Haustiere

Hundeabschuss per Jagdgesetz

» User #12972 schrieb:

Hallo,
also ich leb in einem Dorf, einmal hingehupft und ich steh im Wald. Wie bringt man also einer Katze oder einem Kater bei, dass er da nicht hin darf?
Ich verstehe ja die Grundgedanken von Dir in Bezug auf die Fellnasen, die bellen, aber ist doch besonders auf ländliche Gebiete und auf Hinsicht auf Katzen ne sonderbare Reglung...

Meine beiden Stubentigger sind im Haus und haben im Garten noch ein großes Freihgehege, ich händel dies nicht, wegen dem Wald, sondern wegen den 2 Straßen die hier ums Haus sind.

Das mit dem größeren Kreisen bzw. in Sicht- bzw. Rufweite, hat meine Schwägerin von ihrem Amtssheriff gehört, die sich da mal u. a. über solche Thematiken unterhalten haben.
In den Gemeinden z. B. - so ist es jedenfalls hier - sind extra noch Festlegungen was Hunde betrifft festgeschrieben.
Jedenfalls teilte sie dies mir so mit.
Ansonsten müsstest Du sie diesbezüglich mal selbst fragen, vll. meldet sie sich ja auch von sich aus - wer weiß...
Gruß eggi


» User #15808 schrieb:

Auch ein Jäger darf einen Hund nicht ohne weiteres erschiessen, entgegen eines weit verbreiteten Irrglaubens. Mit der Tötung eines Hundes (oder eines anderen Haustieres) macht sich der Jäger strafbar, und kann vor Gericht dafür empfindlich belangt werden.
Ihm obliegt die Beweispflicht, ob das Tier gewildert - oder sonstigen Schaden angerichtet hat. Hier handelt es sich um einen typischen Fall, wo Gerüchte dazu führen absurde Theorien als gesetzesmäßige Tatsache aufzufassen. Man überlege sich einfach mal, wie oft es vorkommt, dass ein Hund tatsächlich Wild reißt!


» User #13286 schrieb:

TheTerrier hat folgendes geschrieben::
...Man überlege sich einfach mal, wie oft es vorkommt, dass ein Hund tatsächlich Wild reißt!


Da hast Du recht, aaaber : WAS genau ist " Wildern"? Ich habe Texte dazu gelesen, die besagen, dass bereits das Verfolgen eines Wildes, ja sogar das Verfolgen einer blossen SPUR (ganz ohne Wild in Sicht) bereits als "Wildern" definiert wird. Ich habe soviel Unterschiedliches zu dem Thema gelesen, und alles hört sich irgendwie "amtlich" an, - woher soll der Durchschitts-Hundebesitzer wissen, was nun ECHT Gesetz ist und was nicht? Hier liest man dies, dort Jenes... Wenn mehr Hundebesitzer Sicherheit darüber hätten, was nun tatsächlich Gesetz ist, würden vielleicht viel mehr Geschädigte vor Gericht ziehen. Aber so denkt wohl Jeder, der Jäger sei sowieso im Recht, und fügt sich ins Unvermeidliche.

Übrigens habe ich gar nichts gegen das Vorgehen gegen streunende Hunde (natürlich nicht mit dem Gewehr in der Hand) : heute ist mir das Herz auch wieder in die Kniekehlen gerutscht, als ich auf einsamer Flur zwei Schäferhunde sah, die ohne jegliche Aufsicht dort rumstreunten. Zum Glück haben die mich und meine Hund nicht bemerkt, aber was wäre wenn... meist handelt es sich dabei ja um Zwinger- oder Kettenhunde von irgendwelchen Höfen, die ihre Freilaufstunden haben. Und in wieweit die sozialisiert sind, da hab ich manchmal meine Zweifel. Wenn wenigstens irgendwo Jemand zu sehen wäre, der die Hunde beaufsichtigt, und der wenigstens versuchen könnte, sie zurückzupfeifen oder mir und meinem Hund im Notfall beistehen würde... aber so stehe ich im Falle des Falles auch noch allein da ...icon_sad.gif


» User #15808 schrieb:

