Haustiere

3. Angriff des "lieben" Nachbarns

» User #4958 schrieb:

Guten Morgen,

bei uns in der Nachbarschaft wohnt ein Retriever-Rüde, der unsere Fellnase auf dem Kieker hat.

Der 1. Zwischenfall ereignete sich als unser Hund gerade mal 9 Monate alt war. Der Retriever griff an, Elmo drehte sich sofort auf den Rücken (zappelte auch nicht mehr). Worauf der Retriever regelrecht ausflippte und wie rasend zubiss. Nachbarin stand daneben und ich durfte dieses Biest von meinem Junghund runterziehen.

Von da an gingen wir diesem Hund natürlich aus dem Weg und alles ging 6 Monate gut.

Dann meinte der erwachsene Sohn dieser Nachbarin jedoch, er müsse seinen Hund kurz nachdem wir an ihnen vorbei waren, von der Leine zu lassen. Worauf sich das Spektakel wiederholte. Retriever griff an, meine Knutschkugel ergab sich, Retriever tickt aus. Dieses Mal hatte wir neben einem mandarinengroßen Hämatom im Halsbereich, eine durchbissene Steuermarke zu verzeichnen.

Nun war fast 2 Jahre Ruhe. Gestern nachmittag hatte ich einen Termin und eine gute Bekannte bot sich an mit Elmo Gassi zu gehen in Beleitung einer anderen Freundin nebst Knutschkugels Hundefreundin.

Sie trafen noch im Wohngebiet auf besagten Retriever, der von der erwachsenen Tochter der Halterin geführt wurde. Da meine Bekannte die Problematik kennt, wich sie auf die Straße aus. Und das Spiel wiederholte sich wieder. Retriever reisst sich los, stürzt sich auf Knutschkugel, Unterwerfung, Austicken. Als mein Hund, der die ganze Zeit an der Roll-Leine war, jedoch dieses Mal bemerkte, dass der andere sich nicht an die Spielregeln hält, wehrte er sich. Fazit: Retriever hat sich selbst auf die Zunge gebissen und Elmo hat ihn an der Pfote erwischt. Getrennt wurden sie von unserem direkten Nachbarn, der die verwickelten Hunde auseinander sortierte. Fazit: Meine Knutschkugel hat zwar keine sichtbaren Wunden, humpelt jedoch stark. Wir fahren nachher zur Tierklinik.

Mir reicht es jetzt gewaltig, vorallem weil jetzt Knutschkugel der Böse ist, da der arme Retriever ja schließlich geblutet hat und bei uns nichts zu sehen war.

Bei den bisherigen Vorfällen habe ich, des lieben Friedens willen, meine Tierarztrechnungen schön selber bezahlt. Hatte ja auch gedacht, dass die Retriever-Familie aus den Vorfällen gelernt hat und ihren Hund dementsprechend führt. Nun das scheint definitiv nicht der Fall zu sein. Ihr Garten ist z.B. immer noch nicht hoch genug eingezäunt, der Hund springt da wie er lustig ist rüber.

Was würdet Ihr an meiner Stelle tun? Bekomme nur zu hören, dass ich mich unnötig aufrege. Rangeleien unter Rüden seien schließlich ganz normal...und schließlich könne ja niemand nichts dazu, dass sei es ein Unfall gewesen, dass die Tochter den Hund nicht halten konnte.

Freue mich über jeden Rat.

Gabi


» User #12972 schrieb:

Hallo,
klar sind Rauferein normal, nur der jeweilige Halter muss schon sich durchsetzen und diese erforderlichen Falls unterbinden.
Nur dumm rumstehen und schauen, was passiert, geht aber nun leider doch nicht.
Innerhalb von ca 2 Jahren - drei Raufereien geht ja eigentlich noch, aber bitte bedenke, ich steh auf Deiner Seite und kann Deinen Ärger nachvollziehen.
Ich würde erst einmal ein freundlichen Gespräch suchen, nicht angreifend wirken, sondern man muss eben spüren, Du bist nicht glücklich mit der Situation. In der Hinterhand ein Bescheinigung vom TA, dass die Rauferei doch nicht so glimpflich abging, wie es den Anschein hatte.
Erst einmal es in Freundschaft versuchen.
Prinzipiell gilt jeder Halter eines Hundes ist verpflichtet seinen Hund so zu halten, dass er niemanden und nichts belästigt bzw. "angreift".
Ich als Halter trage hier die volle Verantwortung und wie ich lesen konnte war Deiner ja immer schön angeleint.
Ich weiß ja nicht wie es bei Euch ist, aber bei uns im Dorf gilt LEINENPFLICHT. Allerdings hatte ich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen - bis meine groß waren...
Hatte 2 Doggen - ganz gemein grinsen!
Hilft dieses Gespräch nicht, würde ich mir Infos über das Ordnungsamt holen, wie Du Dich jetzt am Besten verhälst usw. Und wenn alles nichts hilft, muss man eben eine Anzeige starten.

