Haustiere

Hundekauf - Wie alt?

» User #18948 schrieb:

Guten Abend!
Ich bin neu hier im Forum und beginne zur Zeit, mich über Hundehaltung und Hunde allgemein intensiv zu informieren, da wir vielleicht in einem Jahr umziehen, und dann dürfte ich von meinen Eltern aus einen Hund halten! (Derzeit schwärme ich für Westies!)

Nun zu meiner Situation & Frage:
Ich gehe noch in die Schule, genauso wie meine kleine Schwester. Wir fahren um 7h weg und kommen gegen 15h. Meine Mutter ist von 8h bis 20h weg, hat aber einen freien Tag unter der Woche. Mein Vater bringt uns morgens zur Schule und kommt gegen 18h nach Hause. Der Hund wäre also allein, solange meine Schwester und ich in der Schule sind!
Das Haus wird natürlich auch einen Garten haben. Ist es okay, wenn der Hund tagsüber, während er alleine ist, frei zwischen Haus und Garten pendeln kann? Oder sollte er besser drin bleiben? Er könnte dann nämlich in den Garten machen, ich glaube nicht, dass er 7 Stunden durchhalten kann!

Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Natürlich ist es nicht sicher, dass wir uns einen Hund nehmen. Das werden wir nur tun, wenn wir ihn so artgerecht wie möglich halten können! Und wir haben ein Jahr Zeit um uns darauf vorzubereiten. Natürlich wäre es am schönsten, einen Welpen zu nehmen! Wie seht ihr das? Das ist doch kaum mit unserem Alltag vereinbar? Als "Eingewöhnungszeit" wären da z.B. die Schulferien im Sommer, wenn wir ganztags zuhause sind... Wie alt sollte denn ein Welpe beim Einzug sein?

Oder sollen wir uns doch einen erwachsenen Hund nehmen? Kann sich dieser genauso gut an eine Familie gewöhnen, vor allem, wenn er so lange alleine sein müsste?

Oder spricht alles gegen einen Hundekauf? (Es wäre unser erster Hund.)

Ich bin schon gespannt auf eure Antworten, die uns bestimmt beeinflussen werden, im Bezug auf unsere weiteren Überlegungen!

MfG
Cherry


» User #3675 schrieb:

Hallo Cherry,
herzlich willkommen hier im Hundeforum. icon_biggrin.gif Ich finde es ganz toll, dass Du Dich vor der Anschaffung eines Wuffels informierst, damit zeigst Du viel Verantwortungsbewusstsein.

Vermutlich werden Dir hier viele raten, keinen Hund anzuschaffen, denn 8 Stunden Alleinbleiben sind für so einen Hund schon hart. Ich sehe es nicht ganz so eng, es sind schließlich einige Menschen Vollzeit berufstätig und halten Hunde - und ich kenne einige Hunde, denen das nicht schadet. Allerdings sollte dann auch die "Qualitätszeit" mit seinen Menschen stimmen, das heißt, länger als diese 8 Stunden darf der Hund dann nicht alleinbleiben, zusätzlich viel Auslastung, Gassi, Spielen, evtl. Hundesport.

Ein Welpe vom Züchter wird mit ca. 10-12 Wochen abgegeben, man sollte in so einem Fall unbedingt die vollen Sommerferien zur Eingewöhnung nutzen und evtl. danach für 1-3 Monate dafür sorgen, dass jemand mittags nach dem Wuffel schaut oder ihn gleich tagsüber bei sich behalten kann. Welpen sind schon recht anspruchsvoll, er muss ja stubenrein trainiert werden, erzogen werden, etc. ...

Ein älterer Hund ist sicher sehr glücklich über ein neues Zuhause und nicht mehr ganz so anspruchsvoll wie ein Welpe - was Bewegung angeht. Eventuell ist so ein Hund auch schon ganz gut erzogen. Nachteil ist: Wenn es ein TH-Hund ist, weiß man manchmal nicht, woher er kommt und was er alles erlebt hat (u.U. auch negative Dinge) und welche Unarten er hat, die man ihm mühsam abgewöhnen muss. Die Frage ist auch, was Du mit dem Hund anfangen willst. Wenn Du im Hundesport aktiv sein willst, wärst Du mit einem 12-jährigen Hund eher schlecht beraten, der ist vermutlich körperlich nicht mehr so belastbar.

