Haustiere

Zweithund oder kein zweiter Hund?

» User #18737 schrieb:

Hallo,
ich bin Schülerin eines Gymnasiums und gehe in die 11.. Wir haben einen Yorkie (17 Monate), der sehr verspielt und nur in Bewegung ist. Wir können ihn kaum auspowern, nun habe ich mir überlegt einen Zweithund dazu zu holen, einen Biewer Yorkie oder einen Mischling (z.B. Pudel-Malteser, oder Yorkshirer-Malteser...). Wenn dann, einen Welpen. Meine Eltern würden, wenn ich wirklich möchte, mitmachen, sprich wir würden einen Welpen holen. Dieser Welpe wäre dann mein Hund, den ich in ca. drei Jahren auch mitnehmen werde, wenn ich studiere (dann halt auch ausziehe). Eventuell auch unseren jetzigen Familienhund. Nur jetzt ist meine Frage, tue ich unserem jetztigen einen Gefallen, wenn ich einen Welpen ins Haus hole? Er will immer mit fremden Hunden spielen, nur meistens, wollen die nicht mit ihm spielen, würde er sich mit einem Welpen vertragen, oder ist unser jetziger noch zu jung?
Ich bin hin- und hergerissen , schließlich möchte ich auch nicht, das unser Kleiner eifersüchtig wird, oder die zwei sich nicht verstehen.
Könnte man die zwei, wenn sie sich gut verstehen, denn ca. nach 2 1/2 Jahren trennen, oder wäre das den Hunden gegenüber unfair?
Ich bin mir im Moment nicht sicher, was das Beste ist.

Vielen Dank schon im Vorraus. Und falls es schon so ein Thema gibt, tut es mir Leid nur ich bin neu hier.

lg yorkiefreund91


» User #16844 schrieb:

Hallo und herzlich willkommen im Forum.

Die Umstände sind bei dir nicht ganz einfach. Du solltest dich auf jeden Fall fragen, ob du wirklich bereit bist den Hund nachher mitzunehmen. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht einfach ist, Studium und Hund unter einen Hut zu kriegen. Die meisten Fakultäten dulden keine Hunde in ihrem Hörsälen. Den Hund dann den ganzen Tag von morgens bis abends alleine lassen ist aber nicht zu verantworten... und schon haben wir die Zwickmühle.

Ich weiß ja nicht wie gut du finanziell bestückt bist, aber normalerweise kann man in Studentenwohnheimen keine Hunde halten. In WGs sind Hunde auch nicht immer gern gesehen und wenn man dich aufnimmt, muss dein Hund sich auch benehmen können, sonst ist der WG-Krach vorprogramiert. Die normale Wohnungssuche wird mit Hund auch gleich 10x schwieriger.

Warum möchtest du denn jetzt einen zweiten Hund, anstatt zu warten bis du ausgezogen bist und dich eingelebt hast?

"Wir können ihn kaum auspowern". Verstehe ich dich richtig, dass du einen zweiten Hund möchtest, um den ersten auszulasten?
Falls ja finde ich die Idee nicht so prickelnd, da ich es in dem Fall bevorzugen würde, wenn ihr euch Gedanken machen würdet wie ihr eurer Energiebündel besser auslastet (nicht nur auspowern).

Ob das mit dem zweiten klappen würde, die zwei sich verstehen würden, kann ich dir nicht sagen. Ich vertrete allerdings die Auffassung, dass es diesbezügllich im Normalfall am Menschen liegt. Du solltest dich vorher gut über Rangordnung zwischen Hunden und deinen Signalen diesbezüglich informieren. Hunde sind keine Demokraten, sondern bevorzugen antiamerikanische Diktaturen icon_wink.gif. Du musst die Rangordnung zwischen den beiden einhalten und stärken.

Das spätere Trennen: Hm, ich überlege noch. Hunde sind generell sehr anpassungsfähig, aber wenn sie es gewohnt waren zu zweit Daueraction zu haben, finden sie es alleine vielleicht nicht mehr so prickelnd. Ob das dann fair ist oder nicht? Keine Ahnung. Der Hund muss halt mitmachen, was wir Menschen wollen, ob das fair ist? Immernoch keine Ahnung.

Benutz mal die Suchfunktion, zum Thema Zweithund gibt es hier schon eine Menge.


» User #3675 schrieb:

Hallo Yorkiefreund,
und herzlich willkommen auch von mir hier im Forum. Ich finde es absolut super, dass Du Dir vor der Anschaffung so viele Gedanken machst. Das zeugt von hohem Verantwortungsbewusstsein!

Nasenbär kann ich in vielen Punkten zustimmen und denke auch, dass sie das als Halterin von zwei Hunden (offenbar auch während des Studiums, was ich bisher nicht wusste icon_wink.gif) gut beurteilen kann.