Nicht hauen, aber Raufereien in dieser Form sind leider nun mal normal und kleinere Verletzungen sind eben nicht auszuschließen. Ich bin so ein Mensch, dass ich mich auf den gesunden Menschenverstand verlasse, bin diesbezüglich auch schon eines Besseren belehrt wurden, aber es hält sich noch in Grenzen. Trotzdem such das Gespräch, bleibe die Ruhe in Person.
Da Du ja nun wirklich nicht den anderen Hund erziehen kannst, bitte ich Dich bei Deinen Hund das Abrufen zu trainieren.
Und kleiner Tipp, sollte es wieder mal zur Rangelei kommen, dann ist es höchstgradig gefährlich sich da einzumischen. Ruf Deinen Hund und geh weg vom Geschehen und versuch den anderen Halter dies auch zu vermitteln. Strahlt auch Ruhe aus. Ich weiß, dass ist schwierig, aber in den meisten Fällen hilft es schon.
Jedes andere Verhalten, Rumbrüllen usw. verstärkt nur noch das Verhalten. Das ist leider den Meisten nicht klar. Das ist aber menschlich gesehen, nachvollziehen, man hat ja Angst um seinen Hund, nur für den Hund ist das ein eindeutiges Signal:
Boss hilft mir und "rauft" mit.
Das der andere so ein Verhalten zeigt, ist nicht seine Schuld, da sieht man wieder, wie wichtig es ist, seinen Hund gut zu sozialisieren...Und man sieht selbst ein Retriever ist vor sowas genetisch nicht geschützt.
Ich drück Dir ganz fest die Daumen, dass Du das Gespräch in freundlicher, aber bestimmten Form findest und das man Dir diesbezüglich Einsicht zeigt und die Konsequenzen zieht.

Sollte sich meine Schwägerin hier mal wieder verirren, wird sie bestimmt auf Deinen Beitrag stürzten, denn davon kann sie Lieder singen, vom Feinsten und sie wird Dir evtl. mit Tipps zur Seite stehen können.
Also Kopf hoch und gute Besserung für Deine Fellmaus.
Frage: Was ist das denn für eine Fellnase, Alter evtl. Rasse - nur aus reiner Neugier!
Gruß eggi


» User #4958 schrieb:

Hallo Eggi!

Vielen Dank für Deinen Beitrag.

Meine Knutschkugel ist ein fast 3 jähriger Berner Sennen- Retriever-Mix, bei dem aber eindeutig der Berner durchschlägt (charakterlich und aussehensmäßig) icon_wink.gif .

Klar, weiss ich, dass Rüden-Rangeleien normal sind. Aber ich weiss auch, wie sie normal ablaufen. Mordsgetöse, enden aber meist genauso schnell wie sie begonnen haben. Nämlich wenn einer aufgibt. In diesem Fall ist dies aber ganz anders.

Ich trainiere bei Dorothee Schneider (bekannt durch zahlreiche Publikationen u.a. Die Welt in seinem Kopf etc.), die auch schon mit Turid Rugaas zusammen gearbeitet hat. Hier wird er in der Gruppe immer für seine absolute soziale Fairness gelobt. Er zeigt so einem jungen "Schnösel" auch mal, wer denn hier der Boss ist, aber liegt der andere unten, ist es auch schon gut.

Und ich wage zu behaupten, dass er zu 99,8% abrufbar ist. Wenn er überhaupt die Chance dazu hat, sich zu entfernen.

Nach dem 2. Angriff hatten wir das Problem, dass er jedem blonden Rüden mit Drohgesten begegnete. Dies haben wir mit viel Geduld wieder in den Griff bekommen. Und nun kann ich damit wieder von vorne anfangen. Finde es einfach zum K...!

Aber Du hast selbstredend recht, ich werde versuchen ein sachliches Gespräch zu führen. Allerdings noch nicht heute (wäre noch nichts mit "Sachlichkeit" icon_wink.gif ).

Ich sehe halt nur nicht ein, warum ich jedesmal beim Gassi-gehen um alle Ecken schielen muss, ob besagter Hund nicht irgendwo rumläuft...

Beim Arzt waren wir schon, das Knie- oder Ellenbogengelenk ist verletzt. Haben nun etwas zum Abschwellen und für die Schmerzen bekommen. Am Montag müssen wir wieder kommen..
Danke nochmals für Deinen Rat.

Gruß,
Gabi