Haustiere

Ein eigener Hund, ja oder nein?

» User #19301 schrieb:

Hallo ich bin neu in diesem forum. ich habe mich hier angemeldet um von euch ratschläge und hilfe zu bekommen.

habe einen kleinen sohn (5) und wohne in einer 3 zimmerwohnung, mit 2 Meerschweinchen zusammen. leider habe ich keine ahnung von hundehaltung etc. aber ich liebe tiere und denke nuun nach mir einen hund anzuschaffen.

was bräuchste ich als ausstattung?

mein hund sollte nicht den ganzen tag bellen, da ich arbeiten bin tagsüber muss mein hund alleine bleiben.

was ratet ihr mir?

ich danke euch im voraus.


» User #3675 schrieb:

Hallo Stefanie,
herzlich willkommen hier und schön, dass Du Dich vor der Anschaffung eines Hundes informieren willst.
Bevor Du nach der Ausstattung fragst, solltest Du Dir aber ganz dringend Gedanken über ganz andere Dinge machen - zum Wohl des Hundes. icon_wink.gif

1. Du arbeitest. Wie lange bist Du außer Haus? Ideal wären max. 5-6 Stunden, 7-8 Stunden wären (Wenn man die restliche Zeit des Tages mit dem Hund verbringt) für mich auch noch vertretbar (kommt auch auf den Hund und dessen Ansprüche an). ABER: Mal angenommen, Du hast einen 8-Stunden-Job, kannst mittags nicht nach Hause und musst nach der Arbeit a) Deinen Sohn abholen, b) einkaufen fahren, ... etc. Dann werden aus 8 Stunden ganz schnell 10 Stunden und das ist definitiv zu viel.

2. Sichere Dich ab, dass niemand bei Euch (weder Du noch Dein Sohn) eine Allergie gegen Hunde hat. Den Hund aus so einem Grund wieder abgeben zu müssen, wäre für Dich als Erwachsener schon schwer genug, ganz zu schweigen von der schlechten Erfahrung für den Hund. Aber sollte so etwas nötig sein (z.B. durch unüberlegte Anschaffung), würde es besonders Deinem Sohn in seinem Alter das Herz brechen ... icon_confused.gif Deswegen: Vorher sichergehen!

3. Du bist allein mit Sohn? Überlege Dir, ob Du wirklich genug Zeit für einen Hund hast! Du musst täglich mindestens dreimal mit dem Hund raus und solltest einmal am Tag auch eine Stunde am Stück gehen. Außerdem kommen da ja noch Haushalt, Dein Sohn, ... Überlege Dir vorher, was Du machst, wenn der Sohn krank wird (und Du ihn nicht alleinlassen kannst), wenn Du selbst krank wirst und nicht raus kannst ... (Ich bin seit 25 Jahren hundeverrückt, habe aber aus GENAU diesem Grund, dass ich alleinverantwortlich wäre, immer noch keinen eigenen Hund. icon_cry.gif )
Sinnvoll wäre, sich vorher jemanden zu suchen, eine Art "Notnagel" (Hundesitter, Freunde, Bekannte), damit Du schon weißt, dass der Hund gut untergebracht wäre, wenn Du mal Not am Mann hast.

4. Was für ein Hund soll es sein? Welpe? Älterer Hund? Züchter? TH? Groß? Klein? Ich empfehle eine Größe, die auch Dein Sohn mal an der Leine halten kann (im seinem Alter natürlich nur in Deiner Anwesenheit icon_wink.gif), denn das wird er sofort wollen. Also ein kleinerer Hund.

5. Du hast selbst zugegeben, keine Ahnung von Hunden zu haben. Du solltest dann eine Hundeschule besuchen, viel über Hundeerziehung lesen und hier im Forum bleiben icon_mrgreen.gif, um Dir von überall her Rat zu holen. Auch Erziehung kostet jede Menge ZEIT. Ein Hund "funktioniert" ja nicht einfach, das Trainieren an einem einzigen Problem kann sich über Monate hinziehen. Auch dazu musst Du bereit sein.

