Haustiere

Dauerbellender Hund - völlig verzweifelt

» User #17862 schrieb:

Hallo Julimaus,

ja. Nach diesem Gespräch ist Schluß. Ihr habt alle meine Sorge zerstreut, daß der Hund es im Heim noch schlechter hat.

Grübel. Wahrscheinlich wäre es für ihn sogar besser, wenn es keine Lösung mit dem Nachbarn gäbe.


Ich hab mir nu sehr lang Gedanken darüber gemacht, was du über Schäferhunde und Zwinger gesagt hast. Gibts überhaupt Hunde, die für Zwingerhaltung geeignet sind? (ne, ich red hier nicht über ne Stunde am Tag, sondern dauernd)

Meine Gedanken häng ich mal dran, obwohl sie nicht gnädig für Hundehalter ausfallen...

Liebe Grüße

Tanja


» User #12972 schrieb:

Hallo Tanja,
Hunde brauchen ihr Rudel - ergo ihre Familie.
Ein Hund der dauerhaft in einem Zwinger sitzt, vereinsamt, wird seelisch krank und verblödet.
Stell Dir mal die Frage, wie Du Dich fühlen würdest, hinter Gittern zu sitzen, 24 Stunden und das für ca. 15 Jahre!
Liebe Grüße eggi


» User #17862 schrieb:

Gedanken über Zwingerhaltung und Hunderassen.

Sorry für die kommende lange Rede, muß ein gutes Wort für meine heißgeliebten Schäfer (und alle anderen Zwingerhunde) einlegen. Kein Hund gehört in einen Zwinger, gleich welche Rasse. Der Rudeltrieb besiegt jede Zuchtauswahl und jede körperliche Vorraussetzung. Selbst ein Husky mit seinem dicken Fell, das auf arktische Temperaturen ausgelegt ist (was sucht so ein Hund im heißen Europa? Tierliebe?) wird lieber zu seinem Menschen in die heiße Wohnung als alleine in den Garten im Schnee sein wollen. (Soll nu nicht heißen, daß er nicht mal für ne Stunde in den Garten gehen will.)

Ein Schäferhund hat auch nix in nem Zwinger verloren (mir fällt auch keine andere Rasse ein, die dafür geeignet wäre. Entweder wollen sie rennen, oder jagen, oder ziehen, oder hüten, oder lernen. Gut, z. B. Dalmatiner sind aufgrund ihrer Zuchtauswahl weniger spezialisiert, aber auch sie sind mit Sicherheit nicht gerne alleine irgendwo eingesperrt). Obwohl es schon mal Hunde gibt, die „aus der Art schlagen“ so kann man doch meist von der Rasse auf Vorlieben und somit auf Haltungsbedingungen und den Bedarf des Hundes schließen. Man kann sich z. B. keinen Windhund kaufen und dann behaupten, man hätte nicht geahnt, daß er gerne rennt oder einen Westie und dann sagen, man hätte ja keine Ahnung gehabt, daß das eigentlich kein fluffiger Schoßhund ist, der den ganzen Tag kuscheln möchte, sondern ein Jagdhund, der raus, schnüffeln und was tun will (und sein hübsches weißes Fell dreckig machen möchte, was man da wieder Bleichmittel – äh sorry, West Highland Terrier Spezial Fellpflege aus dem gut sortierten Fachhandel - braucht und ständig zum Tierarzt muß, weil der Hund Ekzeme hat...).

Soll nu nicht heißen, daß ein Westie nicht kuschelt oder ein Windhund nicht auch mal schläft und es gibt wahrscheinlich auch Dackel, die gar nicht gerne buddeln - soll nur heißen, daß man sich vorher überlegen soll, was will ich von nem Hund und was will der Hund von mir: passen wir überhaupt zusammen? Und für: ich hol mir ein Tier, das ein Rudel braucht, sperrs aber irgendwo alleine ein gibt’s keine entsprechende Hunderasse. Wüßte auch nicht, daß irgendwo versucht wird, das durch Auswahl aus einer Hunderasse herauszuzüchten (und hoffe, daß es diesen Horror nie geben wird). Mich ärgert es immer, wenn sich jemand eine Rasse raussucht, zu der er nicht passt und wenn’s nur das ist, das man körperlich zu schwach für seinen Hund ist und ihn nicht festhalten kann. Nä, weiß man nicht, daß ein Bernhardiner groß und stark wird. Bleibt immer ne Hand voll Welpe. Geht man halt nicht mehr raus oder kauft praktisches Stachelhalsband. Da geht mir jede Toleranz flöten. Kein Hund kann für seinen Menschen, aber jeder Mensch für seinen Hund.