Ich füge noch von meinen Erfahrungen was hinzu (immer noch kein eigener Hund, aber Studium icon_wink.gif).

Wenn Du das Geld hast, privat zu wohnen, wäre das gut, denn in Wohnheimen darf man wirklich keine Tiere halten ... Die Wohnungssuche wird mit einem oder gar zwei Hunden tatsächlich sehr schwierig - und das kommt nicht auf die Größe an!

Studium: Bei mir wäre das Problem niemals das Alleinlassen des Hundes gewesen. So schrecklich lange ist man echt nicht an der Uni (Das kommt aber auch auf den Studiengang an!), ich wohnte relativ nah dran, war für 90-Minuten-Vorlesungen weg und dann gleich wieder zu Hause. Sechs Monate Semesterferien, in denen Du ganz "frei" hast (= nicht aus dem Haus musst) und ansonsten freie Zeiteinteilung (Das kommt auch auf den Studiengang an). Mein Studium wäre das reinste Paradies für meinen Hund gewesen - wenn ich einen gehabt hätte. icon_wink.gif Zur Uni hätte ich ihn nie mitnehmen müssen und hätte das auch nicht getan.

Anderer Gedanke: Mein Studiengang war nicht leicht und ich habe mich z.B. zu Examenszeiten monatelang nicht weiter als 20 Meter vom Schreibtisch wegbewegt ... icon_redface.gif Klar hätte ich mir für meinen Hund Zeit nehmen müssen, aber es gibt auch im Studium Zeiten, in denen man sich echt nicht viel Freizeit leisten kann. Überlege Dir, ob Du in Deinem Studiengang tatsächlich genug Zeit (Freizeit) für zwei agile Hunde einplanen kannst. Was ist, wenn das Geld nicht reicht, und Du neben dem Studium jobben musst? Da wird auch die Zeitspanne des Alleinbleibens eventuell wieder relevant ...

Gut finde ich, dass Deine Eltern mitziehen. Solche Eltern hatte und habe ich nicht. Wichtig finde ich, dass Du einen "Notanker" hast, um die Hunde unterzubringen, wenn Du z.B. auf Exkursionen fahren musst (Das gibt es in manchen Studiengängen - eine Woche Südtürkei oder so ...).

Fakt ist: Ich habe mein Studium inzwischen beendet, bin im letzten Teil meiner Ausbildung und konnte meinen Kindheitstraum vom eigenen Hund immer noch nicht verwirklichen. Einige Fakten sprechen bei mir auch immer noch dagegen und ich arbeite daran, die letzten Steine aus dem Weg zu räumen. Aber ich komme ehrlich gesagt auch langsam zu der Auffassung: Es scheint mit Hunden zu sein wie mit Kindern - es gibt keinen "richtigen" Zeitpunkt, sich ein Lebewesen anzuschaffen. Ich glaube mittlerweile, einen letzten Funken "Unvernunft" muss man noch haben, sonst traut man sich nie ... Und wenn es dann passiert ist, muss man sein Leben einfach danach ausrichten.

Ach ja: Während meines gesamten Studiums hätte ich theoretisch so viel Zeit für einen Hund gehabt wie noch nie zuvor in meinem Leben. Leider aber auch so viel Zeit wie NIE WIEDER danach ... Du wirst nach dem Studium definitiv weniger Zeit haben als währenddessen oder vorher! Auf welchen Beruf wird Dein Studium hinauslaufen? Ein Hund lebt länger als ein Studium dauert ...

Überlege es Dir also gründlich, aber wenn Du meinst, alles bedacht zu haben, auch alle möglichen Probleme lösen zu können - dann los!

Übrigens finde ich die Idee eines Spielkameraden auch nicht schlecht. Du kannst bzw. solltest aber auch überlegen, wie Du evtl. zwei Hunde geistig und körperlich auslasten kannst. Mit Yorkies kann man doch bestimmt gut Agility oder DogDancing machen, oder? Das wäre ein nettes zusätzliches Hobby (... und dann leider ein Zeitfresser im Studium icon_wink.gif).

