Haustiere

Welpe und alleine bleiben

» User #15915 schrieb:

Hallo,

einer meiner beiden Welpen hat Probleme mit dem allein bleiben.
Der "Problem"-Welpe ist ein 13wöchiger Dänisch/Schwedischer Hofhund Rüde.
Wenn er zB in der Autobox ist (ist ne grosse Box wo ich beide Welpen zusammen drinnen habe) und ich nehme die Labi -Dame mal raus, dann fängt er gleich wahnsinnig zum Bellen an. Manchmal ist er gnädig und fängt erst an wenn ich mich mit dem anderen Welpen einige Meter vom Wagen entferne.
Wenn er draussen ist, und die 14wöchige Labi-Dame im Wagen bleibt, so ist diese ruhig, bzw winselt mal dezent.

Anderes Beispiel: Beide Welpen im Wagen und ich entferne mich vom Auto. Manchmal ist der Welpe ruhig, und zB am nächsten Tag beginnt ein gebelle sobald ich mich umdrehe. Der kleine bellt solange wie ich in Sichtweite bin. Sein Rekord liegt bei etwa 1 Stunde bellen... Wenn ich mich wieder dem Wagen nähere ist er normalerweise sofort wieder ruhig.
Die Labi -Dame ist es relativ egal und schläft einfach weiter bzw schaut aus der Box aber bleibt ruhig.

Anderes Beispiel: Paketdienst o.ä. kommt und ich sperre die beiden Hunde schnell in einen Raum. Der kleine fängt nach spätestens ner Minute mit Bellen und an der Tür kratzen an. Die Hündin verhält sich ruhig.

Hat jemand eine Idee wie ich den kleinen ruhiger bekomme?
Vielen Dank schon mal,

Jürgen


» User #12972 schrieb:

Hallo Jürgen,
willkommen im Forum!

Alleinebleiben muss kontinuierlich aufgebaut werden.
Bei Welpen ist das immer so ne Sache, die einen juckt es nicht, der andere dreht vollkommen ab.

Man beginnt mit kleinen Übungseinheiten.
Das sieht ungefähr so aus:

Man nimmt seine Jacke, die Schlüssel, zieht seine Schuhe an und geht einfach raus.
In diesen Momenten beachtet man den Hund auch nicht.
Man "verabschiedet" sich nicht, sondern man geht einfach - ohne großes TAMTAM.
Bleibt ca. 5 Minuten wech, kommt wieder, zieht die Schuhe aus, die Jacke und auch hier gilt der Grundsatz: Isch habe keinen Hund.

Alles andere bestätigt nur sein Tun, er lernt, ich führe mich auf und bekomme die volle Dröhnung Aufmerksamkeit.

Frage:
Wieso muss der Kleine alleine in der Box sitzen, wenn Du mit der kleinen Hündin weg gehst?
In diesem Alter ist das nicht wirklich gut, denn ihr seit sein kleines Rudel. Bleib doch in Sichtweite und wenn dies nicht geht, dann nimm ihn mit.
Auch das muss langsam aufgebaut werden.

Wenn es notwendig ist, ganz schnell mal an die Haustür zu gehen und Du sperrst sie weg, auch hier wird sein Tun ignoriert.
Hundchens in den anderen Raum, warum auch immer, Tür zu, Paketdienst abwickeln, Tür auf.
Nichts sagen, nichts tun...


Wie reagierst Du eigentlich, wenn er am Bellen ist?
Und wieso müssen die Welpen ca. 1 Stunde in der Box sein?
Hab ich hier irgendwas missverstanden?

Ich hatte 2 Doggenwelpen und hab diese nie länger als Minuten in den Transportbox gelassen. Alles muss kontinuierlich aufgebaut werden, alles andere ist kontraproduktiv.

Gruß eggi


» User #15915 schrieb:

eggi hat folgendes geschrieben::

Alleinebleiben muss kontinuierlich aufgebaut werden.
Bei Welpen ist das immer so ne Sache, die einen juckt es nicht, der andere dreht vollkommen ab.

Davon habe ich hier wohl 2 sehr gute Beispiele

eggi hat folgendes geschrieben::

Man nimmt seine Jacke, die Schlüssel, zieht seine Schuhe an und geht einfach raus.
In diesen Momenten beachtet man den Hund auch nicht.
Man "verabschiedet" sich nicht, sondern man geht einfach - ohne großes TAMTAM.
Bleibt ca. 5 Minuten wech, kommt wieder, zieht die Schuhe aus, die Jacke und auch hier gilt der Grundsatz: Isch habe keinen Hund.

Da brauche ich nur von der Tür zum Auto (knapp 20 Meter) gehen und hör den kleinen schon im Hintergrund.

eggi hat folgendes geschrieben::

Frage:
Wieso muss der Kleine alleine in der Box sitzen, wenn Du mit der kleinen Hündin weg gehst?

Wenn ich zB unterwegs bin und auf einem Rastplatz halte, dann ist es manchmal etwas stressfreier die beiden kurz einzeln rauszulassen. In Sichtweite bin ich dann immer. Ausserdem kann sich dann jeder der beiden mal kurz als Einzelhund fühlen, was ja auch mal wichtig ist.

eggi hat folgendes geschrieben::

Wie reagierst Du eigentlich, wenn er am Bellen ist?
Und wieso müssen die Welpen ca. 1 Stunde in der Box sein?
Hab ich hier irgendwas missverstanden?