Schäferhunde sind auf Gelehrsamkeit und "Gebrauchshund" / Allrounder / gute Führbarkeit (muß natürlich jemand da sein, der die Rolle des Leithundes übernimmt, sonst macht das der Schäferhund selbst, weil ein Rudel einen Rudelführer braucht um überleben zu können. Und dann wird’s übel. Auch hier besiegt der Rudeltrieb die Zuchtauswahl und die gute Führbarkeit geht flöten.) gezüchtet, da liegt das lernen und arbeiten wollen im Blut. Sind außerdem Traber und somit Langstreckenläufer und mit Sicherheit nicht mit zwei Stunden am Tag an der Leine Gassi gehen zufrieden. Ich hatte immer Schäferhunde (habe ab 11 jahrelang bei einem Schäferhund-Züchter gearbeitet, unentgeltlich, bevor ich den ersten eigenen Hund halten konnte), und der nächste wird auch wieder einer werden. Liebe ihre Treue, Anhänglichkeit, Sozialverhalten und Gelehrsamkeit, arbeite so gerne mit ihnen.

Bin da eher noch der Meinung, daß ein Dackel, aufgrund der Zuchtauswahl zum eigenständig arbeitenden Dachsjäger, eher noch alleine bleiben kann (aber auch nicht täglich 23 Stunden, hmpf), wie ein Schäferhund, der seinen Menschen braucht und immer gefordert werden und Neues lernen möchte.

Beim Dackel stört mich an der Zwingerhaltung nicht nur der Abstand vom Menschen, sondern auch, daß er nie in den Wald kommt (was ihm ja "im Blut" läge) und zumindest schnüffeln kann, bedingt Fährten suchen kann, mal Löcher buddeln kann, wenn er schon nicht frei laufen kann, weil er nicht hört (Hund ist immer an der Leine, kann nicht hören können, wenn man nichts mit ihm tut). Zwingerboden ist gepflastert wie der ganze Hof, kann nicht mal buddeln. Wenn man sich nen Dackel anschafft, darf man sich übers Löcher buddeln wollen nicht beschwerden, muß man sich nen Hund kaufen, der nicht drauf gezüchtet ist, Tiere aus dem Bau zu holen.

Ja, Dackel sind schon eigensinnig (Zuchtauswahl eigenständig arbeiten), aber das kann nicht als Grund genommen werden, daß ein Dackel nicht hören lernen könne und man deswegen nichts mit ihm machen müsse. Er ist immer noch ein Rudeltier und verhält sich sozial. Solange Jemand da ist, der die Rolle des Rudelführers übernimmt, wird sich der Dackel trotz seiner Eigensinnigkeit entsprechend verhalten. Auf den Jäger muß er als Jagdhund auch hören. Meine Ma hatte einen Langhaardackel, der seine Leine außerhalb von Städten nicht brauchte und zu 99 % gehört hat. Sie war der Chef.

Einerlei, ob diese oder jene Rasse: Hunde sind Rudeltiere und keine Alarmanlage. Wobei: wer braucht in nem geschlossenem Hof ne Alarmanlage?

Und wer nun meine Meinung zu Kampfhunden wissen will, weil ich soviel über Zucht rede: hier ist sie.

Für mich ist ein Rottweiler kein Kampfhund. Ein Kampfhund heißt für mich, daß ein lange Zuchtauswahl besteht, durch die Beißhemmung, Schmerzempfindlichkeit geringer gemacht wurde und Angriffslust erhöht wurde. Immer noch wird versucht, Unterwerfungsgeste vollkommen aus diesen Rassen herauszubekommen. So. Aber auch hier gilt: Rudeltrieb ist stärker als jede Zuchtauswahl. Solange ein Mensch da ist, der die Rolle des Rudelführers übernehmen will und vor allem auch kann, wird sich auch so ein Hund unterordnen und sozial verhalten. Und mit Sicherheit ein wesentlich lieberer, verschmusterer, gehorsamerer Hund sein, als irgendein anderer, der kein Kampfhund ist, aber nicht weiß, daß der Mensch der Chef ist. Jeder Dackel, dessen Mensch die Rolle des RF nicht übernimmt, ist gefährlicher als ein Kampfhund, der genau weiß, daß sein Mensch der Chef ist.