Ob man die Hunde später trennen kann - kann ich auch schwierig beantworten. Ich weiß nur, dass manche Pärchen auch im TH nur zusammen vermittelt werden und dass Hunde sehr, sehr trauern, wenn ihr Hundepartner stirbt. Könnte passieren, dass die beiden unter einer Trennung wirklich leiden. icon_confused.gif Kommt sicher auf den Charakter der Hunde und ihr Verhältnis zueinander an ...
Ich wünsche Dir viel Glück für die Entscheidung,
viele Grüße,
Minou


» User #18737 schrieb:

Erstmal danke für die schnellen Antworten.
Ich habe mich glaube ich auch etwas schlecht ausgedrückt, also ich meinte mit dem auspowern und so nur, dass es unserem Kleinen bestimmt gut tun würde tagsüber mit einem anderen Hund zu spielen.
Agility hatte ich mir auch schon überlegt, jedoch habe ich in Erfahrung gebracht, dass die Hunde mindestens 18 Monate sein sollten. Ich wollte also in den nächsten Monaten mal sehen, ob das was für meinen Kleinen wäre.
Ich weiß leider noch gar nicht so genau was ich eigentlich studieren möchte, ich könnte mir ein Mathestudium oder irgendetwas mit Grafikdesign wohl vorstellen, aber ich bin mir noch nicht soo sicher.
Wahrscheinlich werde ich mit einer Freundin zusammen wohnen, wenn wir an der gleichen Uni studieren. Sie mag Hunde, das dürfte mit ihr keine Probleme geben, aber das wäre nur eine mögliche Option.


» User #16844 schrieb:

Zitat:
Agility hatte ich mir auch schon überlegt, jedoch habe ich in Erfahrung gebracht, dass die Hunde mindestens 18 Monate sein sollten. Ich wollte also in den nächsten Monaten mal sehen, ob das was für meinen Kleinen wäre.

Da muss ich als begeisterter Hundesportler doch mal klugschei...: icon_oldie.gif
Diese Grenze von 18 Monaten gilt für Turniere. Du darfst nich mit einem Hund jünger als 18 Monate an solchen teilnehmen.
Du kannst aber selbstverständlich vorher trainieren (sonst könnte man schlecht ein gutes Ergebnis auf einem Wettbewerb erzielen). Man sollte seinen Hund allerdings nicht mit unter einem Jahr springen lassen, da dies gesundheitliche Folgeschäden haben kann.
Viele Grundlagen kann man schon vorher erarbeiten. Allerdings immer aufpassen, dass man den Hund nicht überlastet.
So, nun habe ich wieder Werbung für unseren Sport gemacht [Werbemodus off]


Zitat:
Ich weiß leider noch gar nicht so genau was ich eigentlich studieren möchte, ich könnte mir ein Mathestudium oder irgendetwas mit Grafikdesign wohl vorstellen, aber ich bin mir noch nicht soo sicher.
Wahrscheinlich werde ich mit einer Freundin zusammen wohnen, wenn wir an der gleichen Uni studieren. Sie mag Hunde, das dürfte mit ihr keine Probleme geben, aber das wäre nur eine mögliche Option.

Wenn du nicht weißt, was du studieren wirst, wird es schwierig. Ich habe z.B. in meinem Studiengang ganz andere Erfahrungen gemacht als Minou. Viel Pflichtanwesenheit grade bei praktischen Übungen. Ich kann mich noch an das letzte Semester in meinem Studium erinnern. Einen Tag 8 Stunden anwesend sein und fehlen nur mit ärztlicher Bescheinigung (schönen Dank auch *grummel*). Naja wenigstens waren 50% davon draußen im Gelände.
Was das zusammenziehen mit deiner Freundin angeht, ist das sicherlich super wenn es klappt. Nur stellt sich hier die Frage: Könnt ihr überhaupt an der selben Uni studieren? Werden eure Studiengänge beide dort angeboten und habt ihr überhaupt Auswahlmöglichkeit (ZVS-Zuweisung)?
Ich möchte bestimmt kein Miesepeter sein und alles schlecht reden, aber besser man macht sich über zuviele Dinge Gedanken als über zuwenige. icon_wink.gif
Bei mir hat sich übrigens im Nachhinein auch herausgestellt, dass ich mir wegen meines zweiten Hundes viel zu viele Gedanken gemacht habe. Besser so als anders herum.

LG
Nasenbär


» User #16844 schrieb:

Zitat:
Sechs Monate Semesterferien, in denen Du ganz "frei" hast (= nicht aus dem Haus musst) und ansonsten freie Zeiteinteilung (Das kommt auch auf den Studiengang an).

Darf ich fragen, wann du studiert hast? Ich glaube grade mit der Umstellung auf Bachelor und Master geht sehr viel Zeit verloren.
Ich hatte z.B. mal den Scherz: Letzte Prüfung eines Semesters am 31.3. Beginn des folge Semesters ca. 4.4 oder 5.4 oder so.
Bei uns gehen die Prüfungen meist von Anfang bis gegen Ende der Semesterferien. Leider sind das auch eine ganze Menge und im Master geht JEDE Note in JEDEM Fach in die Endnote mit ein.


