Haustiere

Verhütung beim Hund

» User #19664 schrieb:

Hallo,

ich habe einen Rüden von 5Jahren und seit zwei Monaten eine kleine Hündin (20Wochen).
Die beiden verstehen sich gut und ich hatte eigentlich vor meine Hündin,sie bis etwa zwei drei Jahre ist zu Spritzen und dann einmal Welpen zubekommen.Nun sagte mein Tierarzt das die Spritzen nicht gut für den Hund sind.Ich möchte ihr ja nicht schaden. Was bleibt dann noch?
Kastration? Aber wenn von beiden?
Hat jemand da Erfahrung?
Liebe Grüße Sandra


» User #12972 schrieb:

Hallo,
die chemische Keule ist nie wirklich gut.
Ich würde sagen, Beide.

Nicht falsch verstehen, aber züchten sollte man den Wissenden überlassen. Oder hast Du Dich diesbezüglich schon schlau gemacht?
Gruß eggi


» User #19664 schrieb:

Hallo,

Es war nur ein Wurf angedacht,da ich schon Interessenten habe.Wissen kann man sich ja immer aneignen,sonst würden wir ja dumm sterben. Denn ein Züchter hat es auch mal gelernt,oder?
Aber warum beide Tiere kastrieren?
Gruß Sandra


» User #3675 schrieb:

Hallo Sandra,
und herzlich willkommen hier im Forum mit Deinen zwei Wuffeln. icon_biggrin.gif

Über die Frage, ob Wurf oder nicht Wurf, kann man sicherlich endlos diskutieren. Ich bin zwar absolut Eggis Meinung, wenn es sich um einen "Nur mal so aus Spaß"-Wurf handelt, der ohne großes Weiterdenken und mit dem Risiko auf Erbkrankheiten oder Gendefekte in die Welt gesetzt wird - aber es kann ja durchaus sein, wenn Du rassereine Hunde besitzt und auch schon Interessenten hast, dass Du (unter Wissensaneignung) auch weiterzüchten willst. icon_wink.gif Deshalb finde ich Deine Frage schon berechtigt.

Ich wollte nur einen Tipp geben: Man kann auch - übergangsweise - dem Rüden eine Spritze geben. So eine chemische Kastration hält ungefähr 6 Monate. Der Beagle-Kumpel meiner Hündin hat eine Spritze bekommen, weil bei ihm eine neue Hündin zu Hause eingezogen ist. Da diese Hündin eine Diensthündin ist und somit der Polizei gehört und nicht dem Herrchen selbst, haben die Halter keinen Einfluss auf die Kastration - da Beagle aber zum Dickwerden neigen, wollten sie die Kastra ihres Rüden erstmal simulieren und haben deshalb auf die Spritze zurückgegriffen. Ich kann nur sagen, dass es ziemlich gut zu wirken scheint - meine Hündin war in der Standhitze und der Beagle hat es nicht mal gemerkt und war null interessiert. icon_mrgreen.gif Das geht auch schon länger als sechs Monate gut. Allerdings nennen wir ihn seitdem "Beagle-Rolle", denn die befürchtete Gewichtszunahme ist auch eingetreten ... icon_lol.gif

Ansonsten ist Chemie auf Dauer sicher nicht so gut. Vielleicht fragst Du Deinen TA, für wen die Spritze sinnvoller und ungefährlicher ist. Vorteil beim Rüden ist sicherlich, dass er dann auch auf fremde läufige Hündinnen nicht mehr reagiert und nicht an Liebeskummer leidet. Außerdem kann man bei der Hündin dann die Entwicklung und die ersten Läufigkeiten beobachten und sehen, ob alles in Ordnung ist - wenn die Hitze gleich hormonell unterdrückt wird, weiß man ja gar nicht, ob sie später überhaupt wieder normal läufig wird und beim Deckakt dann auch aufnimmt. Denke ich mir so. icon_redface.gif

Wer von beiden kastriert wird, ist sicherlich eine Gewissensentscheidung. Die Kastra schützt in gewissem Rahmen vor Gebärmutter- und Gesäugekrebs bei Hündinnen (ob das bei später Kastra noch der Fall ist, weiß ich nicht), man ist die Blutung der Hündin los und kann ganzjährig entspannt spazierengehen. Die Kastra bei der Hündin ist allerdings die größere, gefährlichere und teurere OP.