Du schreibst, Du magst Westies. Terrier sind extrem sturköpfig, extrem intelligent und extrem anspruchsvoll, was Bewegung und Kopfarbeit angeht. Die wollen was zum Denken haben. Um einen Terrier zu erziehen, musst Du konsequent und echt dickköpfig sein, weil er Dir sonst möglicherweise auf der Nase herumtanzt. Bist Du das? Ich wüsste nicht, ob ich einen Terrier als "Anfängerhund" empfehlen würde ...

Gartenhaltung: Die Idee mit rein-und-raus ist sicher gut. Viel Abwechslung, es gibt was zu sehen, was zu bewachen. Wenn der Hund sein Revier bewacht und das als "seinen Job" betrachtet, hat er auch während des Alleinseins etwas zu tun.
Was auch passieren kann: Hund langweilt sich und bellt stundenlang. Nachbarn machen Stress. Hund riecht läufige Hündin oder will mal eben jagen gehen und gräbt sich unterm Zaun durch (gerade Terrier!) und verursacht Schäden, Unfälle oder kommt schlimmstenfalls während Eurer Abwesenheit unter ein Auto. Auch das sollte man bedenken.

Was ich bei kleinen Hunden immer für möglich halte: Eine Tagesbetreuung zu suchen. Vielleicht gibt es später in Eurer Nachbarschaft einen Rentner, der sich selbst Hundehaltung nicht leisten kann, aber gern regelmäßig Euren Wuffel mittags zu seinem Spaziergang mitnimmt. Das wäre eine tolle Lösung.

Und zu guter Letzt solltest Du auch überlegen, was mit dem Hund passiert, wenn Du das Elternhaus verlässt. Immerhin bist Du jetzt 16 und so ein Hund lebt länger, als Du noch in der Schule bist. Bleibt der Hund bei der Familie, bei Deiner Schwester? Willst Du ihn mitnehmen? Wenn Studium oder Lehre, ist das nicht immer ganz einfach ...

Zusammengefasst sollten alle Familienmitglieder einverstanden mit der Hundeanschaffung sein, die Pflichten (Wer geht Gassi? Wer bezahlt? Wer erzieht?) sollten klar verteilt sein und man sollte möglichst eine Perspektive über die nächsten Jahre haben ...

Alternative, wenn die Hundehaltung für Euch doch ungünstig ist: Suche Du Dir einen Gassihund, den Du nach der Schule täglich ausführen kannst. Vielleicht gibt es Rentner, die nicht mehr zu rüstig sind, Familien, die plötzlich doch nicht mehr so viel Zeit für ihren Hund haben und dankbar sind, wenn Du Dich um ihn kümmerst oder - gerade auf dem Land - gern auch Bauern, die Zwingerhunde als "Nutztiere" halten.
So eine Hündin habe ich seit zwei Jahren z.B. als Gassihündin. Es war eine monatelange schwere Arbeit, den Besitzer dazu zu überreden, dass man mit einem Hof-Hund auch rausgehen kann icon_rolleyes.gif, aber ich habe es geschafft. Auch das ist einen überlegenswerte Alternative und so kann man gerade als Anfänger viel Erfahrung sammeln, ohne einen eigenen Hund zu halten.

Zusammengenommen ist die Anschaffung eine Sache, die man sicher gut überlegen muss. Ich will Dir nicht abraten, aber auch deutlich machen, dass Dein Wunsch eine gute Organisation verlangt. Unter gut organisierten Umständen ist eine artgerechte Haltung sicher möglich. Vielleicht schreien einige Foris hier auf, wenn sie hören "8 Stunden allein". Ich bin der Ansicht, dass ein Hund in einem festen Familienrudel trotz 8 Stunden Alleinbleiben garantiert glücklicher ist als im TH hinter Gittern. Wenn man also die Lebenssituation so eines Hundes durch feste Bezugspersonen verbessern kann, warum nicht? (Bei Welpen sieht das anders aus - Züchter sind schon streng mit der Auswahl ihrer Kunden und es kann sein, dass Ihr bei diesen Voraussetzungen gar keinen Welpen bekommt. Es gibt sicher auch Halter, die mehr zu Hause sind, bei denen der Hund "besser" leben könnte - und das ist ja auch so.)
Ich hoffe, ich habe Dir mit meinen Einwänden ein paar gute Anregungen gegeben, was alles so zu bedenken ist. Andere Foris melden sich aber bestimmt auch noch. icon_wink.gif
Viele Grüße
von Minou


» User #18948 schrieb:

