Haustiere

Saluki - macht alles kapputt!

» User #20109 schrieb:

Saluki – macht alles kaputt – 6 Monate

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So, nun ist auch mein Staubsauger Kabel hinweg – sprich zernagt und kaputt. Mein ansonsten lieber, aber eher schwer erziehbarer 6 monatiger Saluki beginnt an meinen Nerven zu nagen. Den Staubsauger oder das Kabel erledigte er heute während der Nacht, also während ich schlief. Vorgestern holte er ein Hasenfell (welches er sonst nie gross beachtete) von der Wand und zerfetzte dieses, die Bügel meiner Brille sind zernagt, USB-Stecker zernagt, er holt meine Gipfeli aus meiner Tasche und isst diese, er macht Türen auf und geht in Räume, in welche er nicht dürfte, diese Liste kann lange fortgeführt werden. Vorgestern urinierte er in dieses Zimmer und am Morgen urinierte er in die Küche. Bei beiden Malen war ich vorher draussen. Und bei all diesen Vorgängen bin ich jeweils in einem anderen Zimmer oder bin gerade in der Badewanne und bemerke nicht, dass er gerade etwas anstellt. Falls ich zufällig bei ihm bin und er unmittelbar vorher etwas anstellte, so unterbricht er das „verbotene“ tun und kommt mit eingezogenem Schwanz daher …
Üblicherweise gehe ich 4 – 7 Mal pro Tag raus mit ihm und bringe ihn dann auf Hochtouren, spielen, sodass er sich auch richtig verausgaben kann. In der Wohnung hat er was zum Nagen (ein Seil) oder er erhält Knochen und ähnliches. Kann mir jemand die Sache erklären? Was kann ich dagegen tun, da ich ihn ja fast nie unmittelbar bei der Aktion erwische? Wieso das urinieren, welches er auch bei der Freundin gelegentlich macht – auf dem Sofa auf dem er schläft, während der Nacht.

Noch ein paar Wort zu mir als Halterin. Ich habe Hundeerfahrung, habe einen Hund grossgezogen, oft auf andere Hunde geschaut - ich würde mich also nicht als unerfahren bezeichnen. Mein selbst aufgezogener Hund machte so ziemlich alles was ich wollte - wohl keinen Handstand aber so ungefähr. Sprich sehr gehorsam. Bei Rubens ist alles anders. Ich wusste wohl aus Erfahrung (meine Nachbarin hatte einen Saluki) dass diese Rasse gepaart mit dem Charakter von Rubens (sehr selbstbewusst und nicht ängstlich) nichts für Anfänger ist, trotzdem bin ich etwas überrascht über die Schwierigkeit und Geduld die eine solche Kombination abverlangt. Zum Schluss, die gesetzten Tabus (nicht in mein Bett, nicht in's Kleiderzimmer, nicht Kleider annagen, auf Tische steigen usw.) hat er offensichtlich mit mir verbunden (d.h. mit meiner Person) und wenn ich nicht da bin dann ist auch das Tabu weg. Sprich ich höre etwas dubios rascheln und gehe zur Geräuschquelle und Rubens ist bereits weg vom angenagten Socken ...

Besten Dank
Christine


» User #3675 schrieb:

Hallo Christine,
und herzlich willkommen hier im Forum. icon_biggrin.gif Aus Deinem Beitrag spricht schon die Erfahrung, die Du mit Hunden hast.

Nun kenne ich die Rasse der Salukis nicht persönlich und kann ganz schlecht einschätzen, welche Art von Auslastung (und wieviel davon) sie brauchen. icon_confused.gif Ich nehme an, darüber hast Du Dich ja informiert (auch über Deine Nachbarin). Ist Dein Hund nicht nur körperlich, sondern auch geistig genügend ausgelastet? Bei so einer Problematik würde ich nämlich denken, dass ihm langweilig ist und dass er nicht nur Bewegung, sondern auch Denkaufgaben braucht ... Allerdings kenne ich auch das (Vor-?)Urteil, dass Windhunde nicht die intelligentesten sind ... icon_redface.gif (Ich will hiermit aber keinen Windhundhalter beleidigen ...)
Was tust Du auf dem Gassi (und zu Hause) für die geistige Auslastung? Schnüffelspielchen, Grundgehorsam, Obedience oder Tricks wären eine Möglichkeit. Ein Futterball, aus dem er sich seine tägliche Mahlzeit erarbeiten muss, wäre eine Idee.