Die Kastra des Rüden hat neben dem Ausschalten des Geschlechtstriebs und einer eventuellen Verhaltensänderung sicherlich auch Vor- und Nachteile, die ich aber nicht alle kenne. Du solltest Dich ganz einfach über die Kastra bei beiden Geschlechtern genau informieren und dann Deine Entscheidung treffen. Es gibt auch Leute, die eine Kastra aus moralischen Gründen ablehnen (und Männer, die es nicht übers Herz bringen, ihren Rüden kastrieren zu lassen icon_lol.gif) - bei mir wäre so eine Entscheidung immer abhängig von medizinischen und lebenspraktischen Auswirkungen.
Ich denke, mit genügend Hintergrundinformationen ist das auch die vernünftigste Methode, diese Entscheidung zu treffen.
Mit vielen Grüßen,
Minou

PS: Um was für eine Hunderasse handelt es sich denn? Bin neugierig ... icon_wink.gif


» User #15915 schrieb:

Ich hab schon öfters gehört das Hündinen mit der Spritze Probleme bekommen.
Ich kenn auch Hündinen bei denen wird nix gemacht und hinterher gibts ne "Pille danach". Wobei diese Pille angeblich auch ein Krebsrisiko darstellen soll.


Da ich selber ein Pärchen daheim habe, überlege ich auch schon länger was ich machen soll. Ich persönlich tendiere zu einer Vasektomie beim Rüden. Ob meine TÄ da mitmacht weis ich noch nicht.
Ich finde halt, das ein Tier einfach die Hormone braucht. Eine Wesensveränderung ist bei meinem Rüden nicht gewünscht.
Kastration einer Hündin hat halt auch Nebenwirkungen (zB Inkontinenz) und preislich ist man da auch fix mit 250 Euro dabei.

Jürgen


» User #12972 schrieb:

Hallo,
warum Beide...
Naja, Rüden können u. U. bei heißen Hündinnen in der Nachbarschaft sich echt zur Landnervensäge entwickeln und den Nachbar ganz gewaltig auf den Zeiger gehen oder den eigenen Halter.
Sie leiden dann richtig. Können auch u. U. Prostataschwierigkeiten bekommen, mit Blutungen und einem Krebsrisiko.
Hündinnen machen wiederrum Rüden in der Hitze verrückt, man kann darauf gefasst sein, irgendein Rüde aus der Nachbarschaft findet einen Weg.
Dann die gesundheitliche Seite:
Scheinschwangerschaften, Milchdrüsenkrebs, Gebärmuttervereiderungen- bzw. entzündungen.
Scheinschwangerschaften - da leiden wieder die Hündinnen wie Bolle.

Inkontinenz kann bei sehr jungen Hündinnen vorkommen - kann - muss nicht.

Was Dein Wunsch nach einmal Welpen betrifft, wenn man schon Interessenten hat, einfach mal so, aus dem Stand heraus.
So möchte ich das Wort "züchten" diesbezüglich herausnehmen.
Und mich in Schweigen üben.
grummel***
Ansonsten Minou hat sehr gut geschrieben.(bitte wörtlich nehmen)Selbst den Punkt mit den Männer und den Rüden. schluck***
Aber Mann braucht ja nicht dabei zu sein. Hurra!grins***
Gruß eggi


» User #13047 schrieb:

Hallo,
meine Hündin vor Ronja war als ich sie bekam gerade am absetzen.Da sie mit ihrem knappen Jahr also schon Welpen hatte,ließ ich sie kastrieren,denn weitere Schwangerschaften wollten wir ihr nicht zumuten.
Die Vorbesitzer waren da zu blauäugig gewesen und rechneten einfach nicht mit der Gewitztheit von läufigen Hündinnen icon_razz.gif
Trixie tröpfelte zeitweilig,aber da es nicht immer war beließen wir es ohne Medikamente.

