Haustiere

Ernstfall eingetreten - Pitbull hat Cocker gebissen

» User #13277 schrieb:

Hey ihr, heut schreibt ich mal nicht in eigener, sondern in befreundeter Sache.
Kurzfassung:
Freundin von mir zieht mit ihrem Freund zusammen, sie hat nen Cocker-Rüden, er eine Pitbull-Hündin. Ein Jahr lang ging alls super, die Hunde haben sich immer vertragen, keine Beissereien, gar nichts. Montag tickte die Hündin auf einmal aus, und beißt den Cocker ganz böse. Hat ihm eine Pfote zerfleischt, große Risse in die Flanken gebissen und ihn letztendlich in die Kehle gebissen. Meine Freundin war dabei, konnte aber nichts machen, Befehle schreien, schlagen, erschrecken ... nichts hat genützt. Als sie gesehen hat, dass die Hündin den Rüde an der Kehle packt und augenscheinlich töten wollte, hat sie in völliger Verzweiflung in ihr Maul gefasst, wurde selbst schlimm gebissen, die Hündin ließ danach aber ab.
Nun meine Frage: Wie zum Teufel konnte das passieren? Die Pitbullin war gut erzogen, vorher nie auffällig. Und nun sowas. Die beiden wissen nun gar nicht, was sie mit ihr machen sollen, weggeben wäre ganz schlimm für alle, aber unter den Umständen können sie sie ja schlecht behalten und die Tiere weiterhin zusammen lassen.


» User #15101 schrieb:

hallo Jule82,
das muss man ja erstmal sacken lassen icon_sad.gif. Warum die Pitti so reagiert hat, kann man im Nachhinein wohl nicht mehr rausgebkommen. Es können vorher schon viele kleine Signale zwischen den Hunden gewesen sein, die wir als Menschen entweder nicht wahrnehmen können oder auch nicht wirklich einordnen können. Kleines Beispiel: Meine Freundin hat 2 Hunde eine Katze. Die Katze ist schon froh wenn sie von den Hunden nicht (meist wegen Futter) sehr arg zurechtgewiesen wird. Gestern bringe ich die beiden Hunde nach Hause (hatten bei mir übernachtet). Freundin und ich unterhalten uns, Katze hatte sich erstmal verzogen, Shila stand im Flur, Tinka kommt plötzlich von hinten an Shila ran, schnuppert kurz und geht zum Angriff über! Mit beiden Pfoten an die Schenkel und den Hund in den Hintern gebissen. Nichts passiert: aber keine Ahnung wie die Katze plötzlich darauf kommt. Eine richtige Erklärung werden wir nie bekommen.
Ich sehe eigentlich keine Zukunft für beide Hunde in einer Familie. Und das hat nichts mit dem Pitti zu tun. Kann auch mit jeder anderen Rasse passieren. Wir stecken nicht in den Hunden, wir können nur vermuten. Kann mir nicht vorstellen das der Cocker noch entspannt leben kann (und der Pitti auch nicht), wenn sie zusammenbleiben. Und vor allen Dingen auch nicht die Besitzer (ich hätte jedenfalls keine ruhige Minute mehr). Vielleicht haben Andere hier aber noch Ideen und Erfahrungen mit solchen Vorfällen.
LG Angelika


» User #12972 schrieb:

Hallo Jule,
Dein Engagement in Ehren, aber die Freundin war vor Ort und sie hat das ganze Schlamassel mitbekommen, ein Hund tickt nicht einfach so mal aus, da muss was gewesen sein und dazu braucht man eine detalierte Beschreibung der Situation. Was war bevor die Hündin angriff? Was hat sie gesehen und das muss man ganz genau beschreiben - nenn es meinetwegen Zeugenaussage.
Ansonsten...
Du verstehst.
Gruß eggi


» User #13675 schrieb:

wenn ich das lese... befehle schreien, schlagen, erschrecken... 1. ein hund schreit man nicht an
2. ein hund wird auch nicht geschlagen, schon gar nicht mit der hand was ich ja mal denke das sie es gemacht hat
und 3. wieso erschrecken?
wenn ich ihn in dieser situation anschreie oder schlage oder erschrecke mach ich ihn doch nur noch viel wilder als er schon ist. unsere trainierin hat das auch schon mal gesehen sie ist auch dazwischen hat aber den hund auf den Rücken gelegt.
Ich würde den mir gut überleben ob ich den Hund behalte, klar es ist euer hund und ihr hängt an ihm...klar aber sie hat ihn einmal ordentlich gebissen und sie wird es wieder tun, 100% denn wer einmal blut leckt...
und dann würde ich auch mal weiter denken. was ist wenn die hündin eifersüchtig auf den anderen war und deswegen gebissen hat, was macht ihr denn mal wenn ihr ein Kind habt? Ich hätte da angst das sie dann auch mal zu beisst. Denn wenn sie sich kennen und es ein jahr lang gut ging greift ein Hund nicht aus dem nichts einfach mal so an!