Wenn Du alle diese Aspekte bedacht hast und uns gesagt hast, welche Art Hund Dir so vorschwebt, dann geht es erst an die Ausstattung. Sorry, ich will Dir nichts miesmachen, aber Anregungen geben, damit es ein Hund auch gut hat. Und damit Du nicht hinterher sagst: "Daran habe ich gar nicht gedacht." oder "Das hat mir niemand gesagt." Das wäre ganz traurig für den Wuffel.
Viele Grüße vorerst,
Minou

PS: Cool wäre in Deiner Situation auch: Ein kleinerer Hund, der während Deiner Arbeitszeit bei einem Rentnerpaar "gesittet" wird. Kleine Hunde können auch von älteren Menschen gut gehalten werden, Du würdest die Kosten tragen, Hund wäre nicht allein und gut versorgt und die Rentner hätten Freude an dem Tier, ohne dass sie allzu großen Aufwand hätten - und blieben sportlich mobil, weil sie ja spazierengehen müssen. Das wäre zu überlegen. icon_wink.gif

PPS: In Anbetracht Eurer Schweine - ein Hund sollte keinen Jagdtrieb haben. Sei denn, Dein Sohn wäre bereit, die Schweine gegen den Hund ... nun ja ... einzutauschen ... icon_mrgreen.gif


» User #19301 schrieb:

ich wusste gar nicht das ich einen hund noch so viel erziehen muss? aber dasist machtbar oder? im moment bringe ich meinen sohn halb 8 in die kita. da würde ich den hund mitnehmen und halb 9 fahre ich zur arbeit und 15 uhr habe ich schluss. wenn ich meinen sohn abholen muss ( zufuiss) kann ich den hund ja mit nehmen. wir sind eh immer auf dem spielplatz.

ich könnte früh mit dem hund raus,( ca gegen 7 Uhr bis 8 Uhr) und dann wieder um 15 uhr-16 Uhr. und halb 7 abends kann ich auch noch mal mit ihm raus.

ja es sollte ein kleinerer süsser hund sein.

unsere wohnung beträgt 76qm² ist doch ok für ein hund oder?

ja eine freundin will auch hund haben und die nimmt meinem im notfall.

freitag bin ich sogar 13 uhr zuhause. und wochenende sowieso.

allerdings habe ich ausleghbware zu hause. ich hoffe er macht da nicht sein geschäft icon_sad.gif

was für rassen empfehlt ihr mir denn =

aber bitte keinen zu kleinen hund.


» User #13047 schrieb:

Ich empfehle dir,dich hier im Forum eingehend zu informieren was auf euch zukommt.Gibt genügend entsprechende Unterforen zu dem Thema Anschaffung eines Hundes.

http://forum.yellopet.de/viewtopic.php?t=15419


Und auf dem Spielplatz sind Hunde nicht erlaubt,und das ist auch gut so,oder magst du deinem Kind die Hundeknödel aus den Fingern kratzen beim spielen im Sand?
Solange es Hunde gibt,gibts auch leider immer wieder schwarze Schafe unter den Haltern,die sich um Kotsammeln und entsorgen drücken.

Und ob der zukünfige Hund auf den Teppich pieslet und wie oft,kann dir kein Mensch vorhersagen,aber es soll vorkommen icon_biggrin.gif

LG


» User #12393 schrieb:

Hallo Steffanie

Zitat:
und halb 7 abends kann ich auch noch mal mit ihm raus.

Das macht mich ein wenig stutzig. Ich hab zwar keinen eigenen Hund, aber wir haben ab und zu den Hund einer Bekannten übers Wochenende hier und die muss Abends spät (also so ganz grob um 22Uhr) auf jeden Fall nochmal raus. Meinst du mit deiner Aussage, dass halb sieben die späteste Uhrzeit wäre, um die du mit deinem Hund noch raus kannst?

Hm, ich würde mich an deiner Stelle ehrlich gesagt auf keine Rasse festlegen, sondern individuell entscheiden, wenn du einen Hund gefunden hast(Tierheim, Zeitungsannoce, Züchter)und ihn kennenlernst, ob er vom Wesen her für dich geeignet scheint. Weil es auch innherhalb einer Rasse mordsmäßige Unterschiede gibt, was das Verhalten/Temperament etc. angeht. Und ich denke, dass ein erwachsener Hund besser für dich geeignet wäre, aufgrund der mangelnden Erfahrung mit Hunden. Bei einem Welpen kann man eben doch sehr viel falsch machen, ein erwachsener Hund mit einem gefestigten Charakter verzeiht einem kleinere Fehler denke ich eher.

Grüße
Binchen86


» User #3675 schrieb:

Hallo Steffanie,
der Tagesablauf wäre schon so in Ordnung, denke ich - wenn der Hund es nicht anders gewöhnt ist und nicht allzu anspruchsvoll ist, sollten 7 Stunden wohl gehen. Auch die Wohnungsgröße finde ich gut und groß genug.

Steffanie hat folgendes geschrieben::
ich wusste gar nicht das ich einen hund noch so viel erziehen muss? aber dasist machtbar oder?