Ich versuch das Bellen dann zu ignorieren. Wenn es im Auto erfolgt wird es komplett ignoriert.
Daheim kann es schon mal sein das ich plötzlich die Tür aufreisse und wieder zuknalle. Dann nochmal Tür auf wenn er ruhig ist und loben. Leider klappt das nicht oft, da er normalerweise schon ruhiger wird, sobald er merkt das ich mich ihm nähere...

Ich nehm die beiden wenn möglich immer mit. Wenn ich mal kurz beim Arzt drinnen bin, können die schlecht mit. Also sind die in der Box. Manche Geschäfte sind halt auch mal 40 Minuten entfernt. Also bleiben die dann nicht allein daheim, sondern werden mitgenommen. Ich habe eine grosse Gitterbox im Kofferraum wo die genügend Platz zum Schlafen und Toben haben

eggi hat folgendes geschrieben::

Ich hatte 2 Doggenwelpen und hab diese nie länger als Minuten in den Transportbox gelassen. Alles muss kontinuierlich aufgebaut werden, alles andere ist kontraproduktiv.

Die Hündin hatte mit der Box von Anfang an keine Probleme. Der war es egal ob sie in ner Katzenbox ist (mit 8 Wochen passte die da prima rein) oder ob es in der grossen Box ist.
Wenn ich zB eine Katzenbox offen in der Wohnung stehen lasse, dann liegt sich der kleine manchmal schon zum Schlafen rein, aber im Auto hat er ein Problem.

Manchmal kommt der kleine auch mal mit mir ins Bad wenn er fix genug ist. Mach ich die Tür zu, dann wird er sehr schnell unruhig. Kaum ist die Tür offen geht er kurz raus, kommt wieder rein und ist komplett entspannt. Mein Bad ist nun wirklich nicht klein und hat doch eine qm

Manchmal probiere ich es auch, das ich ihn mit Leckerchen oder Kauknochen ablenke wenn ich kurz den Müll rausbringe, damit er nicht gleich merkt das ich weg bin. Das wirkt aber auch nicht immer.

Jürgen


» User #12972 schrieb:

Hallo,
ja, dann geh zum Auto, warte eine Weile und dann geh wieder in die Wohnung. Das ist das Training. Dies muss man eben mehrmals täglich und kontinuierlich zu verschiedenen Zeiten mal tun.
Bis er es verinnerlicht hat.
Auf sein Bellen und evtl. Begrüßungsritual - falls er eins hat - geht man darauf nicht ein.
Er ist erst 13 Wochen, also praktisch noch ein Babyhund.
Da braucht man eben Geduld und Zeit.

Das mit den Türen klatschen ist sinnlos. Klar ist für einen Moment Ruhe, da er sich erschreckt. Aber Sinn soll ja nicht das Erschrecken sein, sondern er soll lernen, dass es die normalste Sache der Welt ist, dass Du mal ne Tür zu machst und er nicht weiß, was Du treibst oder ob Du gleich wieder kommst.
Das einzige was Du damit bewirkst, ist das die Tür irgendwann einen Schaden hat oder evtl., das Dir Deine Nachbarn aufs Dach steigen.

Das mit der Box würde ich auch anders händeln.
Ich würde ihn zu verschiedenen Zeiten einfach mal nur in die Box tun, nicht weg fahren, sondern nur rein tun.
Die 1. Steigerungsstufe wäre dann den Motor laufen zu lassen und die 2. Steigerungsstufe ein paar Meterchen fahren.

Verhält er sich so, wie Du dies Dir in dieser Situation wünscht, bekommt er klar eine Belobigung.
Leckerchens oder Streicheleinheiten.

Das Training muss intensiv sein - aber darf den Lauser auch nicht überfordern. Es liegt jetzt an Dir, ob Du die notwendige Geduld aufbringen kannst und ihm die Zeit geben kannst, die er braucht.

Meine 2 Doggen waren auch total unterschiedlich. Tom war sehr selbstbewußt, ein toller Rüde.
Fibie, nun ja, sie war genau das Gegenteil und so unterschiedlich wie die Beiden waren, so unterschiedlich war das Training. Zwar mit dem selben Ziel aber ich stellte mich auf die Besonderheiten der Lauser ein, was nicht immer leicht war.
Hier ist wirklich Geduld gefragt und auch das wirkliche HINSCHAUEN. Wann welche Maßnahme ergriffen werden muss.
Nicht leicht, aber das weiß man ja im Vorfeld, wenn man gleichzeitig 2 Welpen aufzieht.

Welpenspielstunde empfehle ich noch.
Viele, die 2 Hunde haben, glauben dies nicht nötig zu haben, da die Hunde ja von ihrem anderen Parnter lernen können. Dies ist aber falsch. Eine gute Sozialisierung sieht anders aus, und zwar viele fremde kleine Hunde...(nur mal so als Gedankenanstoß)
Gruß eggi


» User #15915 schrieb:

Danke für die vielen Antworten.
Das Box -Problem ist (fast) kein Problem mehr.
Nur das allein bleiben in der Wohnung will noch net so. Wenn er nur mit dem Kater allein in der Wohnung ist bellt er und wenn der andere Hund auch noch dabei ist bellt er auch (meiner Meinung dann aber weniger, bzw nicht nonstop). Aber das ist von Tag zu Tag auch verschieden.
Das krieg ich aber sicher auch noch in den Griff.

Jürgen