In einem anderen Thread hatte ich gerade die Vor- und Nachteile einer Hundebox und deren Einsatz in schwierigen Situationen beschrieben. Vielleicht wäre gerade in so einem akuten Fall eine Box eine gute vorübergehende Lösung, um Euch zuerst mal wenigstens Erfolgerlebnisse (Du kommst zurück und Hund hat nichts zerstört, weil er in seiner Box war) zu verschaffen. Das löst zwar nicht das Problem, aber lässt Dich erstmal wieder etwas positiver denken. icon_wink.gif

Wenn er in Deiner Abwesenheit etwas zerstört, kannst du leider nur mit einigem Aufwand "reagieren". Denkbar wäre eine Überwachungskamera oder ein gezieltes Versteck für Dich (Hunde sind meist zu schlau für solche Tricks icon_confused.gif) oder du stellst ihm eben eine Falle. Wenn er das Tabu mit Dir verbindet, wäre es gut, eine zweite Person zur konsequenten Reaktion auf Zerstörung einzubinden - oder die "Strafe Gottes" anzuwenden. So nennt man (eher scherzhaft) Strafen, mit denen der Hund keine Person verbindet - dazu gehört für den Hund unerwarteter Lärm oder Dinge, die einfach "geflogen kommen" (je nach Sensibilität des Hundes kann das ein Sofakissen oder ein laut klapperndes Schlüsselbund sein, das aus heiterem Himmel neben den Hund fliegt.)

Es gab hier im Forum schon die unmöglichsten Berichte über Strafmaßnahmen aus der Entfernung. Ein losröhrender Staubsauger mit Lichtschranke vertreibt einen Hund vom Sofa. icon_mrgreen.gif Ein Telefon mit Anrufbeantworter und Lautsprecher und der laut schimpfenden Stimme vom Frauchen auf Band - im richtigen Moment. Falls du meinst, dass sich der Aufwand lohnt - probiere aus, was Dein Hund verträgt (Windhunde sollen sensibel sein - dann reicht vielleicht das Sofakissen icon_wink.gif). Mehr fällt mir zur Zeit leider auch nicht ein, aber vielleicht habe ich beim Denken ein wenig geholfen ...
Viel Erfolg,
Minou

PS: Ach so ... zwischen der Geburt und dem 12. Monat gibt es immer wieder pubertäre Phasen. Eine mit 5-6 Monaten, eine zweite im Alter von 8-9 Monaten. Kann es sein - gerade weil es ein Rüde ist - dass er austestet, wie viel er sich bei Dir erlauben kann?


» User #17713 schrieb:

Hallo

Ich musste jetzt erstma lachen weil ich auch gerade dabei bin mein "kleines" Doggenmädel zu erziehn und Sie mir auch schon nachts die Tapete von der Wand holte icon_wink.gif .Aber zugegeben so schlimm ist unsere Lisa nicht.

Ich hab mal gegoogelt und mich über diese RAsse einwenig belesen.Glückwunsch da habt Ihr euch ja eine Nicht ganz einfache Rasse ausgesucht,lach.Aber sieh es als eine Art "Herausforderung" icon_mrgreen.gif .
Hier mal ein kleiner Text zu dieser RAsse.Und irgendwie passt der gut zu deinem HUnd,oder,lach.

So verschieden Salukis von ihrem Erscheinungsbild her sind, so vielfältig und differenziert ist auch die Psyche des Saluki. Sein Charme, seine Sanftmut und Feinnervigkeit, seine Sensibilität, Anpassungsfähigkeit an das Leben seiner Besitzer und Intelligenz erschließen sich jedoch nur dem Menschen, der bereit und fähig ist, auf ihn einzugehen und ihn in jeder Hinsicht zu akzeptieren. Der Saluki kennt keinen hündischen Gehorsam. Auch diejenigen Hundebesitzer, die vor dem Saluki schon viele Erfahrungen mit anderen Hunden gesammelt haben, gestehen spätestens nach einem Jahr des Zusammenlebens mit ihm, dass der Saluki sich doch in vielen Punkten erheblich von anderen Rassen unterscheidet: Man muß ihn mit viel Liebe, Beobachtungsgabe und Konsequenz erziehen. Mit Härte oder Strenge, wie sie bei manch anderen Rassen für die Erziehung notwendig ist, erzielt man beim Saluki keine Erfolge. Dadurch würde vielmehr das Vertrauensverhältnis - möglicherweise für immer - zwischen Mensch und Hund empfindlich gestört. Bei einer guten Mensch-Hund-Beziehung ist aber auch das Ablegen der Begleithundprüfung für den Saluki kein Problem, denn er ist sehr gelehrig und neugierig. Es gibt inzwischen sogar Salukis, die an Agility-Wettbewerben erfolgreich und mit Vergnügen teilnehmen. Das Leben in einem Zwinger ist für einen Saluki völlig ungeeignet, er entfaltet sein Wesen nur dann, wenn er am Leben seiner Familie voll und ganz teilnehmen kann.