Na ja, ein Hund ist halt wie ein Kind. Der Vorteil eines Hundes: Kinder verlangen irgendwann nach logischen Begründungen, WARUM etwas erlaubt oder verboten ist. Ein Hund fügt sich (im Idealfall) einfach. Nachteil eines Hundes: Ein Hund wird nie lernen, "nachzudenken". Ein Kind kann irgendwann allein nachvollziehen, warum man gewisse Dinge lieber lassen sollte. Bei einem Hund musst Du ein Verbot so festigen, dass es länger hält - und wenn es nicht mehr befolgt wird, musst Du es neu einüben.

Wieviel Erziehung ein Hund benötigt, hängt von drei Faktoren ab:
1. Intelligenz und Charakter (!) des Hundes (Rasse, Alter)
2. Effektivität Deiner Erziehung (Je mehr Fehler Du machst, desto weniger gehorcht Dein Hund icon_wink.gif)
3. Vorgeschichte des Hundes (Was hat er vorher erlebt, wie wurde er erzogen, ...)

Es KANN sein, dass Du schon einen super erzogenen, netten, tollen Hund bekommst, der sich gut unterordnen kann und "zufällig" immer alles richtig macht bzw. neue Regeln schnell kapiert und auch akzeptiert. Es KANN auch sein, dass Du einen Hund bekommst, der noch nie erzogen wurde oder der extrem stur ist und seinen Kopf durchsetzen will oder der dominant ist und gern mal die Führung hätte oder der die geltenden Regeln besonders oft erklärt haben möchte oder der einfach "Macken" hat, bedingt durch Fehler der Vorbesitzer, etc. (Auch der kann trotzdem natürlich nett und toll sein icon_wink.gif)

Steffanie hat folgendes geschrieben::

was für rassen empfehlt ihr mir denn = aber bitte keinen zu kleinen Hund.

Woher willst Du denn einen Hund nehmen und was verstehst Du unter "nicht zu klein"?

Anschaffung: Von einem Welpen würde ich Dir abraten, es sei denn, Du kannst Deinen gesamten Jahresurlaub am Stück nehmen und hast die Nerven, neben einem fünfjährigen Sohn noch einen Junghund zu erziehen. Die ersten zwei Jahre sind schon stressig, da steckt auch jeder Hund voller Power. Entweder Du suchst einen erwachsenen Hund aus privater (guter!) Hand oder Du entscheidest Dich für einen TH-Hund. Beim Tierheim gibt es noch den Einwand, dass man vielleicht mit Kindern keinen Hund nehmen sollte, dessen Vorgeschichte unbekannt ist. Erstens sowieso nicht für Hundeanfänger und zweitens zur Sicherheit Deines Sohnes. Hunde, die Kinder nicht kennen oder mit ihnen schlechte Erfahrungen gemacht haben (Das weiß man ja manchmal nicht), könnten unangenehm reagieren. Aber kompetente TH-Mitarbeiter können Dich sicher diesbezüglich beraten.

Rassen: Rassen sind immer Geschmackssache. Im TH wirst Du sicherlich sowieso eher Mischlinge finden, was aber nicht tragisch ist, weil sie ihre Rassemerkmale ja trotzdem manchmal recht deutlich zeigen. Aber Hunderassen gibt es über 400, also müsstest Du erstmal schreiben, was Dir so vorschwebt. Welche Rasse gefällt Dir? Langes Fell, kurzes Fell, glatthaarig, lockig, rauhhaarig? Wie groß? Alle Foris hier haben so unterschiedliche Geschmäcker, dass es uns, glaube ich, leichter fällt, Dir gezielt zu einzelnen Rassen was zu sagen, als Dir pauschal etwas zu empfehlen. Welche Art Hund magst Du denn gern? Und Dein Sohn?

Teppichboden: Ist sicherlich weniger ein Problem. Stubenrein sollte jeder erwachsene Hund sein und dann macht er Dir (im Idealfall) auch nicht rein. Wie Trixie schon sagt: Kann vorkommen. icon_mrgreen.gif Unglücksfälle können natürlich auch passieren (Übelkeit, Durchfall), aber damit muss man bei jedem Tier und auch bei Menschen (speziell auch Kindern) rechnen. Damit hast Du sicherlich Erfahrung.