Grundsätzlich wird ein Jäger es sich 2-3 mal überlegen einen wildernden Hund zu erschiessen. Zwar bemühen sich die Jäger ihre Tätigkeit in der Presse als "Dienst für den Naturschutz" darzustellen (Erhaltung des Wildbestandes durch Hege, Auslese kranker Tiere usw.) was aber so nicht in die Medien durchgreift. Vielmehr kämpft die Jägerschaft darum den grundsätzlich schlechten Ruf-auch und vor allem in der Bevölkerung- aufzupolieren. Unbedachte Taten wie der Abschuss streunender Hunde gießen da nur Öl ins Feuer der Jagdgegner. Außerdem obliegt dem Jagdausübendem bei der Tötung eines wildernden Hundes eine zivilrechtliche Güterabwägung (Wert des Hundes, Wert des Wilds). Und schließlich sind die meisten Jäger selbst Hundebesitzer, und werden sich im Zweifelsfalle für den Hund und gegen das Wild entscheiden. Es muß jeder Jäger bei der Tötung eines wildernden Hundes auch eine zivilrechtliche Güterabwegung treffen (Wert des wildernden Hundes - Wert des gewilderten Wildes).Solchen Zeitgenossen, die bevor sie den normalen Weg gehen (Hundehalter ansprechen, Anzeige wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht etc.)gleich zur Waffe greifen kann ganz schnell der Jagdschein entzogen werden, oder die Pacht verboten werden. Nur leider hilft das nicht mehr den Hundebesitzern, deren Tiere Opfer solcher Aktionen geworden sind.


» User #16554 schrieb:

Liebe Hundebesitzer und Tierfreunde,
ich kann Ihre Besorgnis um Ihr Haustier durchaus verstehen, da ich ja selber ein vierbeiniges Familienmitglied habe. Durch die hohe Besorgnis und emotionale Aufgewühltheit neigt man aber leider zu vorschnellen Urteilen und schüren eines Feindbildes (hier der Jäger), der das Haustier bedrohe.
Allein hier liegt schon ein grundlegendes Problem, denn echte Waidmänner laufen nicht mit dem Gewehr durch Feld und Wiesen um Hunde und Halter zu bedrohen! Das Gesetz hat aber erkannt, dass von Haustieren eine Gefährdung für das Wild ausgehen kann und dementsprechend rechtliche Rahmen gesetzt, um dem entgegenzuwirken.

Wer behauptet, dass Hunde nur kranke Rehe erreichen würden, der glaubt womöglich auch daran, dass wilde Raubtiere auch nur kranke Tiere reißen würden. Hier liegt aber ein weiterer Irrtum, der leider auch durch Tierdokus etc. verbreitet wird. Die Tiere, die am häufigsten gerissen werden sind stets Jungtiere und Muttertiere, die ihren Nachwuchs versuchen zu schützen bzw. hoch trächtig sind. Ein einzelner Hund kann durchaus also gefährlich für gesunde Tiere werden und es kommt auch tatsächlich vor, dass Tiere gerissen werden!

Die Güteabwegung und die vorherige Ausschöpfung anderer milderer Mittel wurde hier schon dargestellt und spielt in jedem Fall eine wesentliche Rolle. Auch ist es richtig, dass der Jäger einen Nachweis für das unausweichliche töten eines Haustieres erbrigen muss.

Lassen Sie mich noch folgendes anmerken: Das freie Laufenlassen eines Hundes in einem Waldgebiet ist verboten und weder nötig, noch tollerierbar. Auf freien Feldern ist es zwar in der Regel auch nicht gestattet (handelt sich meist auch um Jagdbezirke), aber wird von allen mir bekannten Jägern tolleriert.
Wer seinen Hund im Wald an der Leine hält und ihn auf offenem Feld auch ohne Leine unter Kontrolle hat, der wird keine Probleme kriegen. Zu bestimmten Jahreszeiten (spätes Früjahr und Frühsommer) ist es ohnehin nötig mehr auf den Hund zu achten, da in den Wiesen Kitze und im Unterholz auch Rotwildkälber liegen können, die zum einen nicht in der Lage sind vor einem Hund zu flüchten und zum anderen nach berührung mit einem Hund meist nicht mehr von ihren muttertieren angenommen werden.