Als wir nun Ronja bekamen legten wir Geld beiseite,im festen Willen sie kastrieren zu lassen.
Mittelerweile war sie zweimal läfig und gerade qaktuell am Beginn der Läufigkeit,also noch ohne sichtbare Hinweise darauf.
Die Meinungen hier im Forum und auch von unserem Tierarzt gingen dermaßen weit auseinander,daß wir sie immer noch nicht kastriert haben.
Viele Rüden in der NAchbarschaft schnuppern zwar,aber sind entweder kastriert oder über das Alter hinaus um auf Ronja hochklettern zu wollen.
Mittlerweile sind aber in unserer Kleinstadt extrem viele neue Hunde unterwegs,und von daher müssen wir noch besser achten,wer unsere Gassirunde kreuzt.
Solange unser Wuffel sich aufs Hinterteil setzt,gehts ja noch.Die Woche,auf die es ankommt steht uns mal wieder bevor,und auch ich fange fremde Rüden quasi ab,bevor sie zur Sache kommen könnten.
Ronja folgt gut,und selbst in der besagten Zeitspanne ging es mit dem Absetzen.
Was wir zukünftig tun,keine Ahnung...angeblich solls nach der ersten Hitze egal sein ob sie nun kastriert wird oder nicht,die Risiken einer Erkrankung wären nun eh gleich ob oder ob nicht.
Klar denkt man oft,ich laß sie operieren,daß mach ich nimmer mit,aber wenn es doch so gut klappt mit dem Aufpassen?
Ein Eingriff nur weils für uns bequemer wäre?

LG Ute


» User #3675 schrieb:

Trixie hat folgendes geschrieben::
Die Meinungen hier im Forum und auch von unserem Tierarzt gingen dermaßen weit auseinander,daß wir sie immer noch nicht kastriert haben.

Hallo Ute,
siehst Du, genau so ginge es mir auch. Die Kastra hat dermaßen viele Vor- aber eben auch Nachteile, dass es doch eigentlich kaum zu überblicken ist ... Ich bin ebenfalls hin- und hergerissen, ob ich eine eigene Hündin kastrieren lassen würde oder nicht - denke aber andererseits auch immer, meine Gina wird ein kürzeres Leben haben, weil sie nicht kastriert ist ... icon_redface.gif Ist Quatsch, oder? Ich meine, ob nun eine unkastrierte Hündin mit 7 Jahren an Gebärmutterkrebs stirbt - oder eine frühkastrierte Hündin mit 7 Jahren an Knochenkrebs stirbt (Frühkastra soll Osteosarkome begünstigen, las ich im Internet icon_confused.gif ), ist wohl kein großer Unterschied ... icon_sad.gif Und mit dem Aufpassen klappt es bei uns ganz gut, Gina hängt sowieso wie eine Klette an mir, und alles, was in zwei Metern Entfernung von mir passiert, kann ich noch gut und früh genug verhindern. icon_wink.gif

Trixie hat folgendes geschrieben::

Viele Rüden in der Nachbarschaft schnuppern zwar,aber sind [...] über das Alter hinaus, um auf Ronja hochklettern zu wollen.

Das allerdings ist uns noch nie passiert, dass ein Rüde zu alt war, um Interesse zu haben. icon_eek.gif Gina bringt auch gut 15-jährige Westies mit schwerer Arthrose (!) noch auf Touren. icon_mrgreen.gif Bei dieser Begegnung hatte ich Angst, der Kleine bricht sich die Hüfte, so eifrig versucht er, auf Gina zu klettern. Kam aber nur bis zu ihren Oberschenkeln. icon_lol.gif

Eggi hat folgendes geschrieben::
Was Dein Wunsch nach einmal Welpen betrifft, wenn man schon Interessenten hat, einfach mal so, aus dem Stand heraus. So möchte ich das Wort "züchten" diesbezüglich herausnehmen.
Und mich in Schweigen üben. *grummel***

