Haustiere

Kleintierhaltung - Chihuahua?

» User #4244 schrieb:

Hallo Ladykitty,

ich denke bei den Entscheidungen bezüglich Tierhaltungsfragen liegt es am jeweiligen Richter, ist er/sie selbst Tierhalter oder -liebhaber dann fällt das Urteil bestimmt zu Gunsten des Tierbesitzers aus icon_wink.gif


» User #16553 schrieb:

Hallo zusammen,
jetzt geb' ich meinen Senf auch noch dazu.
Es gibt irgendwo ein Urteil, wonach Katzenhaltung (gilt für Wohnungskatzen, nicht für Freigänger) nicht untersagt werden kann, wenn der Besitzer glaubhaft machen kann, das das Tier der Verbesserung der Lebensqualität dient (klingt abgehoben).
Allerdings dürfen die anderen Mieter sich nicht gestört fühlen, und darin liegt m.E. das Problem.
Wir hatten einen ähnlichen Fall in der Nachbarschaft, die Katze lief ausschließlich auf dem Dach herum und auf einmal fühlten sich die anderen Eigentümer dadurch gestört?
Bei Hunden - egal welcher Größe - ist das anders, hier kann der Vermieter ein Verbot aussprechen.
Abschaffen muss man seinen Hund bei einem nachträglich Verbot nicht, aber man darf auch keinen neuen Hund anschaffen.
Ich würde mir wirklich ein schriftliches Einverständnis aller Mieter und des Eigentümers besorgen.
Schönen Abend noch, scrotcher


» User #-1 schrieb:

So jetzt habe ich was zu diesem Thema gefunden:

Hunde- und Katzenhaltung kann im Wohnungsmietvertrag dem Mieter nicht grundsätzlich verboten werden
AG Friedberg/Hessen, Urteil vom 26. 5. 1993
Gemäß § 26 des Mietvertrags wurde vereinbart, dass Tierhaltung grundsätzlich nicht gestattet ist. Nach Anmietung hat sich der Beklagte einen Hund der Rasse Chihuahua angeschafft. Der Kläger mahnte den Beklagten mehrfach wegen der unerlaubten Tierhaltung ab und kündigte mit Schreiben vom 24. 9. 1992 das Mietverhältnis fristlos. Der Beklagte bestreitet, dass irgendwelche Belästigungen von seinem Tier ausgehen.

Das Mietverhältnis ist nicht durch Kündigung gemäß § 564 b BGB erloschen. Allein die fehlende Erlaubnis zur Tierhaltung berechtigt nicht zur Kündigung. Der Vermieter hat zunächst nur einen Unterlassungsanspruch. Die Kündigung wegen unerlaubter Tierhaltung ist unverhältnismäßig. Ob der Kläger mit einer zulässigen Unterlassungsklage durchgedrungen wäre, erscheint ebenfalls sehr zweifelhaft. Das Gericht schließt sich der Meinung an, dass Tierhaltung zum Wohnbegriff zählt, d. h., dass das Halten eines Hundes oder einer Katze als Inhalt normalen Wohnens anzusehen ist. Solange die Tierhaltung die Grenzen des Wohnbegriffs nicht überschritten werden, ist sie nach Ansicht des Gerichts zu dulden. Unbestritten ist, dass durch das Halten eines Hundes oder einer Katze kommunikative und pädagogische sowie medizinische Bedürfnisse erfüllt werden können. Grenzen für das Recht zur Tierhaltung ergeben sich dann, wenn die Hausgemeinschaft, insbesondere die Pflichten zur Rücksichtnahme, die Schutz- und Abnutzpflichten, durch die Tierhaltung verletzt werden. Eine solche Verletzung ist seitens des Klägers nicht substantiiert dargetragen, so dass auch eine Unterlassungsklage keinen Erfolg gehabt hätte.

Und hier was zur Katzenhaltung:

Katzenverbot in der Mietwohnung?
AG Hamburg AZ 8C 185/96
Die Haltung einer Katze in der Mietwohnung kann vom Vermieter nicht grundsätzlich verboten werden. Das Amtsgericht Hamburg entschied, dass von dieser Tierart keine Belästigung ausginge und man die Haltung dulden müsse. Aber auch die Wohnungsgröße ist entscheidend: Ein bis zwei Katzen sind in der Regel zumutbar. Nicht mehr zumutbar, entschied das AG Berlin-Lichtenberg (Az.: 8 C 185/96), sind sieben Katzen in einer 3-Zimmer-Wohnung.


» User #-1 schrieb:

Verbot der Hunde- und Katzenhaltung in Mietvertrags-AGB
AG Köln, Urteil vom 13. 7. 1995
Die Klausel in einem vorformulierten Mietvertrag, wonach sich das Mitglied verpflichtet, keine Katzen und Hunde zu halten, ist unwirksam, denn das Halten von Hunden und/oder Katzen in Mietwohnungen ist auch in städtischen Gebieten dem vertragsgemäßen Gebrauch zu Wohnzwecken zuzurechnen.

Im Rechtsstreit zwischen der kleinen Wohnungsgenossenschaft und der beklagten Mieterin kam es - unter anderem - auf die Wirksamkeit der Formularklausel § 3 des Mietvertrags an: "Das Mitglied verpflichtet sich, keine Katzen und Hunde zu halten." Das AG hat die Klausel für mit § 9 AGBG unvereinbar gehalten.


» User #-1 schrieb:

Die Antwort des Mietrechtsexperten Jürgen Becher:

Wenn ein Vermieter die Genehmigung zur Haltung eines Hundes oder einer Katze gegeben hat, so muss in der Regel der Mieter, wenn das Tier stirbt, für ein neues Haustier nicht nochmals um Erlaubnis bitten. Etwas anderes gilt, wenn dies ausdrücklich im Mietvertrag vorgesehen ist. Der Vermieter ist aber schon gehalten, auch für zumindest eine neue Katze wieder die Genehmigung zu erteilen. Ob die Erlaubnis auch auf eine zweite Katze ausgedehnt werden muss, ist allerdings fraglich. Das Landgericht Hannover hat einmal entschieden, dass der Mieter nicht das Recht hat, noch einen zweiten Hund anzuschaffen, wenn der Vermieter einen Hund duldet.

Siehe hier: http://www.wdr.de/tv/service/tiere/angebote/aktuelles_t2.phtml#8


» User #4244 schrieb:

Ladykitty hat folgendes geschrieben::
So jetzt habe ich was zu diesem Thema gefunden:

Hunde- und Katzenhaltung kann im Wohnungsmietvertrag dem Mieter nicht grundsätzlich verboten werden
AG Friedberg/Hessen, Urteil vom 26. 5. 1993


Danke Ladykitty,

ich glaube meine Tierärtzin meinte dieses Urteil, nach Friedberg kann man von hier aus spucken wenn man vieeel Luft holt. icon_mrgreen.gif

Ich persönlich würde niemals in eine Wohnung ziehen wo man keine Hunde, Katzen, Mäuse etc halten darf icon_oldie.gif


» User #-1 schrieb:

Nightraven hat folgendes geschrieben::
Ich persönlich würde niemals in eine Wohnung ziehen wo man keine Hunde, Katzen, Mäuse etc halten darf icon_oldie.gif


Ich auch nicht! Gott wäre das schlimm für mich, wenn ich niemand antreffen würde wenn ich heim käme icon_heul.gif


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