Haustiere

Was wenn mein Hund mal einen Fremden beißt?

» User #16599 schrieb:

Hallo,

ich hab mehrere Fragen die ich und meine Freundin uns schon länger stellen. Was ist wenn der Hund mal einen fremden Menschen beißt weil er provoziert wurde?

Ich möchte mal ein paar Konkrete Beispiele nennen die uns schon passiert sind.

1. Letztens sind wir mit unserem 9 jahre alten Schäferhund im Wald spazieren gewesen. Unser Hund war wie üblich von der Leine. Dan kam uns eine Frau entgegen mit einem (großen) Hund an der Leine. Unser Hund ging langsam zum anderen Hund um mal zu schnuppern. Daraufhin hat die Frau unseren Hund weggestoßen und schon fast getreten weil sie nicht wollte dass Ihr Hund von anderen beschnuppert wird wärend er an der Leine ist.
Was wäre wenn der Hund dieses Verhalten (treten und schubsen) von der fremden Frau nicht gefallen lassen würde und zupackt? Wären wir dann die Schuldigen (bzw. unser Hund)?

2. Wir hatten früher einen Husky/Schäferhund Mix. Wenn wir mal eben in einen Laden reinspringen mussten haben wir ihn kurz angebunden. Wenn wir dann nach ca 3 - 5 Minuten wieder rauskamen waren fast immer mehrere Leute am Hund und haben den gekuschelt/umarmt usw. Es kam schon vor dass etwa 8 Leute um den Hund herumstanden und den angegafft und angepackt haben. Das war immer echt zum erbrechen. Nun haben wir den Husky nicht mehr (wegen unserem Baby) und haben vor kurzem einen Schäferhund aus einem Spanischen Tierheim geholt.
Bei dem ist es fast genauso. Wir haben Ihn EINMAL kurz angebunden und nach etwa 20 Sekunden hockten schon 2 Kinder (ca 12 - 14 jahre) am Hund und streicheln ihn. Was wäre wenn der Hund sich dann mal verteidigen würde?

3. Wenn wir mit unserem Hund spazieren gehen kommt es sehr oft vor dass andere Menschen den Hund beim vorbeigehen ungefragt streicheln. Was dann wenn der Hund das nicht mögen würde?

4. Wenn ich oder meine Freundin mal von jemanden "angegriffen" (also nicht geschlagen sondern nur beschimpft und der jemand kommt bedrohlich näher). Würde dann der Beschützerinstinkt des Hundes rechtlich zu unserem Nachteil sein wenn er dazwischen geht?


» User #4958 schrieb:

Hallo,

als Hundehalter gilt die Gefährdungshaftung, die besagt, dass du für die von deinem Hund ausgehende Gefahr haftest, auch wenn du im Prinzip keine Schuld daran hast.
Beisst dein Hund also zu (egal aus welchem Grund), hast du die Folgen zu tragen.
Dein Hund ist also praktisch "nie im Recht" wenn er zubeißt.
Ein Beispiel: Der Hund unseres Nachbarn hat im eigenen hocheingezäunten Garten einen Eindringling (Einbrecher) gestellt und gebissen. Es kam zur Gerichtsverhandlung, da unser Nachbar sich weigerte den Schaden nebst Schmerzensgeld zu bezahlen.
Fazit: Einbrecher bekam Recht.

Im Übrigen reicht es schon aus, wenn sich jemand von deinem Hund bedroht fühlt, um einen Besuch von der Polizei zu bekommen. Einer guten Bekannten passiert, die beim Gassi gehen auf dem Feld ihren Schäferhund nicht an der Leine hatte (der sich überhaupt nicht für Passanten interessiert). Zwei ältere Damen fühlten sich bedroht und schwupps stand die Polizei vor der Tür und sprach eine Verwarnung aus.

Seit dem lasse ich meinen Hund prinzipiell immer Fuss gehen, wenn uns jemand begegnet.
Beisst dein Hund zu während er frei läuft, hast du sowieso schuld (auch ohne Gefährdungshaftung).

Gruß,
Gabi


» User #12972 schrieb:

Hallo,

Skriker hat folgendes geschrieben::
Hallo,

ich hab mehrere Fragen die ich und meine Freundin uns schon länger stellen. Was ist wenn der Hund mal einen fremden Menschen beißt weil er provoziert wurde?

Ich möchte mal ein paar Konkrete Beispiele nennen die uns schon passiert sind.