Ewig lang und nicht sehr freundlich, ich weiß.

Liebe Grüße
Tanja


» User #17862 schrieb:

Hallo eggi,

hab bischen länger gebraucht, um meine Gedanken zur Zwingerhaltung aufzuschreiben...

Liebe Grüße
Tanja


» User #3675 schrieb:

Hallo Tanja,
nachdem ich gesehen habe, wie lang der Thread schon ist, habe ich ihn mir geöffnet und bin zum Lesen offline gegangen. Als ich ein paar der Antworten überflogen hatte, war ich mir nicht sicher, ob ich diese traurige Geschichte überhaupt lesen wollte ... Und heute wollte ich auch gar nicht mehr antworten (Bin auch so eine Vielschreiberin icon_rolleyes.gif). Aber eben lese ich Deine Ausführungen zu Schäferhunden und MUSS nun einfach schreiben ...

Zuerst mal zum Dackel:
Ich stimme allen hier zu, unternimm etwas, wenn Du kannst und Dich traust. Mögliche Maßnahmen wurden Dir ja genannt. Ich kann Deine Gedanken, daß man im Dorf der Depp ist, voll verstehen. Mit den Nachbarn verscherzt man es sich nicht gern, zumal Ihr auch nicht "einfach" wegziehen könnt. Diese Leute dürften nie wieder einen Hund halten. Und ich setze - ehrlich gesagt - nicht mal viel Hoffnung in den Tierschutz. Hier wurde auch mal ein Bauer wegen Hundehaltung angezeigt (von meinen Nachbarn), der Tierschutz war nicht mal da ...

Claudia hat folgendes geschrieben::
Für die anderen Nachbarn seit ihr auch nicht die Deppen,Dörfler sind ja sehr Tierlieb und werden es verstehn.

Das hier, Claudia, vergiß mal ganz schnell wieder. Für Dörfler sind Tiere in erster Linie Nutztiere. Katzen werden nicht gefüttert und sind klapperdürr, weil sie zum Mäusefangen da sind. Geld für Kastrationen wird nicht ausgegeben, könnte ja sein, daß eine Katze unters Auto kommt, dann braucht man Nachschub. Braucht man grad keinen, werden die Miezen halt trotzdem dreimal im Jahr trächtig und die Jungen mal eben ertränkt oder an die Wand geklatscht.
Hunde sind dazu da, um den Hof zu bewachen. Im Haus machen sie nur Dreck, sie sollen bellen und ja nicht allzu viele Leute kennen, damit sie schön "scharf" sind und ggf. Eindringlinge stellen. Zu einem Hof gehört auch ein Hund, egal, ob man ihn wirklich braucht oder nicht. Egal, ob er erzogen oder geliebt wird. Sorry, so ist das hier. icon_evil.gif

Jetzt zu den Schäferhunden:
Tanja, ich habe eine Bauernhündin vom ähnlichen Schlag als Gassihündin (DSH, siehe mein Album). Wobei ich bzw. sie noch Glück haben - sie wird geliebt, auch mal gekrault, gut gefüttert, ein wenig erzogen und immerhin geimpft, entwurmt, etc. Raus kommt sie - ohne mich - selten. Ihr Zwinger ist ca. 7-9 Quadratmeter groß, aber sie ist tagsüber mehrfach im (großen) Garten und läuft nachts frei im Hof. Immerhin. Ich laufe seit über einem Jahr mit ihr täglich 2-3 Stunden, um sie auszulasten - wann immer ich da bin (da ich mittlerweile weit entfernt arbeite, geht es nur am Wochenende und in den Ferien ...). Wenn ich von Dir jetzt lese, daß nicht mal 3 Stunden reichen ... icon_confused.gif Für sie ist das Gassigehen schon das Paradies. Sie bellt fast nie und ist - dank der Spaziergänge mit mir (angefangen, als sie 6 Monate war, nun ist sie fast zwei Jahre alt) - richtig toll sozialisiert, kommt mit jedem Hund super aus, kennt alle Umweltreize und ist sogar gegenüber Kleinkindern sehr vorsichtig. Ich möchte mir nicht vorstellen, was aus ihr geworden wäre, wenn ich nicht da gewesen wäre ... Dabei war das Zufall und nur mein Egoismus (Ich wollte einen Hund zum Spazierengehen, ich hätte jeden auch noch so alten oder schwierigen genommen ...). Und ich habe nicht mal viel Erfahrung mit Hunden - als früheres "Stadtkind" hat sich meine Hundeleidenschaft im Lesen von Erziehungs- und Rassebüchern erschöpft icon_confused.gif, den Rest habe ich hier aus dem Forum und alle "graue" Theorie dann an verschiedenen Hunden von Freunden - und jetzt an Gina - in Versuch-Irrtum-Methode praxiserprobt. Hat super geklappt, und nachdem ich zwei tolle DSH kenne, ist der Schäferhund eine DER Rassen, die ich absolut fantastisch finde. Vor allem im Charakter. (Neben 30 anderen Rassen, die ich auch noch, aber eher optisch toll finde icon_redface.gif). Wie ich übrigens zu Gina gekommen bin, kannst Du in meinen Beiträgen vom letzten Jahr nachlesen.

