Haustiere

Welpe - Transportbox

» User #4194 schrieb:

Hallo!

Bei uns ist vor knapp 4 Wochen ein kleiner Welpe eingezogen, der jetzt mittlerweile fast 12 Wochen alt ist.

Leider stellt sich so langsam heraus, dass die Kleine nicht ganz so unkompliziert ist, wie unser Zweithund, mit dem wir, was Stubenreinheit und Alleine bleiben angeht, überhaupt keine Probleme hatten.
Die Kleine hat zwar jetzt schon ein paar Tage hintereinander überhaupt nicht mehr in die Wohnung gemacht, aber im Moment ist auch noch immer jemand zuhause, der alle paar Stunden mit ihr "Gassi" geht. In spätestens 6 Wochen wird sich das aber ändern, da wir dann alle wieder arbeiten und die Hunde morgens ungefähr 6 Stunden alleine bleiben müssen.
So langsam kommen bei uns die Bedenken, ob das gut geht, zum einen, da die Kleine eben noch nicht so verlässlich durchhält und zum anderen, da sie jede Menge Unfug im Kopf hat und gerne alles, was ihr in die Quere kommt, zerlegt/ankaut, usw.
Eigentlich möchten wir nicht, dass jedesmal die Wohnung auf dem Kopf steht, wenn wir nach Hause kommen...außerdem kann das ja auch gefährlich werden icon_eek.gif

Von Bekannten haben wir nun den Tipp bekommen, uns eine Transportbox zuzulegen und die Kleine daran zu gewöhnen, sodass sie auch mal mehrere Stunden dort drinnen bleibt. So könnte sie theoretisch keinen Unsinn machen, wenn sie alleine zuhause ist. Allerdings habe ich ein bisschen Abscheu, den Hund mehrere Stunden "einzusperren"... icon_confused.gif Ist das nicht eine Zumutung für das Tier?
Deswegen wollte ich jetzt hier mal nachfragen, was ihr von der Idee haltet. Immerhin hätten wir jetzt rein theoretisch noch knapp 6 Wochen Zeit, die Kleine an die Kiste zu gewöhnen, falls die Transportbox eine Option wäre...

Bin gespannt auf eure Antworten!
Liebe Grüße


» User #12972 schrieb:

Hallo,
ich würde einen Laufstall für Kleinkinder mir hinstellen, so dass sie sich in einem bestimmten Radius aufhalten kann, dort ihren Unfug ausleben darf und auch mal sich "vergessen" kann.

Außerdem ist der Kontakt zum Zweithund besser gegeben, so dass sie eben nicht isoliert in der Box hocken muss.
Gruß eggi


» User #3675 schrieb:

Hallo Jenna,
und herzlich willkommen hier im Forum. icon_biggrin.gif
Meine Freundin handhabt die Box für ihre Hündin immer noch so - auch wenn die Hündin inzwischen fast zwei Jahre alt und 70 cm groß ist. Sie hat als Welpe viel zerstört und war schlicht und einfach nicht ausgelastet. Inzwischen betreibt sie mit ihrer Hündin Hundesport auf Turnierebene (muss sie, um die Hündin zu arbeiten!) und ich vermute, die Hündin würde jetzt nichts mehr zerstören. Allerdings ist sie an die Box gewöhnt und schläft dort einfach drin. So eine Box sollte dann aber so groß sein, dass der Hund ausgestreckt drin liegen und aufrecht darin stehen kann.

Die Aktivität des Hundes kommt auch auf seine Rasse an, und die Idee mit der Box wirkt zwar (zumindest auch auf mich!) tierschutzrechtlich irgendwie anstößig icon_confused.gif, wird aber von diversen Experten stark beworben. Über meine Freundin schnuppere ich immer mal in die Hundesport-Szene rein. Die Trainer, die ihre Hunde von klein auf als Leistungs- und Sporthunde erziehen, ziehen ihre Hunde so auf, dass die Hunde den größten Teil des Tages in der Box verbringen und diese nur zum Gassigehen oder zum Arbeiten verlassen. Der Welpe soll gar nicht erst lernen, dass man überhaupt etwas zerstören kann. Hinzu kommt, dass Arbeitshunderassen so "hyperaktiv" gezüchtet sind, dass man sie zur Ruhe zwingen muss. Theorie der Hundesportler: Ein Border Collie frei in der Wohnung würde von einer Tür zur nächsten rennen und permanent Stress haben, weil er hüten oder wachen muss. In der Box wird er sozusagen zum Schlafen "gezwungen", was der Hund mindestens 10 Stunden am Tag auch braucht (um die ganzen Umweltreize und Lernreize vom Training zu verarbeiten).
Für den Hund muss es sozusagen das Größte sein, aus der Box zu kommen und arbeiten zu dürfen. Die Box wird allerdings auch positiv verknüpft (mit Leckerli), so dass der Hund sich daran gewöhnt und sie als seinen Rückzugsort annimmt.

