Haustiere

Auslaufregel für Welpen & HD-Vorbeugung

» User #3675 schrieb:

Hallo zusammen,
mal eine Frage an alle, nur aus Interesse ... Ich habe ja eine Freundin, deren Hündin ich zusammen als Welpe mit ausgesucht habe. Nun ist die Hündin 15 Monate alt, entwickelt sich super - was mir immer wieder zu denken gibt, sind die unterschiedlichen Meinungen, die meine Freundin und ich in punkto Hundehaltung und -erziehung vertreten. (Wir verstehen uns aber trotzdem sonst super. icon_wink.gif)

Sie versteht viel von Hunden, erzieht ihre Hündin gut und macht viel mit ihr (Nasenarbeit, Obedience, Apportierkurse, ...). Die Hündin ist ein Mix aus Labbi und Flat Coated Retriever - eine hochexplosive Mischung, wie wir beide finden. Aktiv, fast überaktiv, extrem intelligent und eifrig, will ständig gefordert werden. Kopfmäßig ist sie schon reichlich ausgelastet, sie macht zwar immer den Eindruck, sie könnte noch viel mehr "arbeiten" - aber mehr als zwei Kurse pro Woche, wer schafft das schon als berufstätiger Mensch? icon_rolleyes.gif

Jedoch habe ich manchmal den Eindruck, dass die Hündin auch körperlich nicht so ausgelastet ist, wie sie sein könnte. Ihr Frauchen ist sehr, sehr vorsichtig, was HD angeht - überhaupt sehr vorsichtig mit allem in Erziehung und Haltung. (Eine unserer Meinungsverschiedenheiten besteht z.B. darin, dass ich gut finde, wie meine Gassihündin gefüttert wird, mit Rohfleisch und Knochen, wie es eben artgerecht ist - während ihre Hündin ausschließlich Trofu bekommt, nicht mal Reste vom Kochen, weil ihr Frauchen meint, dass nur in Trofu alle wichtigen Nahrungsbestandteile in ausreichender Menge enthalten sind und dass man mit unsachgemäßer Rohfütterung viel zu viel falsch machen kann. Damit ihre Hündin nicht das Klauen lernt, gibt es außerdem keine Essensreste. Mir persönlich wäre es viel zu schade, beim Kochen Fettknorpel vom Hühnchenfilet in den Müll zu werfen, wenn man einen Hund hat. Bei uns kriegt das auch immer der Kater, ich würde nie auf die Idee kommen, das NICHT für den Hund / die Katze zu nutzen, sondern wegzuwerfen. icon_eek.gif)

So, nun passt Frauchen besonders auf Ernährung und den Auslauf auf, um eine spätere HD (für die ihre Hunderasse sowieso nicht sonderlich gefährdet ist) zu vermeiden. Unsere größte Meinungsverschiedenheit besteht in Länge und Dauer der Gassigänge. Es gibt ja diese Regel, Lebensalter in Wochen mal Minuten. Ich dachte immer, diese Regel sollte so ca. in den ersten 9 Monaten angewandt werden ...

Meine Freundin jedoch rechnet das (für meinen Eindruck) viel zu lange (in der Entwicklung des Hundes, meine ich). Sie rechnet mir sogar JETZT noch vor, dass ihre 15 Monate alte Hündin nicht mehr als 60 Minuten am Stück laufen dürfe. Also geht sie morgens eine Stunde und mittags eine Pinkelrunde und abends nur max. 20 min Gassi. icon_eek.gif

Ich wüsste jetzt gern mal von Euch, wie Ihr das gehalten habt. Wer hat sich an diese Regel gehalten und wie lange habt Ihr sie befolgt? Wie soll die Regel überhaupt richtig verstanden werden?