Zurück zum Thema: Ihre Halter sind ein bißchen so "praktisch veranlagt", wie oben beschrieben. Und Bauersleute allgemein kapieren wirklich nicht, wozu man mit einem Hund draußen herumlaufen muß. Hier im Dorf schütteln so einige den Kopf über mich, daß ich freiwillig und ohne Geld zu verdienen rumlaufe und "Zeit verschwende". Mein Vorteil dabei ist, daß sie mir keine Vorschriften machen und sich null Sorgen um ihren Hund machen, ich kann tun und lassen, was ich mag und habe überaus viele Freiheiten.

Problem ist dabei, daß auch Deine Nachbarn den Hund nicht "loswerden" wollen, sie wollen ihn einfach so weiterleben lassen. Ich hätte meine Gassihündin mittlerweile am liebsten ganz icon_redface.gif (Dabei wollte ich mich nie so an sie binden - mittlerweile wünschte ich, sie wäre weniger nett, umgänglich und weniger "perfekt", so daß man sie gar nicht unbedingt selbst behalten will. Leider hat sie sich aber zu meinem "Traumhund" entwickelt, von dem man immer überzeugt ist, man findet so einen nie wieder auf der Welt icon_heul.gif) aber ihre Besitzer würden sie nicht hergeben, auch wenn sie es bei mir tausendmal besser hätte - denn dann hätten sie ja keinen Hund mehr ...

Du könntest trotzdem versuchen, Deinen Nachbarn den Hund abzuschwatzen? Klauen ist zwar eine lustige Idee von Claudia, aber leider hochgradig ungesetzlich. icon_wink.gif Zum Gassigehen wirst Du selbst mit kleinen Kindern wohl keine Zeit haben, sonst hättest Du selbst einen Hund ... Halt, noch eine Idee (Kommt aber auch auf die "Gefährlichkeit" des Hundes an - nicht daß er schon "verkorkst" ist, Dackel können sehr giftig sein ...): Kennst Du im Dorf einen Jugendlichen, der hundeverrückt ist? Du könntest den Nachbarn einen zuverlässigen Gassigänger vermitteln ... Vielleicht haben die Besitzer nichts dagegen, den Hund einmal täglich zum Gassi freizugeben ...? Und einen Dackel kann auch ein 14-jähriges Mädel schon halten und mit ihm das tun, was ich tue. Im Grunde hasse ich es, unvernünftigen Menschen auch noch Arbeit abzunehmen und ihre Einstellungen damit zu unterstützen. Aber es ist zum Wohl des Hundes ... (Und auch die Halter meiner Gassimaus haben ihre Einstellung Schritt für Schritt geändert - von einem "scharfen" Schäfer, der nur auf Herrchen hört, ist mittlerweile keine Rede mehr und in zwei Jahren werden sie sich darüber freuen, ihre kleinen Enkelkinder halbwegs unbesorgt an den Hund ranlassen zu können ...)

Mit der Zwingerhaltung macht Ihr mich grad ganz verrückt. Nein, keine Rasse ist für einen Zwinger geeignet. Aber ... wenn schon einer vorhanden ist ... wie lange und wie oft ist es denn noch akzeptabel, den Hund dort reinzusetzen?
Gerade letzte Woche ... "Angeblich" ist Gina immer mit ihren Besitzern im Garten. Und als ich abends klingle, sind beide im Garten beim Arbeiten - und Gina sitzt vorn allein im Zwinger. icon_motz.gif Sie hatten sie nicht mal (vor Freude) jaulen gehört, als ich kam. Man könne sie nicht mitnehmen, sie störe bei der Arbeit und will immer spielen ... Ach, nein ... Hätte ich ihnen sogar vorher sagen können icon_evil.gif.