Meine eigene Meinung: Natürlich ist es super, wenn man nach Hause kommt und nichts ist zerstört. Die oben beschriebene Theorie bedeutet aber auch: Hunde von Hundesportlern verbringen mindestens acht bis zehn Stunden täglich in ihrer Box und kommen nur zum Training, zum Gassi, zum Füttern oder zum Kuscheln / Spielen (wobei es nichts ohne Training gibt!) unter Aufsicht ihrer Halter raus. Meine persönliche Idealvorstellung von Hundehaltung ist das NICHT! Ich meine, alle protestieren gegen Zwingerhaltung, aber stundenlange Boxenhaft auf einem Quadratmeter soll in Ordnung sein? icon_eek.gif
Aber jeder hat seine eigenen Vorstellungen von artgerechter Haltung und für einige Hundesportler und Boxen-Fans ist ihre Haltungsmethode das Nonplusultra und alles andere Tierquälerei. Man kann sich die Box schönreden, man könnte das Ganze natürlich auch anders sehen. icon_twisted.gif

Wenn ich mir einen Hund halte, möchte ich zum Beispiel ein Lebewesen und kein Sportgerät, das "in den Schrank" gesperrt wird, wenn man es nicht braucht bzw. gebrauchen kann. So eine Box kann auch ein Hilfsmittel sein, um es sich besonders einfach zu machen: "Nervt" der Hund rum (z.B. beim Essen), kommt er eben in die Box. Konsequent und schön einfach. Manche Erziehungsschritte spart man sich mit der Box einfach. icon_rolleyes.gif Ich für meinen Teil würde es bei meinem eigenen Hund bevorzugen, keine Box zu nutzen, sondern den Hund so zu erziehen, dass er eben in bestimmten Situationen (wenn für ihn nichts Spannendes passiert) eben nicht zu "nerven" hat. icon_rolleyes.gif Das ist garantiert mehr Arbeit, aber dafür habe ich dann einen Hund, der cool ist und auch Ruhe gibt, ohne direkt neben mir in einer Box zu hocken - und der sich auch benehmen kann, wenn ich irgendwo bin, wo ich gerade keine Box zur Hand habe ...

Ich empfinde eine Box schon super als Übergangslösung (wie bei Euch in der Welpenzeit), aber eben NUR übergangsweise. Meiner Meinung nach sollte ein Hund lernen, auch in der Wohnung auf seinem Platz zu pennen, wenn niemand zu Hause ist. Dafür kann er sich auch mal die Beine vertreten, zum Wassernapf laufen, etc. Mir würde es arg widerstreben, so eine Box dauerhaft einzusetzen - wobei ich die positive Verhaltensänderung der krass hyperaktiven Hündin meiner Freundin durchaus zur Kenntnis genommen habe und die Box-Methode (inkl. intensiver täglicher geistiger Auslastung, die diese Rasse einfach braucht!) deshalb aus dem rein offensichtlichen Grund, dass es funktioniert und der Hund nicht unglücklich zu sein scheint, nicht völlig verdammen würde.
Entscheide selbst - vielleicht ist es eine Option, so eine Box einfach auszuprobieren und dann zu sehen, wie es funktioniert und ob Du mit dem Ergebnis zufrieden bist (und es auch moralisch vertreten kannst). In Anwesenheit eines zweiten Hundes ist das natürlich auch noch anders. Eggis Idee mit dem Laufstall finde ich auch überlegenswert.
Viele Grüße,
Minou