Mein "Problem" damit: Ihre Hündin ist richtig aktiv und ich bin immer etwas enttäuscht, weil die Hündin gar nicht so richtig im Galopp "losfetzt", sondern immer nur schnuppernd halbes Tempo läuft. Außer, wenn sie mit anderen Hunden spielt. Außerdem finde ich die Gassidauer auf den Tag gerechnet (Das wäre ja nur eine Stunde und 40 min) "zu wenig" (Zumindest im Hinblick auf den Aktivismus des Hundes und im Vergleich zu den 3-4 Stunden, die andere Hundehalter täglich "investieren".). Gina spielt (fast) täglich mit anderen Hunden und veranstaltet dann wilde Hetzspiele und dreht große Kreise übers Feld in vollem Tempo. Das tat sie auch schon im Alter von 8 Monaten, bis sie nicht mehr konnte. Ich habe sie auch gelassen, sie hatte ihren Spaß. icon_rolleyes.gif

Meine Freundin hat ja gute Argumente für diese Regel (Artgerecht: Junge Wölfe in freier Natur bewegen sich in den ersten Lebensmonaten nie weit vom Bau weg. Sie spielen zwar mit ihren Geschwistern, aber laufen nicht viel herum.) und diese Argumente kann ich gut nachvollziehen. Aber ich war nach unserer Diskussion plötzlich total schuldbewusst, weil ich mit Gina ja im Alter von 8-9 Monaten auch locker drei Stunden am Stück unterwegs war (wovon sie nicht durchweg laufen musste, Pausen natürlich inklusive). icon_eek.gif War das jetzt wirklich SO schlimm? Und: Wie vernünftig ist es, den Hund ständig auszubremsen, wenn er eigentlich gern mal laufen will - um ihn gesundheitlich zu schonen?

Ich bin da sehr geteilter Meinung. Vorsicht ist ja gut und schön (z.B. Hund am Fahrrad laufen lassen - erst ab eineinhalb Jahren. Vorher habe ich das mit Gina auch nicht gemacht.), aber diese Minutenrechnerei ... Und dem Hund die Aktivität einschränken und nur 20 min Gassi gehen (wenn man eigentlich auch eine Stunde einrichten könnte, zeitlich), das verstehe ich nicht so ganz. Ich dachte immer, man tut dem Hund gerade Gutes, wenn man (wenigstens) so lange läuft, wie man selbst Zeit hat (So richtig komplett "fertig" wird ein Hund dann trotzdem nicht sein, aber egal. icon_wink.gif).

Ich hätte gern mal Meinungen ...
Vielen Dank und Grüße von
Minou


» User #18762 schrieb:

Hallo Minou,

das sind ja echt viele Fragen icon_smile.gif

also unsere Emma ist ja jetzt schon 1 Jahr. Mit dem Futter ist das ja so ne Sache... Wir haben schon mehrmals die Erfahrung machen müssen, dass Emma auf Knochen oder " Reste" mit Durchfall reagiert hat. Seitdem gibt es ausschließlich Trockenfutter. Natürlich lassen sich gerade auch durch die Kinder im Haus einige Sachen nicht vermeiden und Sie bekommt zwischendurch vor allem von dem Zwerg ( 3 Jahre ) auch mal was von der Wurst ab.

Mit dem Gassi gehen kommen wir im Durchschnitt auf 2 Stunden an schönen Tagen wenn wir was unternehmen können es auch locker 4-5 Stunden sein. Auch fahre ich mit Emma Fahrrad es gefällt Ihr und nur das ist für mich wichtig.


» User #12972 schrieb:

Hallo,
HD ist nun einmal eine Erbkrankheit. Für mich ist es eine, dass man mit seinen Hund zur Abklärung zum TA geht.
Eine Selbstverständlichkeit ist es auch unnötige Treppen und Überanstrengungen zu vermeiden.
Klar man fängt "klein" an und steigert dann je nach Bedarf des Bewegungsdrang des Hundes die Aktivitäten.
Sportliche Aktivitäten im Rahmen der Leistungsfähigkeit des Hundes durchführt.
Muskelaufbau kann nie vom Nachteil sein.
Im Alter können Hunde an Arthrose erkranken und da ist ein ordentlicher Muskelaufbau schon sehr von Vorteil.

Wir schreiben ja Beide schon länger hier im Forum und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass Du aus falsch verstanden Ehrgeiz Deinen Hund irgendwas zumutest, was nicht in seinem Leistungsbereich liegt.

Deine Freundin ist in meinen Augen, ganz persönliche Meinung von mir, übervorsichtig. Hunde sind ja keine Maschinen und wer seinen Hund kennt, sieht, wann er die Schnauze voll hat. Lach***
Und einfach ne Pause braucht.
Liebe Grüße eggi