1. Letztens sind wir mit unserem 9 jahre alten Schäferhund im Wald spazieren gewesen. Unser Hund war wie üblich von der Leine. Dan kam uns eine Frau entgegen mit einem (großen) Hund an der Leine. Unser Hund ging langsam zum anderen Hund um mal zu schnuppern. Daraufhin hat die Frau unseren Hund weggestoßen und schon fast getreten weil sie nicht wollte dass Ihr Hund von anderen beschnuppert wird wärend er an der Leine ist.
Was wäre wenn der Hund dieses Verhalten (treten und schubsen) von der fremden Frau nicht gefallen lassen würde und zupackt? Wären wir dann die Schuldigen (bzw. unser Hund)?
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Grundsätzlich gilt: Wenn ihr jemanden seht, Hund an die Leine, fragen, ob die Hunde zusammen spielen dürfen und können. Gebietet die Höflichkeit und sichert Euren Hund. _____________________________________________________


2. Wir hatten früher einen Husky/Schäferhund Mix. Wenn wir mal eben in einen Laden reinspringen mussten haben wir ihn kurz angebunden. Wenn wir dann nach ca 3 - 5 Minuten wieder rauskamen waren fast immer mehrere Leute am Hund und haben den gekuschelt/umarmt usw. Es kam schon vor dass etwa 8 Leute um den Hund herumstanden und den angegafft und angepackt haben. Das war immer echt zum erbrechen. Nun haben wir den Husky nicht mehr (wegen unserem Baby) und haben vor kurzem einen Schäferhund aus einem Spanischen Tierheim geholt.
Bei dem ist es fast genauso. Wir haben Ihn EINMAL kurz angebunden und nach etwa 20 Sekunden hockten schon 2 Kinder (ca 12 - 14 jahre) am Hund und streicheln ihn. Was wäre wenn der Hund sich dann mal verteidigen würde?

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Ich würde den Hund hierfür desensibiliesieren, entweder macht ihr das oder über einen Trainer. So dass er eben nicht beißt._____________________________________________________

3. Wenn wir mit unserem Hund spazieren gehen kommt es sehr oft vor dass andere Menschen den Hund beim vorbeigehen ungefragt streicheln. Was dann wenn der Hund das nicht mögen würde?
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Ist mir auch immer wieder mal passiert, als ich noch meine Bouviers hatte und diese noch relativ klein waren, da kam dann dieser Wuschelbärcheneffekt und dann noch die großen braunen Augen...
Einschreiten oder desensibilisieren.
Einschreiten in dem man seinem Gegenüber bittet dies zu unterlassen. Jetzt muss ich schmunzeln. Meine Schwägerin hat ja noch einen Bouvier. Als der andauernd getäschelt wurde, ist sie mal zu einem Mann gegangen und hat ihn auch auf den Kopf getäschtelt. Frage an den Mann: Na, gefällt ihnen das?
Er: Nein, unterlassen sie das gefälligst!
Sie: Wie kommen sie darauf, dass es meinen Hund gefällt?
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4. Wenn ich oder meine Freundin mal von jemanden "angegriffen" (also nicht geschlagen sondern nur beschimpft und der jemand kommt bedrohlich näher). Würde dann der Beschützerinstinkt des Hundes rechtlich zu unserem Nachteil sein wenn er dazwischen geht?


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Solange ihr nicht tätlich angegriffen werden und noch die Möglichkeit zur Flucht bzw. Verteidigung ohne Hund habt, hat der Hund in keinster Weise zu beschützen. Hat auch was mit Eurer Rudelstruktur zu tun. Hier gilt es Nerven zu behalten, ruhig zu bleiben und aus der Situation raus zu gehen. Hund darf in keinster Weise "eingesetzt" werden.
Anders wärs, wenn ihr verteidigungsunfähig wärt...
So sehe ich das jedenfalls. Bin aber kein RA.
Gruß eggi


» User #16599 schrieb:

Danke für die Hinweise. Also unser hund macht ja nichts. Auch in den oben beschriebenen Fällen würde er nichts machen. Aber mich hat einfach interessiert was in so einem Fall wäre. Denn schließlich sind die meisten Menschen wirklich kack frech. Ich selber würde mich nie an einen angeleinten Hund hinhocken und den kuscheln. Und erst recht nicht wenn ich den gar nicht kenne.


» User #12972 schrieb:

Hallo Skriker,
ich stimme Dir in einem Punkt zu, kein Hund steht morgens auf und denkt sich: jetzt beiß ich.
Hunde reagieren auf Schlüsselsignale und reagieren entsprechend.
Da ihr den Hund noch nicht lange habt, würde ich mit dieser Aussage: der tut nichts
doch sehr sensibel umgehen.
Ihr kennt ihn doch noch gar nicht...Deshalb sensibler mit solchen Aussagen bitte sein.
Ich stimme Dir auch zu, dass viel Unvernunft in den Köpfen der Menschen rumrennt.
Meine Schwägerin kann hierzu viel berichten, sie ist da sehr geschädigt.
Gruß eggi


» User #14431 schrieb:

Hallo!