Soweit erstmal,
viele Grüße,
Minou

PS: Ja, auf Spielplätzen sind Hunde verboten. Aber während Dein Sohn spielt, kannst Du Dich sicher auch am Rand auf der Wiese mit dem Hund beschäftigen. Oder Ihr geht eben alle lieber ins Feld / in den Wald. Spielen kann Dein Sohn auch in freier Natur. Verlangt sowieso viel mehr Kreativität, ist aber auch gefährlicher. icon_wink.gif

PPS auf Binchens Beitrag: Gebe ihr recht in punkto Auswahl des Hundes. Nur sollte man vermutlich gerade als Anfänger ohne viel Ahnung dann auch aufpassen, einen unkomplizierten, gut erzogenen und gut sozialisierten erwachsenen Hund zu nehmen. Viel schlimmer als Welpenerziehung wäre nämlich ein erwachsener Problemhund, bei dem man erst mühsam Unarten ausräumen muss und dann nicht weiß, wie und wo man anfängt. icon_confused.gif

Abendliches Gassi: Binchen, ich glaube, das kommt ganz auf den individuellen Tagesablauf von Hund und Halter an. Mein Patendackel geht auch abends um 19 Uhr das letzte Mal und hält dann bis 7 oder 8 Uhr morgens gut aus. Ich selbst (als aktive Nachteule icon_redface.gif) würde eine größere Runde abends zwischen 18-20 Uhr gehen und zumindest um 23 Uhr vor dem Schlafen nochmal zum Pipi raus (nur 10 min). Dafür würde ich aber morgens lieber länger schlafen icon_mrgreen.gif (wenn Hund mich ließe und wenn beruflich möglich).


» User #14048 schrieb:

Hallo!

Ich kann mich meinen VorrednerInnen nur anschließen. Selten läuft ein Hund einfach in der Familie mit.
Man muss schon Zeit und Nerven investieren und das immer wieder.

V.a. das Thema Hund und Kinder möchte ich ansprechen:
Hunde und Kinder, das stellen wir uns immer sehr romantisch und toll vor. Aber ein Hund kann mit einem Kind fürs erste nichts anfangen. Kinder sind spontan, laut und erdrücken Hunde gerne vor Liebe. Ein Hund muss lernen mit einem Kind umzugehen. Sie als Welpen zu sehen und sie trotzdem nicht wie einen Welpen zu behandeln. Kinder versuchen mit dem Hund anzuschaffen; wenn ein Welpe dies tut, wird es entweder ignoriert (passt auch fürs Kind) oder der Kleine wird in scheine Schranken gewiesen, notfalls mit den Zähnen. Und das passt für ein Kind wiederum nicht.
Mit Kindern und Hunden ist daher Vorsicht geboten und auch von Seiten des Kindes viel Verständnis nötig. Ein erwachsener Hund der keine Kinder kennt wird sich damit schwer tun. Ein Welpe wächst ans eigene Kind eher heran.
Wenn schon ein erwachsener Hund, dann auch einer der mit Kindern positives verbindet.
Außerdem müssen die Kinder lernen, dem Hund auch seine Ruhe zu lassen, z.B. wenn er ins Körbchen geht.
Vorsicht: Viele Leute sagen, der Hund mag eh Kinder, der tut ihnen schon nix. Aber sie wissen es nicht wirklich weil es bis jetzt eben nix gegeben hat, aber das heißt nicht, dass der Brand nicht unterschwellig glimmt.
Die meisten Unfälle mit Hunden passieren mit Kindern.
Ich kenne einige gute Kinder-Hund-Beispiele (allerdings kam Hund immer als Welpe zur Familie) und ich kenne einige Kinder-Hund-Problemfälle, mit Körperverletzung, Polizei, Anzeige. Aber nicht, weil der Hund generll gefährlich ist oder weil die Leute ihre Hunde nicht gut erzogen haben, sondern weil Hunde und Kinder unterschiedliche Sprachen sprechen und nicht jeder Hund bereit ist die Sprache der Kinder zu lernen, bzw. auch nicht die Gelegenheit hatte, die Sprache zu lernen, aber weil fremde Kinder immer meinen, jeder Hund sei ein Teddybär.

Und auch nicht jedes Kind ist reif, für einen Hund, für die Bedürfnisse usw. Kinder müssen auch mal von einem Hund ablassen können.

Bitte denk auch über diesen Punkt nach. Es gibt bestimmt gewisse Rassen, die kinderfreundlicher sind, aber auch immer wieder große Unterschiede innerhalb der Rasse. Bei Mischlingen weiß man meist sowieso nicht so genau woran man ist. Wenn du dir einen Hund aussuchst, wäre es von Vorteil jemanden mit wirklicher Ahnung (*** gibt es viele) mitzunehmen. Z.B. jemanden von der Hundeschule in die die später mit dem Hund gehen willst ...
Überleg dir klar, welche Eigenschaften der Hund haben soll und sprich diese auch aus.
Lass dir Zeit.

Lieben Gruß
Squalaw