Wildernde Katzen: keine Katze entfernt sich mehr als 300 Meter von ihrem Haus, es sei denn sie beginnt zu streunen und sich von wildlebenden Tieren zu ernähren , oder sie beginnt gar zu verwildern. Von einem einzelnen Tier geht auch keine Große Gefährdung aus, aber nehmen wir den Fall an, dass es sich um ein Revier handelt, indem Bodenbrüter leben (Fasan,Rebhuhn), dann wird die Katze diese leichte Beute annehmen. Insbesondere bei verwilderten Katzen, die gar junge bekommen ist Handeln geboten und evtl. auch ein Abschuss nötig. Besonders in Vogelschutzgebieten!
Ich selber würde niemals eine Katze abschießen, die ein Halsband trägt und nur unwesentlich über der 300m -Marke ist. Insbesondere bin ich mir auch nicht zu schade mit Hundebesitzern zu diskutieren und Einfangversuche bei verwilderten Haustieren zu unternehmen. Wir Jäger haben doch neben unserem Hobby auch noch eine wichtige Aufgabe für die Ökologie in unserer Kulturlandschaft! Die Störung durch Haustiere ist wirklich nicht unerheblich und es sollte in unserem Interesse liegen Wild möglichst ohne unnötigen Stress leben zu lassen.
Ein vernünftiger Hundehalter, der den Leinenzwang im Wald achtet, der braucht keine Angst um sein Haustier zu haben. Bei zuwiderhandlung kommt es auch nicht gleich zum Abschuss des Tieres! Es darf IMMER NUR das LETZTE MITTEL sein um eine akute Gefährdung von kapitalem Wild zu verhüten. In der Regel kommt es nach wildern des Hundes zu einer Anzeige wegen Wilderei (§292StGB).
Sollte ein Jäger sich gegen die Gesetze wenden und wirklich einfach auf Tiere schießen bzw. viel zu früh, dann ist er nicht die geeignete Person für einen Jagdschein und es liegt durchaus in meinem Interesse, dass derartige Verhaltensweisen vor Gericht enden! Er schadet ja schließlich dem Ansehen der echten Jäger, was dann zu den hier gelesenen Statements führt.
Sollte es weiter Fragen und unsicherheiten Geben, dann stehe ich gerne zur Verfügung, um Klarheit zu schaffen! Ich hoffe ich konnte einigen die Angst nehmen! Auch sehe ich es oft mit bedauern, dass das Waidwerk in der Öffentlichkeit meist nur negativ erwähnt wird und unser großes Engagement für den Wildtierbestand und die Biotope leider unsichtbar bleibt. Würden die Jäger aber nicht freiwillig erhebliche Summen in den Natur- und Artenschutz stecken, dann wäre in unserer Kulturlandschaft die Artenvielfalt weit eingeschränkt und erhebliche Wildschäden bemerkbar.
Ich hoffe auf kooperative Tierfreunde, denn auch das Wohl des Wildes sollte in Ihrem Interesse liegen.


» User #16141 schrieb:

Hallo,
endlich mal ein Fachmannstandpunkt.
So hat es mir in ähnlicher Weise auch unser Jäger erklärt. Duke war damals noch ein Welpe und nicht an der Leine, daraufhin sprach er mich an. Als er merkte, das Duke noch ein Baby ist, erzählte er mir eben mal so ein paar Begegnungen.
Ich händel es ganz einfach, im Wald kommt der Hund nicht nur zur Jungtierzeit an die Leine und auf Feldern, die ich wirklich einsehen kann und die abgeerntet sind, kommt er eben von der Leine. Und klaro auf dem Hundeplatz, dort wird ausgibig getobt.

Ich finde mit gesunden Menschenverstand ist man viel besser dran. Es gibt doch prima Schleppleine, die man nutzen kann.
Vor Weihnachten hatte ich eine wunderbare Begegnung. Wir stiefelten so durch den Wald und auf einer Lichtung sah ich Rehe. Wir hockten uns hin und konnten sie gut beobachten. Naja, dann musste ich niesen...Weiße Popse verschwanden dann im Unterholz...schade...

Und von unkontrollieren Freigang von Katzen, halte ich absolut gar nichts.

Gruß Kerstin


» User #14431 schrieb:

Kluge und weise Worte eines vernüftigen, jungen Jägers! Leider nicht die Regel und in meiner Ecke nicht häufig vertreten icon_cry.gif!

Meine Katze (Besuchskatze vom Bauernhof) habe ich ca. 100 Meter neben unserem Haus tot aufgefunden. Erschossen! Leider ein Opfer der Treibjagd...

Aber zum Anderen muss ich sagen, dass ich bis jetzt kaum schlechte Erfahrungen mit Jagdpächtern und Jagdaufsehern hatte. Alle sind von meinem Hund begeistert und tolerieren das Freilaufen an Wiesen und in Wäldern.