Ich würde mal behaupten, keiner kann seine Hand für den Hund in`s Feuer legen. Es kann immer was passieren, daher ist eine Hundeversicherung echt notwendig! Sonst kann es einen evtl. in den absoluten Ruin stürzen!

Das hat dann nicht nur mit dem Beißen zu tun, sondern in jeder Hinsicht wie: Leute vom Fahhrad "holen" durch Erschrecken oder Ähnliches. Anspringen und die Kleidung beschmutzen oder sogar vor ein Auto laufen...

Ich habe da mal eine persönliche Frage an Skriker:

Warum ist der Husky-Mischling weg und was habt ihr mit ihm gemacht? Hat er sich mit dem Baby nicht verstanden? Und woher wußtet ihr denn, dass ein fremder Schäferhund aus einem spanischen Tierheim besser zu Euch passt? Du musst nicht antworten, es würde lediglich meine Neugierde befriedigen...

LG Gulo


» User #12972 schrieb:

Hallo Gulo,
isch oller Kerl habs gelesen, sonst überles ich immer was Wichtiges - wegen dem Baby...
Ok, jetzt drängeln sich bei mir auch viele Fragen auf...
Gruß eggi


» User #16599 schrieb:

Den Husky konnten wir nixcht behalten weil er sich nicht mit Kindern verstanden hat. Zudem konnte er nicht alleine bleiben. Wenn meine Freundin mit mir zusammen wärend der schwangerschaft zum Frauenarzt musste, mussten wir den Hund immer alleine lassen. Und das ging einfach nicht. Meine Freundin hatte frühgeburtgefahr und musste jeden Tag zum Frauenarzt und dann waren wir auch schon täglich 2 Stunden weg und der Hund musste alleine bleiben. Er hat uns dann die ganze Wohnung zerlegt und so laut rumgejault dass man es auch auf der Straße hören konnte. Das gab natürlich wieder stress mit nachbarn. Dann merkte er dass sich einiges Veränderte und er fing auch schon an uns gegenüber die Zähne zu zeigen. Außerdem konnte man ihn nicht freilassen. Es wäre schwierig wenn ich arbeiten bin und meine Freundin mit Kinderwagen und Hund spazieren gehen müsste. Besonders weil er noch nicht einmal an der Leine gehen konnte. Soabld er einen anderen Hund oder Kaninchen etc. gesehen hat sprang er wie ein Känguruh rum (fast bis Kopfhöhe) und das ist mit Kinderwagen auch nicht möglich da er locker den Kinderwagen umschmeißen kann oder reinspringt (denn in so einer situation war er nie ansprechbar). Dann hatten wir einfach zuviel Angst wegen unseres Kindes.

Nun war unsere Tochter schon 5 Monate alt und auf dem Entwicklungsstand eines 7 Monate alten Kindes und uns fehlte einfach ein Hund. Dann haben wir in zusammenarbeit einer Spanischen Tierhilfe einen passenden Hund gefunden der alle unsere Erwartungen erfüllt.

1. Er geht fast perfekt bei der Leine.
2. Kann er alleine bleiben.
3. Man kann ihn freilassen.
4. Er ist sehr kinderliebt und verschmust.
5. Er interessiert sich kaum für andere Hunde und andere Tiere.

Es ist einfach leichter und sicherer. Und unser Husky hat auch ein neues schönes zuhause gefunden.


» User #14431 schrieb:

Hi!

Das ist ja dann doch noch gut ausgegangen für den Huskymix. Danke für die Antwort. Jetzt kann man es verstehen... icon_biggrin.gif

LG Gulo


» User #16630 schrieb:

Hallo Skriker

Ich kann deine Überlegungen gut nachvollziehen und habe mich auch oft gefragt "Was wäre wenn?"
Ich bin mal früh zum Bäcker gegangen mit meiner Labradorhündin und habe sie angeleint.Da kam eine andere Hundebesitzerin mit Hund ohne Leine.Nun sitzt meine Hündin vorm Laden und hat nur Augen dafür wann ich aus dem Laden wieder rauskomme.Der andere ging dann an meinen Hund und schnüffelte an meiner.Das wollte wohl meine nicht und schnappte sich den Hund.Zum Glück ist nichts weiter passiert.Nun war ich aber die blöde bei dem anderen Hundebesitzer.Mein Hund hätte so unschuldig ausgesehen,sagte dann der andere Hundebesitzer.
Wieso bin ich da die blöde?
Meinen Kindern hab ich immer beigebracht das sie an einem Fremden Hund nix zu suchen haben und erst den Besitzer fragen müssen bevor sie den Hund streicheln wollen.Ich hab mal als Kind den Fehler gemacht und trage jetzt noch die Narbe im Gesicht mit mir rum.

Gruss Conny


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