Eggi, Du weißt ja, hier vertreten wir die gleiche Meinung. Aber - mal ganz unabhängig von der Threadstarterin - frage ich auch mal so ganz ernsthaft: Wie fängt man denn mit dem Züchten an, wenn nicht so? Mal angenommen, es sind zwei rassereine Tiere da, und mal angenommen, man ist im Verein, lässt seine Tiere auf Erbkrankheiten untersuchen und geht auf Ausstellungen, um sich die Zuchttauglichkeit bestätigen zu lassen. Dann muss man sich ja trotzdem noch die Theorie erarbeiten (Seminare? Mitzüchter? Bücher?), aber dann darf man doch schon einen Wurf planen, oder nicht? Wie gesagt, das ist keine provokative Frage. Nur wenn wir immer so gegen den ersten Wurf sind, wie dann?Züchter fallen ja nicht vom Himmel und sind einfach da ... cats_unsure.gif Mir ist einfach unklar, wie man sonst an den Status des Züchters kommen sollte. Die meisten sind doch auch erst auf diesen Gedanken gekommen, als sie die entsprechenden Hunde schon hatten ...
Viele Grüße,
Minou


» User #12972 schrieb:

Hallo,
wie man anfängt zu züchten?
Nun ja, jedenfalls nicht:
Oh toll ich habe eine tolle Hündin und Interessenten und nun mal los.

So einfach ist es nicht. Es ist komplex.
Ein gewisse Grundkenntnis über Genetik, Erbkrankheiten und Rassestandart muss da sein. Man muss wissen auf man achten muss - ums mal ganz banal und salop darzustellen.

Man muss es konstruktiv durchdenken.
Einen Plan haben. Was will ich, wohin führt es und welche Konsquenzen hat das für die Welpen?
Was werden sie an Erbgut in sich haben?
Farbgebung und ihre Konsequenzen usw...

Dann ein gewisses kleines finanzieller Aspekt, die Voruntersuchungen vor, während und nach der Schwangerschaft der Hündin, die ärztliche Versorgung der Welpen und man muss erkennen, welcher Welpe welche Schwächen und welche Stärken hat.
Damit jeder Interessent seinen "Wunschwelpen" erhalten kann.
Und vor allem eine gute Menschenkenntnis, im Zweifelsfall vertragliche Aspekte zum Schutz des Welpen einbauen.
Und hier muss ich auch etwas von Verträgen verstehen.
Was ist möglich und was nicht!
Und die Deckkosten für den Rüdenbesitzer.

Klar, jeder hat mal klein angefangen, aber erster Linie muss man sich auf den Hosenboden setzen, darüber lesen, sich bei seriösen Züchtern den entsprechenden Deckrüden "organisieren".

Und dann mit einem gewissen Grundwissen und einer absolut gesunden Hündin kann man anfangen.
Und baut sich seine seriöse Zucht langsam mit Bedacht auf.
Kauft evtl. noch eine Zuchthündin dazu oder behält einen weiblichen Welpen oder, oder, oder...

Klar die Zuchttauglichkeit erhält man über die entsprechenden Ausstellungen mit unseren lieben "Richtern" - zwinker***
Aber auch das ist nicht billig.

Mischlingshunde sind auch toll, aber auch diese können u. U. Erbgut in sich tragen, welches zum Nachtteil für die Welpen sein kann.

Jedenfalls nicht Hoppladietop. Ein kleinwenig sollte man sich wirklich damit beschäftigen.

Selbst, wenn ein "Unfall" mal passieren sollte, kann man zwar gesundheitliche Schäden nicht mehr kontrollieren oder ausschließen, aber man kann wenigstens dann dafür Sorge tragen, dass diese Welpen in gute Hände (Schutzvertrag) gegeben werden.
Die Mutter die Schwangerschaft gut übersteht und die gesundheitliche Seite der Welpen bedenkt, sprich kontrollieren lässt.

Aber spätens nach dem der letzte Welpe sein neues zu Hause gefunden hat, sollte man dann seine Hündin kastrieren lassen.

So denke ich aber über jegliche Zucht. Und das war auch der Grund warum ich nicht mehr züchte.
Gute Vorsätze, gute Grundsätze verlieren sich schon mal. Alles ist nur so gut, wie der Mensch, der dahinter steckt und da gingen doch einige Meinungen total auseinander.
Mehr möchte ich hierzu auch nicht schreiben, sonst verliert sich der eigentliche Grundgedanke.
Grüße eggi