Hallo Minou!
Ich bin fast gerührt über deine lange Antwort icon_wink.gif und deine Tipps und Argumente kommen sehr nahe an meine eigenen Überlegungen heran. Für die Zukunft hätte ich mir überlegt, dass ich den Hund später mitnehmen möchte... Aber ich bin mir noch nicht ganz sicher wie diese Zukunft überhaupt aussehen wird! Ich bin auf jeden Fall bereit mein Leben komplett an einen Hund anzupassen, vielleicht sogar noch eine Spur mehr als meine Eltern jetzt. Außerdem habe ich nicht vor alleine auszuziehen, und in die Stadt will ich auch nicht, eher ans Land. Aber das hat auch noch Zeit! Ich weiß eben nur noch nicht, ob ich lieber in Richtung Welpe oder älterer Hund gehen soll, allerdings glaube ich, dass es einem kleinen Baby bei uns vielleicht nicht so gut gehen würde wie anderswo (wie du auch schon gesagt hast).

Der Hund soll später recht klein sein, meine Begeisterung für Westies ist wirklich riesig! Danke auch für deine Bedenken bzgl. Garten und die Risiken, die Idee möchte ich allerdings trotzdem weiterspinnen!

Jetzt, da ich meine Situation schon recht ausführlich beschrieben habe, kommen 2 neue wichtige Fragen: Hündin oder Rüde, und wie alt sollten sie denn sein? Ein Welpe ist wahrscheinlich nicht so gut, vor allem, weil es auch unser erster Hund wäre... allerdings hätte ich den Hund auch gerne länger als 2-3 Jahre!

Ich hoffe, dass noch viele Antworten kommen wie Minou's! Sie helfen mir einen Riesensprung weiter!

MfG Cherry


» User #13675 schrieb:

Ich finde es auch klasse das du dir jetzt schon Gedanken machst... denn das sind leider die wenigsten!
Also wenn ihr nicht wirklich die Zeit habt dann würde ich mir schon einen Hund holen der schon 1 oder 2 Jahre ist... Denn der kleine Welpe braucht doch sehr viel Zeit... Ich habe meinen ( schäferhund ) schon mit 7 1/2 Wochen bekommen, und es war schon bisschen stressig... ich musste Nachts aller 2 Stunden mit ihm raus, tagsüber nach jedem Schlafen, nach dem spielen... und wenn du zur Schule gehst und dann auch noch aller paar stunden nachts mit ihm raus musst ist das glaube auch nicht so toll für dich!
Ob Rüde oder Hündin muss denk ich mal jeder für sich entscheiden. Ich wollte immer einen Rüden haben, weil sie grösser und kräftiger werden icon_smile.gif und dann ist das Problem auch bei der Hündin das sie läufig ist und in der Wohnung find ich das nicht so toll und von sterilieseren oder kastrieren bin ich nicht der Freund von, es sei denn es muss wegen Gesundheitzuständen sein, dann ja!
Also meiner ist auch 8 Stunden allein und das klappt super, Hunde schlafen eigentlich an die 20 Stunden und sind 4 Stunden aktiv... und ich glaub es gibt nicht viele die für ihren Hund 24 Stunden Zeit haben! Ich geh natürlich früh mit meinem über eine Stunde raus, Nachmittags ne Stunde, zwischen durch ne kleine und vebor ich ins Bett gehe!
Auch bei Regen! Nur weil es regnet oder stürmt kommt mein Hund nicht kürzer raus, und das muss auch bedacht werden. Und wenn ihr ein Haus mit Garten habt ist es natürlich bequem bei schlechten Wetter den Hund nur in den Garten zu lassen aber das macht ihn nicht glücklich!
Wenn du magst kann ich dir mal ein gutes Buch aufschreiben geht auch schon bisschen wegen Hundeerziehung und so! und auch wegen Gassi gehen wenn man mal keine richtige Zeit hat, was man da machen kann das der Hund aber trotzdem ausgelastet ist.


» User #12972 schrieb:

xcherryx hat folgendes geschrieben::
Guten Abend!
Ich bin neu hier im Forum und beginne zur Zeit, mich über Hundehaltung und Hunde allgemein intensiv zu informieren, da wir vielleicht in einem Jahr umziehen, und dann dürfte ich von meinen Eltern aus einen Hund halten! (Derzeit schwärme ich für Westies!)