Aber Ginas Halter sind nächste Woche im Urlaub. Von Samstag früh auf Sonntag abend der folgenden Woche. Soweit, so gut, ich bekomme den Schlüssel zum Hof und habe Alleinrecht auf den Hund. Problem ist, daß ich ab Mittwoch arbeiten muß, weil Donnerstag die Schule wieder losgeht (bin Lehrerin). Also fahre ich Dienstag abend an meinen "Arbeitswohnsitz" (200 km). Und eigentlich - weil es eben nur drei Tage sind - wollte ich das Wochenende nicht pendeln und Geld sparen. Somit wäre Gina von Mittwoch bis Sonntag 24 Stunden mutterseelenallein im Zwinger - abgesehen von den 10 Minuten, in denen der Nachbar sie füttert. icon_eek.gif Ich halte das nicht aus. Ich kann es mir nicht mal vorstellen (Normalerweise gehe ich, wenn die Besitzer weg sind, sogar zweimal täglich, morgens und abends).
Ich habe mich jetzt entschieden, extra wegen Gina am Wochenende zu pendeln. Dann bin ich Freitag abend zurück und sie muß nur Mittwoch und Donnerstag allein überstehen. Schafft sie das? icon_confused.gif Freitag abend, Samstag und Sonntag bin ich dann wieder da. Es ist verrückt und wird immer verrückter, neuerdings komme ich nur noch wegen des Hundes ...
Aber ich wollte Deinen Thread eigentlich nicht für meine Probleme benutzen. icon_redface.gif Ich dachte nur, weil es gerade um Schäferhunde und lebendige Zwinger-Alarmanlagen auf Bauernhöfen icon_evil.gif ging, paßte Ginas Geschichte so gut rein.

Übrigens, Tanja, Deine Gedanken sind sehr lesenswert. Ich glaube, Du bist hier genau richtig und würde mich sehr freuen, wenn Du bleibst und das Forum bereicherst. Bitte berichte weiter, was aus dem Dackelwuff wird, der mir so unglaublich leid tut ... icon_cry.gif
Viele Grüße von Minou


» User #12972 schrieb:

Guten Morgen,
ältere Menschen und ich habs hier ja auch schon erlebt Dörfler - räusper ein Glück, dass ich Holländer auf einem Dorf bin grins*** - haben ihre eigene kleine Welt.
Aber sie sind lernfähig, auch wenn sie hier und da mal mit Gewalt dazu gezwungen werden.
Klatsch und Tratsch wird es immer geben und Du hast hier und da evtl. den einen oder anderen, der Dich auf einmal nicht mehr grüßt.
Aber man sollte Farbe bekennen, einen Standpunkt beziehen, wenn es um Rechte geht und wenn es um Tierschutz geht. Wegschauen und hinnehmen ist die schlechtere Alternative, man macht sich ja mitschuldig.
Egal was irgendeiner darüber denkt.

Der Kleine hat ein besseres Leben verdient! Und ich sags gern, Du und Deine Familie auch!
Wenn der arme Kerl nur im Zwinger hockt und/oder im Hof angeleint ist, ist es eine Form von Tierquälerei und deshalb hab keine Scheu und bezieh Stellung.

Die beruhigen sich auch wieder, keine Panik!
Gruß eggi

Hallo Minou,
sie wird sich erst daran gewöhnen müssen, sie wird auch etwas leiden, aber sie wird merken, dass sich sonst nicht viel verändert hat.
Ist wie bei einem Kind, was in den Kindergarten oder Schule zum 1. Mal geht.
Gruß eggi


» User #17862 schrieb:

Hallo Minou,

erstmal kurz zum Dackel: Nein, man kann nicht mit ihm spazieren gehen. Daß ist die Sache der "Oma", sie macht das und will das weitermachen. Erlauben es nicht. Haben wir schon gefragt. Solange er dort ist, wird es wohl bei den kurzen "Spaziergängen" bleiben.

