sinn?

Gruß Adrian


» User #1365 schrieb:

Hallo,
ich mache zu dem Problem einen eigenen Threat auf unter Problemhunde.

Adrian


» User #934 schrieb:

Antwort in deinem anderen Thread geschrieben.
Lg. Alisha icon_wink.gif


» User #291 schrieb:

Ich mag den Ausdruck Problemhunde nicht wirklich...da es nicht so passend ist!
Es sind eher die Problemmenschen die aus Hunden, Hunde prägen die in unserer oder in Ihrer Gesellschaft Probleme haben bzw. Bekommen!


» User #3470 schrieb:

Hallo Alisha.

Ich verstehe nach deinen Beschreibungen nicht, wie du darauf kommst, daß dein Hund Angstaggressionen hat.
Wenn die Beschreibung zutrifft, daß Hunde an sie "herangeführt" wurden während sie reizarm in einer Garage angekettet war, ist dies ein konditioniertes Problem, man hat sie darauf gedrillt aggressiv gegen andere Hunde zu sein. da hilft keine Medizin sondern nur eine umkonditionierung.


» User #3292 schrieb:

Hi,
Ich hatte auch schon ähnlich gelagerte Fälle, teils bezog sich die Aggression auf Menschen, teils auf Hunde. Je nach Fall eben. Meiner Meinung nach ist sowohl der Begriff Angstaggression, als auch die Bezeichnung des konditionierten Verhaltens richtig. bei einem meiner Fälle lag die Situation so: Eine Pit-Bull Hündin, ca 40-45 kg wurde beim Pokern gewonnen... entsprechend "ausgebildet" mit anderen worten: Mit 4 Wochen separiert, beim anblick anderer Hunde getrietzt, später mit Maulkorb von anderen, kleineren Hunden angehen lassen, den Hund loben, wenn er sich wehrt etc... Siehat also von klein an gelernt, daß sie von Hunden nichts gutes zu erwarten hat und bevor die sie fressen, frißt sie die besser... Also sowohl unsicherheit bzw Angst, als auch konditioniert. bei einer solchen problemkorrektur hat man das problem, das man einem menschen sagen kann, wie er sich einem solchen hund gegenüber verhalten soll, ihr hundliches gegenüber wird je nach temperament reagieren. nun lief auch unser trainingsprogramm an.
erstens: Gewöhnung an Maulkorb und Halti
Zweitens: Demobesuch vom TA um die vitlfunktionen
dierekt nach einem hundekontakt zu
überprüfen.
Da diese extremausgeschlagen waren (Panikreaktion) erfolgte eine medikamentierung um diese zu blocken

Nun hatten wir in diesem Fall das glück, das ein eigener, großr garten vorhanden war. Also, weniger Spazieren gehen, dafür viele lernspiele ( Apport, fährte, suchen) um die Auslastung zu gewährleisten und die Fixierung auf den besitzer zu stärken. Drittens: konditionierung auf den Clicker

Viertens: Therapiehunde mit sehr ruhigem Verhalten und erfahrenen HF auswählen

Als all diese punkte abgeklärt waren Gings los, am anfang wurden einfach die hunde in einer Distanz Postiert, die sie nicht aufregte, und diese nach und nach verringert. bei keifen wurde mittels halti der blickkontakt unterbrochen und verschiedene unterordnungsübungen gemacht. zur ablenkung... bei gutem verhalten bzw nichtbeachtung erfolgte die bestätigung durch den clicker. das alles an der 2 m leine mit sitzenden, liegenden oder sich entfernenden Hunden... genähert haben am Anfang nur wir uns... dann wurde die Aktivität der strohmänner gesteigert. laufen, rennen etc. schließlich konnten wir mit fremden bisauf ca 3m ran, ohne daß sie nervös wurde. nun ginngen wir zu maulkorb und Schleppleine über. sie durfte laufen, das gegenüber stand. wieder das selbe programm von vorne... allerdings gabe am anfang einen rückschlag, da sie mit Maulkorb und anderen Hunden nichts gutes Verband, nach einer Zeitlang ging auch das. momentan sind wir soweit, das sie andere hundeweitestgehend ignoriert, sie wenn nötig wegknurrt, man mit ihr neben einem anderen hund mit und ohne Leine laufen kann. allerdings ist Köperkontakt oder spielen noch immer Tabu, mal sehen, ob das noch was wird, Maulkorb oder halti ist allerdings aus Sicherheitsgründen noch immer dabei. denn es sitzt bei ihr so tief, und sie hat schon 2 Hunde auf dem Gewissen das es fahrlässig wäreetwas zu riskieren, außerdem weiß man ja auch nie, wen man so trifft... aber nur nicht aufgeben, fast jedes Verhalten ist in handhabbare bahnen zu bringen...

Viel Glück noch mit euren Hunde
anna


» User #8425 schrieb:

Zitat:
Erziehung durch Lob ist eine menschliche Methode. Innerhalb eines natürlichen Rudels loben sich die Tiere gegenseitig nicht und ein ranghohes Tier bringt dem rangniedrigen Tier auch keine Beute oder Leckerli, wenn es sich korrekt verhält. Vielmehr werden rangniedrige Tiere bei Fehlverhalten zur Ordnung gerufen und bei korrektem Verhalten schlicht in Ruhe gelassen.


Hallo,

der Unterschied ist aber, dass wir mit unseren Haushunden ja nicht in einem Rudel mit Rangordnung leben, denn Rangordnung gibt es nur unter gleichartrigen Individuen (Hund,Hund, Katze,Katze) etc. Und unsere domestizierten Haushunde haben nicht mehr so viel vom ursprünglichen Wolf.
Wir können also nicht so agieren, wie es Wölfe oder Hunde unter sich tun würden oder tun.
Wir haben den Hund an unser Leben angepasst und folglich ist es vollkommen ok den Hund zu loben und zu belohnen, denn das ist unsere Möglichkeit ihm zu zeigen, was er gut macht und was nicht.
Wir können nicht drohen und ermahnen wie ein Hund oder Wolf, denn wir sind Menschen mit ganz anderen Kommunikationssignalen, ganz anderem Aussehen und ganz anderem Denken.
Lob und Leckerlie und/oder Auszeit und Ingorieren sind die Mittel der Erziehung, die wir unseren Hunden verständlich gemacht haben, die uns möglich sind und die finde ich persönlich vollkommen ok, ausreichend und angebracht.
Positive Verstärkung ist für mich das Mittel der Wahl.
Aber jeder hat so seine Meinung und seine Ansicht und dazu ist ein Forum ja auch da. Finde es gut, wenn sachlich diskutiert wird und nicht versucht wird zu überreden. Entweder überzeuge ich oder ich überzeuge nicht, alles andere bringt nichts. Und trotzdem bildet sich jeder dann seine eigene Meinung und das finde ich vollkommen ok, solange man dabei nciht das Ziel aus den Augen verliert und offen für Neues ist.

Liebe Grüsse an Alle von Tanja


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