Trotzdem habe ich, wie andere Leute auch, ein gepaltenes Verhältnis zu Jägern und zur Jagd. Es gibt, wie in jedem Fall, Solche und Solche... Es hat den Anschein, das viele Jäger nicht die Absicht haben, der Natur zu helfen und den Tierbestand zu retten, sondern bewegliche "Objekte" für Schießübungen suchen...

Sorry, das mag sich etwas fies anhören, aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel!

LG Gulo


» User #16554 schrieb:

Hierzu kann ich eigentlich nur sagen, dass leider immer die negativ-beispiele auffallen und lange in erinnerung bleiben. Die überwiegende Anzahl der Jäger verhält sich nicht wie eben geschildert.
Zu der Katze mein ehrliches Beileid! Aber auch die Frage: stand wirklich fest, dass sie durch einen Jäger getötet wurde? In unserem Jagdbezirk wurden wir einmal angezeigt, wir hätten eine Katze geschossen, die nahe eines Wohngebietes gelaufen sei. Da aber keiner der Pächter und Begehungsscheininhaber zu dieser Zeit überhaupt im Wald gewesen war ermittelte die Polizei wenig später einen Ortsbekannten Katzenhasser, der das Tier offensichtlich mit einer illegal aus Polen eingeführten Kleinkaliberbüchse streckte. Bis der Täter ermittelt wurde standen wir harscher Kritik gegenüber.
Wenn aber tasächlich ein Jäger die (Ihre) Katze getötet hat, dann frag ich mich, ob er Tomaten auf den Augen hat, oder bewusst gegen geltendes Recht verstieß! Beides stellt seinen Jagdschein absolut in Frage!
Für die beweglichen Schießobjekte gibt es im Übrigen längst Schießkinos für Jäger...
Fällt ein Jäger negativ auf, so wird von seiten der Jagdverbände schnellstmöglich interveniert. Als erstes fehlen danach die Einladungen zu anderen Gesellschaftsjagden, was sich als ein perfektes Druckmittel gegen Fehlverhalten herausgestellt hat! In Deutschland gibt es über 341.000 Jäger. Zu behaupten, dass sich die meisten falsch verhalten würden wäre doch weit überzogen! Es sind wirklich einzelne Problemjäger, die aber zum Glück immer weniger werden. Andernfalls hätten wir doch ständig massive Probleme mit den 341.000 Waidmännern. Zum Glück haben aber die meisten nichts negatives zu berichten.

viele Grüße


» User #15161 schrieb:

Hallo Waidmann,

mir ist ein Jäger bekannt,der einen Kuckuck erschossen hat,nur aus dem Grund,sich den mal genauer ansehen zu können!Das erzählt er auch noch ganz locker in der Öffentlichkeit rum!
Sein Jagdgewehr verwahrt er im Kofferraum seines Autos,das nie abgeschlossen ist,und auf der Strasse parkt.Er stellt Katzen und Tauben in seinem Garten nach,und brüstet sich damit,die perfekte Katzenfalle erfunden zu haben.Außerdem spricht er dem Alkohol extrem zu,und in diesem Zustand versucht er seinem Hund die Grundbegriffe des Gehorsams beizubringen.
Der Hund lebt in einem verdreckten Zwinger und bekommt unregelmäßig zu fressen und zu trinken.An wem wendet man sich in so einem Fall? Er ist ein Nachbar meiner Schwester,und ich selbst weiß das alles nur aus Erzählungen.Wenn er mein Nachbar wäre,würde ich ihn sofort anzeigen,aber in dem Fall bin ich ja nicht selbst Zeuge.Oder reicht es schon,wenn ich davon gehört habe,um ihn bei der Jagdbehörde zu melden?

Gin


» User #12972 schrieb:

Hallo,
wenn er so drauf ist, sollte er umgehend den Waffenschein entzogen bekommen. Wenn die Vorwürfe wirklich fundiert sind. Hier gilt es gut zu recherchieren und dann Maßnahmen zu ergreifen. Das kannst auch Du...
Ich vermute auch ganz stark, dass ein normaler Jäger unterstützend mitwirkt, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es dort geduldet wird, dass jemand so schräg drauf ist.
Sollte die Waffe wirklich für jeden zugänglich sein, ist dies schon der 1. Grund um ihn mal zur Brust zu nehmen. Das ist fahrlässig...
Gruß eggi


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