Jetzt zu dir.
Ich kann deine Situation absolut nachvollziehen. Bevor ich den Züchter kennengelernt habe, hatte ich ein Jahr einen Gassi-Hund. War ich zehn Jahre alt, der Hund war 5. Hat supi gepaßt (und wie könnte es auch anders sein) ich hab mich damals total in den Hund verliebt. War ein Dalmatiner im Zwinger icon_rolleyes.gif Anfangs haben sich seine Menschen noch gefreut, aber als ihnen dann klar wurde, daß der Hund mich mag, war alles auf einmal nicht mehr so toll, meine Zeiten wurden beschränkt (war auch ohne Geld zu bekommen), dann wurden die Tage, in denen ich den Hund holen durfte, gekürzt und schließlich durfte ich gar nicht mehr. Mach was mit 10, wenn deine Eltern gegen eigenen Hund sind...

Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß sich deine Gina voll freut, wenn du kommst. Du bist ihr Sonnenschein und gleichzeitig Tor zur Freiheit. Du tust dem Hund etwas großartiges - selbst nur 30 Minuten im Monat wären ein Geschenk für sie. Setz dich nicht so unter Druck, aus jeder freien Minute ein Geschenk für sie machen zu müssen. Sonst fängst du an zu leiden und irgendwann tut es dir so weh, daß du nicht mehr kannst. Wäre sehr schade um euch beide, ihr scheint ein tolles Team zu sein.

Die meisten Schäferhunde lieben es zu Arbeiten. Nachts frei zu laufen und den Hof zu bewachen, ist Arbeit und eine Aufgabe. Zwar keine, die sich die meisten DSH selbst raussuchen würden (sowas liegt eher Hofhunden, die auf Bewachen von Haus und Hof gezüchtet wurden, wie z. B. Rottweilern und Hovawarts, im Blut. Wobei auch diese Hunde trotzdem ihren Menschen ganz arg brauchen. Rudeltrieb überwindet Zuchtauswahl...), aber es ist 9 Stunden - oder noch mehr - etwas zu tun haben (auch wenn diese Art von Aufgabe ihre Fähigkeiten weder körperlich noch geistig ausschöpft). Aber sie wird ihren Job ernst nehmen und erfüllen. Das ist wesentlich besser, als im Zwinger zu sitzen. In der Nacht ist sie aufmerksam, lauscht auf Geräsche, wertet sie aus, reagiert entsprechend. Geht Gerüchen nach, kann sich frei in ihrem Revier bewegen. Beschützt ihr Zuhause. Sie ist gefordert und tut etwas sinnvolles. Sie arbeitet Nachts und aus diesem Blickwinkel betrachtet, finde ich es nicht so schlimm, wenn sie tagsüber im Zwinger ist und schlafen kann. Natürlich wäre es für sie wesentlich schöner, wenn sie tagsüber im Haus bei ihren Menschen schlafen dürfte und ihre Fähigkeiten gefordert werden würden. Ihre Situation ist nicht optimal, aber auch nicht entsetzlich.

Wenn du beim Spaziergang das Lernen von Kommandos einbaust, oder ihr ne Fährte legst, sprich irgendetwas tust, was ihrem Verstand Futter gibt, machst du ihr ne große Freude und nutzt ihre Veranlagung. Klar, es gibt auch einige DSH, die aus der Art schlagen und am Lernen keinen Sapß haben, aber falls das bei Gina der Fall sein sollte, merkst du es schnell und kannst aufhören damit. Dein Spazierengehen mit ihr nutzt ihren Bewegungstrieb, sie kann schnüffeln, sie hat Spaß, ihre Neugier wird befriedigt und ihr Spieltrieb auch. Die meisten Schäferhunde spielen gerne und sind großer Spaßer. All das gibst du ihr.

Hunde wollen nicht nur beschäftigt werden und was zu tun haben, sie wollen auch mal ihre Ruhe. Optimal, wenn das neben ihren Menschen geht (wobei sich Hunde in großen Familien sicher auch mal mehr Ruhe wünschen würden). Zeitweiser Zwinger ist also nicht so Horror, wie es scheint. Auch wenns nicht das ist, was sich der Hund wünschen würde.

So. Und nu hau ich uffm Tisch: hör auf über die Dinge zu jammern, die du ihr nicht geben kannst (meist kann man die Denke von alten Bauern nicht mehr ändern) und genieß die Dinge, die du ihr gibst. Freu dich an euch, genieß die Zeit, die ihr habt. Auch du brauchst mal Ruhe, überleg dir das mit dem Pendeln. Du brauchst deine Kohle und deine Nerven. (Wobei es vielleicht eine Überlegung wäre, sie mit dir an deinen Arbeitsort zu nehmen, wenn das von den Leuten aus ok ist. Sie sind ja eh nicht da.)