Ich würde Dir in jedem FAll raten eine gute HUndeschule zu besuchen.Gemeinsame Aktivitäten ist gut für die Beziehung und Bindung zwischen euch beiden.
Auch würde ich für viele ERfolgserlebnisse sorgen und Ihn damit bestärken.
Bei unserer Lisa funktioniert es super.Sie wird bei jeder kleinigkeit die Sie gut macht ausgiebig gelobt und halb tot geknuddelt.Allerdings folgt Sie mir auf Schritt und Tritt wenn Sie mal nicht schläft icon_rolleyes.gif .
Da kann ich es gut kontrollieren ob Sie blödsinn macht.Jeden Sonntag geht es zur Welpenschule(was richtig Spass macht).
Doggen sind aber auch sehr nachtragend.Ich hab unsere Lisa einmal vollgenörgelt als Sie dabei war meinen Schuh klar zumachen.Madame hat mich für 2 Stunden nicht mehr beachtet icon_wink.gif .
Geholfen hat meine Aktion auch nicht unbedingt,einen Tag später war der Schuh kaputt.SEit dem hänge Ich unsere Schuhe so hoch wie möglich an die DEcke icon_wink.gif.Mit dieser Lösung können wir beide gut leben,lach.

Liebe GRüsse Claudi


» User #20109 schrieb:

Hallo Julimaus und Minou,
erstmal herzlichen Dank für die guten und anregenden Tipps, auf die ich gerne kurz eingehe.
Zu Rubens, ich glaube effektiv - auch das lesen meiner Zeilen förderte diesen Gedanken - dass Rubens doch auch einige geistige Anregung braucht. Nun ist allerdings seine Aufmerksamkeits-Spanne etwas begrenzt und er ist sehr sprunghaft - wie hui ne fliege und hier n Grassbüschel wie interessant und hinfort ist seine Konzentration auf bsp. Sitz machen. Trotzdem werden diese übungen (sitz, platz,warten) mit mehr oder minderem erfolg täglich mehrer male vollzogen. Anfangs wollte ich ihn ohne Futterbelohnung erziehn---musste aber feststellen---ausgiebiges loben intressiert ihn nicht. Genau das gleiche ( von wegen Windhunde sensibel ) bei einem scharfen NEIN---kein reaktion---deswegen wurd ich heftiger ---und Nein versteht er jetzt auch icon_biggrin.gif


Nun genug drum rum geredet ---- die Idee mit dem Futterball gefällt mir sehr gut --- werd ich sicherlich auch ma ausprobieren, danke icon_pray.gif

Strafe "Gottes" finde ich auch gut habe ich mehrmals probiert und war erfolgreich. Leider ist Gott nicht immer dabei wenn ...
Werde Rubens in nächster Zeit noch mehr beobachten (sprich andere Zimmer zumachen so dass er in meiner Nähe bleiben muss. Auch wenn ich in der Badewanne bin muss er halt auch im Badezimmer sein). Desgleichen hoffe ich, ihn durch mehr geistige Anregung,suchspiele,unterordnungsübungen etc. zu einem anständigen Windhund zu erziehn.

Danke Euch, weitere Anregungen Natürlich gerne,
lieber Gruss


» User #12972 schrieb:

Hallo,
ich hatte noch nicht das Vergnügen einen Windhund als Hausgenossen zu haben...
Aber, mit Türen aufmachen kenne ich mich aus, der Lauser miaut zwar, aber er machte die Türen auf...

Du müsstest den Griff anders montieren, und zwar so senkrecht. Sieht zwar doof aus, hilft aber meistens.
Gruß eggi