Nun zu meiner Situation & Frage:
Ich gehe noch in die Schule, genauso wie meine kleine Schwester. Wir fahren um 7h weg und kommen gegen 15h. Meine Mutter ist von 8h bis 20h weg, hat aber einen freien Tag unter der Woche. Mein Vater bringt uns morgens zur Schule und kommt gegen 18h nach Hause. Der Hund wäre also allein, solange meine Schwester und ich in der Schule sind!
MfG
Cherry


Hallo und herzlich Willkommen,
1.
Hut ab, dass Du Dir Gedanken machst, viele kaufen sich einen Hund und dann...ist er auch ganz schnell wieder wech oder verkümmert irgendwo.
Weil sie eben nicht nachgedacht haben.
Allerdings, muss ich auch was Negatives sagen, in dieser o.g. Situtation einen Welpen? Geht gar nicht.
Gerade ein Welpe bzw. später ein Junghund braucht mehr Zeit mit seinen Menschen.
Ist auch schön, dass Du Dich für Westis so interessierst, dann weißt Du ja auch, dass sie u. U. einen sehr ausgeprägten Jagdinstinkt haben, denn ursprünglich wurden sie ja für die Jagd gezüchtet (Terrierer)...
Ist nicht immer einfach mit einem Hund unterwegs zu sein, der mit Freude in den Wäldern rumtobt...

Tierheimhunde - also ältere - ist auch nicht gerade mit diesem kleinen Zeitfenster so gut, weil ihr müsst ja noch Hausaufgaben machen und irgendwelche schulischen Aktivitäten kommen ja auch hinzu. Ich sehs an unserer Nichte, die ist momentan auf dem Gym.
Manche Tierheimhunde sind so geschockt, dass sie abgeschoben wurden, dass sie eine enorme Trennungsangst aufgebaut haben und u. U. dann die Wohnung kurz und klein "hauen" oder die Stunden über jaulen, bellen ...

Nimm es mir nicht für übel, aber ich würde als Dein Pa sagen: Nein!
Aber, damit nicht gleich große Krokodilstränen fließen, würde ich Dir vorschlagen, eine Patenschaft über einen Tierheimhund einzugehen und so siehst Du, wie man mit einem Hund so lebt und siehst dann auch wie Du zeitlich organisieren kannst und und und...

Grüße eggi


» User #4696 schrieb:

Hallo Cherry,
Du hast ja nun schon wichtige und gute Denkanstöße bekommen. Wäge gut mit Deiner Familie ab.
Eggis Vorschlag, eine Patenschaft für einen Tierheimhund zu übernehmen, finde ich sehr gut. Da Du ja noch ca. ein Jahr Zeit hast, lernst Du so vielleicht einen Hund kennen, der Dir ans Herz wächst. Auch wenn es nun nicht gerade ein Westi ist. Du könnest Vertrauen aufbauen, sein Wesen kennenlernen und wer weiss...
Liebe Grüße
Marlene


» User #18948 schrieb:

Hallo!
Da ich schon lange nicht mehr im Netz war bedanke ich mich jetzt umso mehr um eure Tipps! Und, Nafti, ich würde mich auch sehr über Buchempfehlungen freuen! Leider gibt es bei uns in der Nähe nicht wirklich Tierheime! Deshalb kann ich auch nicht nach der Schule mal schnell mit einem Hund Gassi gehen oder so! Natürlich habe ich kein Problem damit, auch bei Regen stundenlang spazieren zu gehen, das mache ich schließlich auch ohne Hund icon_wink.gif Mein einziges Problem ist wie gesagt das Alleinsein unter Tags... Ich möchte meinen Hund nicht quälen! Dann lass ich es nämlich lieber. Dazu kommt, dass es mein erster Hund wäre, und ich mache bestimmt zuerst alles falsch!

Noch etwas: Die Idee mit dem Garten war natürlich nicht als Gassi-Ersatz gedacht! Sondern eher als "Hauserweiterung" für die Zeit, in der der Hund alleine ist! Damit er nicht nur drinnen herumgehen muss und zwischendurch auch mal "aufs Klo gehen" kann...

Ich frage mich mittlerweile ernsthaft, wie das andere Leute mit ihren Hunden machen... man muss doch arbeiten bzw. in die Schule gehen! Es kann doch heutzutage kaum jemand 24 Stunden für den Hund da sein?! Kann mir aber nicht vorstellen, dass Hunde, die alleine sein müssen, glücklich sind...

Vielleicht geht mein Traum ja doch noch eines Tages in Erfüllung! Meine Sommerferien wären natürlich schon verplant, ich würde sie ganz dem Hund schenken, um sich einzugewöhnen! Die Frage ist nur, wie das danach sein wird, ob der Hund damit leben könnte, so lange allein zu sein?

Fragen über Fragen icon_wink.gif

MfG
Cherry