Liebe Grüße
Tanja


» User #3675 schrieb:

Hallo Tanja,
und vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich kommentiere "ganz kurz", damit wir wieder zu Deinem Thema zurückkommen können - vom Schäferhund-Ausflug zum Dackel, sozusagen. icon_wink.gif

Loewenzahnhexe hat folgendes geschrieben::
Mach was mit 10, wenn deine Eltern gegen eigenen Hund sind...

Ging mir genauso ... icon_rolleyes.gif Das Dalmatiner-Verbot muß für Dich als Kind Horror gewesen sein. Zu wissen, daß er da ist und nicht hindürfen ... icon_cry.gif Aber diesbezüglich hatte ich Glück - dadurch daß sie sie als Nutztier sehen, gehören Ginas Besitzer zu den wenigen Hundehaltern, die nicht eifersüchtig werden, wenn der eigene Hund auch andere Bezugspersonen hat. Viele Hundehalter können ja da sehr empfindlich sein ... icon_confused.gif Und ich bin in solchen Situationen auch möglichst vorsichtig - ich will ja niemandem bösartig den Hund abwerben ... icon_rolleyes.gif

Loewenzahnhexe hat folgendes geschrieben::

Die meisten Schäferhunde lieben es zu Arbeiten. Nachts frei zu laufen und den Hof zu bewachen, ist Arbeit und eine Aufgabe. [...] aber es ist 9 Stunden - oder noch mehr - etwas zu tun haben (auch wenn diese Art von Aufgabe ihre Fähigkeiten weder körperlich noch geistig ausschöpft). Aber sie wird ihren Job ernst nehmen und erfüllen. Das ist wesentlich besser, als im Zwinger zu sitzen. In der Nacht ist sie aufmerksam, lauscht auf Geräsche, wertet sie aus, reagiert entsprechend. Geht Gerüchen nach, kann sich frei in ihrem Revier bewegen. Beschützt ihr Zuhause. Sie ist gefordert und tut etwas sinnvolles. Sie arbeitet Nachts und aus diesem Blickwinkel betrachtet, finde ich es nicht so schlimm, wenn sie tagsüber im Zwinger ist und schlafen kann. Ihre Situation ist nicht optimal, aber auch nicht entsetzlich.

So habe ich das noch gar nicht betrachtet. icon_eek.gif Aber stimmt, das ist definitiv Arbeit. Nur - ihr Job scheint ihr nicht zu reichen. icon_mrgreen.gif Neben dem, was sie vielleicht tut (was Du beschrieben hast), öffnet sie sämtliche Stalltüren, buddelt Frauchen Rosenbüsche aus und macht allerhand kaputt. icon_confused.gif Immer dann, wenn ich eben nicht da bin. Ansonsten schläft sie nachts (auf einer alten Schubkarre mit Teppichresten drin) und wird zum Teil nicht mal wach, wenn Herrchen morgens aus der Tür kommt. Komischer Wachhund. icon_wink.gif Aber ich gebe Dir recht, vormittags schläft sie auch. Wenn ihre Besitzer weg sind und ich sie vormittags hole, ist sie hundemüde (im wahrsten Sinne des Wortes icon_lol.gif).

Ich versuche, sie beim Gassi auch auszulasten und tue viel, was Du beschrieben hast (Bällchen spielen Unterordnungsbefehle, Tricks, vor allem Spielen mit anderen Hunden - wir haben einen gut funktionierenden privaten Hundetreff und dort viele Hundekumpel icon_wink.gif) und das ist auch gut so. Herrchen selbst und Nachbarn haben sogar vorgeschlagen, mit ihr auf den Hundeplatz zu gehen. Aber das habe ich abgelehnt und hätte es nur dann in Betracht gezogen, wenn ich ganzjährig hier wäre. Als Schülerin damals hätte ich von solchen Möglichkeiten geträumt. Jetzt wäre es unsinnig, damit auch noch anzufangen, realistisch betrachtet.

Tanja hat folgendes geschrieben::

Auch du brauchst mal Ruhe, überleg dir das mit dem Pendeln. Du brauchst deine Kohle und deine Nerven. (Wobei es vielleicht eine Überlegung wäre, sie mit dir an deinen Arbeitsort zu nehmen, wenn das von den Leuten aus ok ist. Sie sind ja eh nicht da.)