Zitat:
Bei mir wäre das Problem niemals das Alleinlassen des Hundes gewesen. So schrecklich lange ist man echt nicht an der Uni

Lustig ich war dauernd da. icon_lol.gif


Wieviel Zeit man im Studium hat, ist wirklich Studiengangsabhängig. Die Studenten harter Fächer versauern vor'm Schreibtisch und die der weichen genießen das Leben in all seinen Zügen.

Zitat:
wenn Du z.B. auf Exkursionen fahren musst (Das gibt es in manchen Studiengängen - eine Woche Südtürkei oder so

Diese tollen Auslandsexkursionen habe ich alle für Hund ausfallen lassen *schnief* Und dieses Fellmonster hatte noch nichtmal ein schlechtes Gewissen. *hey, schau mich nicht so an, nicht mit diesen Knopfaugen, hör sofort auf so vorwurfsvoll zu schauen, Frauchen schreibt auch nie wieder sowas böses*

LG
Nasenbär


» User #3675 schrieb:

Nasenbaer hat folgendes geschrieben::
Darf ich fragen, wann du studiert hast? Ich glaube grade mit der Umstellung auf Bachelor und Master geht sehr viel Zeit verloren.

Du hast recht, bei Bachelor und Master kann ich natürlich nicht mitreden. Klar darfst Du fragen, Nasenbärchen. icon_wink.gif Studiert habe ich von 1999 bis 2006. Noch nach altem Lehramtsstudiengang. Ist ein guter Einwand.

Nasenbaer hat folgendes geschrieben::

Ich hatte z.B. mal den Scherz: Letzte Prüfung eines Semesters am 31.3. Beginn des folge Semesters ca. 4.4 oder 5.4 oder so. Bei uns gehen die Prüfungen meist von Anfang bis gegen Ende der Semesterferien. Leider sind das auch eine ganze Menge und im Master geht JEDE Note in JEDEM Fach in die Endnote mit ein..

Aber während der Lernphasen (in den Ferien) ist man ja schon zu Hause und dann nur zur Prüfung weg - dachte ich. Siehe mein nächster Kommentar:

Nasenbär hat folgendes geschrieben::
Lustig ich war dauernd da. icon_lol.gif

Jetzt verwischst Du hier in der Öffentlichkeit meinen Eindruck. icon_motz.gif icon_mrgreen.gif Ich war schon ein (im Vergleich zu anderen) sehr disziplinierter Student und habe (fast) nie geschwänzt! icon_redface.gif Aber Pflichtanwesenheit tageweise gab es bei uns eben nicht, nur Anwesenheitspflicht für einzelne 90-min-Veranstaltungen. Und für den Rest kommt es eben auch auf persönliche Vorlieben an. Der eine lernt mit seinen Freunden in der Mensa oder auf dem Campus. Der zweite mietet sich ein Lernkabinett in der Unibibliothek, weil er nur allein, mit Ohrstöpseln und mit jeder Menge Büchern umgeben lernen kann. Beides erhöht die Abwesenheit und wäre nicht gut für Hunde. icon_confused.gif Ich konnte grundsätzlich nur zu Hause arbeiten, weil man nirgendwoanders Tee oder Essen kochen kann, wenn man es braucht - oder laut Musik hören, um den Einschlafpunkt nachts hinauszuzögern icon_wink.gif und habe demzufolge alle meine Hausarbeiten auch zu Hause am Schreibtisch geschrieben. Ob sich ein Hund damit zufrieden gegeben hätte, stundenlang unter meinem Schreibtisch zu liegen, ist die andere Frage ... icon_rolleyes.gif

Nasenbär hat folgendes geschrieben::
Diese tollen Auslandsexkursionen habe ich alle für Hund ausfallen lassen *schnief*

Die "tollen" Auslandsexkursionen kann man sich aber als Student auch nur leisten, wenn man eine Woche Südtürkei bezahlen kann. icon_rolleyes.gif Ganz ausfallen lassen ging bei mir nicht, denn ich brauchte ja einen Schein. Da mir außerdem die Leute zu blöd waren, mit denen ich in meinem Studiengang eine Woche hätte verbringen müssen, habe ich eine Tagesexkursion nach Mainz mitgemacht und hatte meinen Schein. Aber auch für einen Tag müsste ein Hund dann untergebracht sein.

Ein Mathestudium ist, soweit ich weiß, auch nicht ganz easy. icon_confused.gif Gute Voraussetzungen wären natürlich, wenn das Zusammenziehen mit einer Freundin tatsächlich klappt. Dann hat man eine zweite Bezugsperson, mit der man sich zur Not mal abwechseln kann. Gut überlegen sollte man sich das schon, aber im Endeffekt wäre wohl alles "irgendwie" machbar ...
Viele Grüße,
Minou