» User #13277 schrieb:

Ich denke, als Außenstehender kann man sich kaum vorstellen, wie man in dieser Situation reagiert. Der Hund (ich glaube, 35 Kilo Lebendgewicht) ließ sich nicht einfach auf den Rücken drehen, und auf Befehle hat sie auch nicht gehört. Was soll man denn machen, wenn der eigene Hund attakiert wird und man Angst um sein Leben haben muss.

Anzeichen etc. gabs laut meiner Freundin keine, zumindest hat sie nichts mitbekommen. Und da sie eigentlich sehr aufmerksam ist, glaub ich ihr das einfach mal.

Stand der Dinge ist nun, dass die Große wahrscheinlich ins Tierheim muss, wenn sich kein "Liebhaber" findet. Da es sich um einen Pitbull mit Hautausschlag aus dritter Hand handelt, ist das leider mehr als fragwürdig.


» User #15101 schrieb:

bevor das Tierheim angesteuert wird, hat man sich schon mit den Vermittlungsstellen wie "... in Not" in Verbindung gesetzt? Da sehe ich, gerade für Listenhunde, die besseren Chanchen. Google dir doch mal die Adressen zusammen.
LG Angelika


» User #12036 schrieb:

@Angelika

ist das Zusammenleben der Hunde nach diesem Vorfall unmöglich? Könnte man da nicht vielleicht mit einem Trainer/in etwas bewirken?

Was für eine traurige Geschichte.

@Jule

wie geht es denn deiner Freundin und ihrem Hund?
Sind die beiden Hunde jetzt noch zusammen?

LG Martina


» User #15101 schrieb:

mh, lässt sich von hier aus nicht sagen. Die Variante Verhaltenstrainer könnte man auf jeden Fall als Möglichkeit sehen. Aber derienige muß dann unbedingt auf solche Probleme spezialisiert sein. Mir fallen ja welche ein, da könnte mich jule mal per pn anschreiben.
LG Angelika


» User #13277 schrieb:

Na meine Freundin hat jetzt selbst großen Respekt vor dem Hund, er ist momentan auch wo anders untergebracht, die beiden Hunde sind also noch nicht wieder aufeinander getroffen.

Gerade weil es aber so unverhofft kam (die beiden haben sich bisher echt gut verstanden), werden sie aber ums Weggeben der großen Maus nicht umhin kommen. Wie gesagt, wenn dann bald ein Baby da ist, ist das Risiko einfach zu hoch.

Ich werd auch bei xxx in Not suchen, und mir alle Mühe geben, damit sie nicht wirklich ins Heim muss. Dazu der vielzitierte Satz: "Sie ist sonst ein wirklich lieber Hund."


» User #12036 schrieb:

Hallo Jule,

weißt du was mir echt sauer aufstößt? Das die gut erzogene, bisher unauffällige Pitbullhündin, aufgrund einer Situation weichen muß, die noch nichtmal annähernd jemand beurteilen kann. Zumindest hast du nichts in dieser Art in deinen bisherigen Beiträgen verlauten lassen.

Meiner Meinung nach haben hier Menschen versagt, die einfach weil ja alles so gut läuft, nicht mehr genau hingeschaut haben. Vielleicht sind sie auch garnicht in der Lage gewisse Zeichen zu erkennen.

Das geht nicht gegen dich Jule, bitte nicht falsch verstehen, aber unsere Tierheime sind voll von schwer vermittelbaren Hunden sogenannter Kampfhunderassen, die angeblich plötzlich austickten. Was hat die Hündin denn für eine Chance vermittelt zu werden?

Und überhaupt Risiken. Wer kann denn sagen, daß von dem Cocker einem Kind gegenüber nicht die gleichen Risiken ausgehen? Es besteht immer noch die Möglichkeit daß der Cocker eine Situation heraufbeschworen hat, derer er nicht Herr werden konnte.

Sorry, aber hier wird der einfachste und bequemste Weg gewählt.

Naja, ich wünsche dir bei deinen Bemühungen alles erdenklich Gute. Es ist wirklich schön, wie du dich für die Hündin einsetzt.

LG Martina

@Nafti

das überaus mutige Verhalten deiner Trainerin in Ehren. Wenn sie nicht in der Lage gewesen wäre ein gewisses Risiko abschätzen zu können, hätte auch sie dementsprechend nicht eingegriffen. Unterschätze das Potential mancher Hunde nicht. Ich habe einmal ein Einzeltraining mit einem American Staff beobachten dürfen. Dieser ist die Trainerin sobald abgeleint (natürlich mit Maulkorb versehen), sofort angegangen. Der Angriff wurde mit einer Körperdrehung abgeschwächt und der Hund noch im Flug gepackt und unterworfen. Es dauerte ca 30 min bis sich der Hund unterwarf und der Trainerin wurde körperlich so ziemlich alles abverlangt. Man unterwirft einen 30kg und drüber Hund nicht immer mal so eben!

Wenn man selber noch keinen Kampf mit einem Hund hatte, und den haben oder hatten die Wenigsten, dann sollte man nicht vorschnell urteilen. Es gehört eine ganz gehörige Portion Mut und Selbstlosigkeit dazu, sich in einen Kampf zwischen zwei Hunden zu mischen. Derjenige, der bedingungslos dazu bereit ist, der mag den ersten Stein in Richtung Jules Freundin werfen!


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