Mitnehmen geht nicht. Erstens habe ich ein Auto mit Stufenheck (frei wäre nur der Rücksitz) und keine Sicherungsmöglichkeit. Und zweieinhalb Stunden Fahrt mit einem nicht ans Fahren gewöhnten Hund wären Streß - für uns beide. Zweitens wär's mir zu gefährlich (Was ist, wenn mir hinten einer reinfährt und Gina passiert was? icon_confused.gif Wer haftet dann? Und moralisch?) Und drittens habe ich "nur" eine 50-qm-Mietwohnung und bin tagsüber arbeiten. Einen eigenen Hund an die Umgebung gewöhnen und dann 5 Stunden alleinlassen, das geht. Aber Gina, die noch nie überhaupt in einem Haus war, für nur drei Tage aus ihrer gewohnten Umgebung reißen ...
Damit übrigens nicht der falsche Eindruck entsteht: Ich pendle nicht jedes Wochenende. Es ging speziell um dieses eine, wenn sie allein ist. Normalerweise pendle ich alle 2-3 Wochen, was ich vorher auch ohne sie schon getan habe. icon_wink.gif Es ist also nicht so, daß ich mich nach ihr richte, das könnte ich mir auch zeitlich und finanziell gar nicht leisten ...
Aber jetzt zurück zum Thema und sorry für das lange off-topic icon_redface.gif über mich. Ich jammere auch sonst nicht, es wurde mir nur plötzlich bewußt, wie gut ich sie nach einem Jahr kenne und "lesen" kann, wie ich fast immer im Voraus weiß, was sie gleich tun wird und daß ich ihr zu 95 % vertrauen kann. So ein eigener-Hund-Gefühl, für alle anderen Foris hier Normalität, erfahre ich zum ersten Mal. Schön ist das. Und normalerweise eröffne ich auch eigene Threads. icon_wink.gif
Viele Grüße und einen schönen Abend wünscht Minou

PS: Bitte laß uns wissen, wie es mit dem Dackelhund weitergeht. Ich bin gespannt und wünsche Euch und dem Hund eine baldige zufriedenstellende Lösung ...


» User #17862 schrieb:

Hallo Minou,

ne, dann geht Mitnehmen nicht. Ich finds klasse, daß ihre Menschen nicht eifersüchtig auf dich werden und so von ihnen keine Gefährdung für euch ausgeht.

Jammer ruhig ma - tut gut. Solang die positiven Gefühle überwiegen ist das ok. Schlimm wäre nur, wenn du dich so emotional reinhängst, daß du nicht mehr das Gute sehen kannst, das du ihr tust, sondern nur noch die Dinge, die du ihr nicht tun kannst.

Daß du ihr guttust muß ich nicht mehr sagen. Aber ich finde, sie ist auch gut für dich icon_biggrin.gif Sie hat dir gelernt, wie Hund sich mitteilt, was Hund so will und was ihm Spaß macht. Sie lernt dir auch, wie Hund sagt, was er nicht will. Das verschafft dir gegenüber allen, die noch nie einen Hund hatten, einen Riesenvorteil und wird dir beim ersten eigenen sehr nutzen. Bei deiner Hundeliebe wird der erste Eigene bestimmt später mal kommen und der kann sich dann bei Gina für deinen Hundeverstand bedanken.

Ich wünsch euch zwei eine tolle Zeit.

Liebe Grüße
Tanja


» User #16553 schrieb:

Guten Morgen zusammen,

Tanja, wir waren in einer ähnlichen Situation.
Unsere Nachbarn "ganz tierliebe" Menschen haben einen Hund im Keller gehalten.Der hat nachts gebellt, die Kirchenglocken angeheult und und ...
Das ganze Dorf hat sich aufgeregt, gemacht hat keiner was. Als wir dorthin zogen, habe ich die Besitzer angesprochen, na ja der Hund kann nicht ins Haus.
Vor kurzem ist er gestorben, zum Tierarzt ist keiner mit ihm gegangen, das ist "unmenschlich ihn einschläfern zu lassen"? und wir lassen ihn lieber so "einschlafen" icon_heul.gif.
Da wir zu dem Zeitpunkt noch pendelten, haben wir das erst im nachhinein erfahren, dass das arme Tier regelrecht verreckt ist.
Ich mache mir immer noch Vorwürfe, nichts unternommen zu haben.
Also lieber rechtzeitig dem armen Dackelchen helfen und dem armen Kerl so einen Tod ersparen.

Traurige Grüße
scrotcher


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