Haustiere

Sind die Deutschen Hundehasser?

» User #14801 schrieb:

Warum sind so viele deutsche, so negativ Hunde gegenüber eingestellt?
Ob Stadt und Land, Hundehalter scheinen Menschen zweiter Klasse zu sein, ob bei der Wohnungssuche oder beim Gassi gehen, ob auf dem Feld oder in der Stadt, überall gibt es Anfeindungen. Warum ist das so, wo es doch immer mehr Hunde und Katzen in Deutschland gibt?

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Euren Mitmenschen gemacht?

LG.

Clyde73


» User #3675 schrieb:

Hallo Clyde,
super - sehr interessante Frage hast Du da gestellt. icon_wink.gif

Aus meiner Erfahrung sind es vor allem zwei Sichtweisen, denen man in Deutschland begegnet:

1. Hunde sind dreckig, unhygienisch und stinken.
2. Hunde sind gefährlich und beißen Kleinkinder tot.

Der zweite Punkt wird vor allem durch die Medien geschürt, die jeden Beißunfall thematisieren und dann die entsprechenden Hunde als "Kampfhunde" verteufeln und für ihr Handeln verantwortlich machen. Der Fehler für Beißunfälle liegt aber meist beim Halter, der seinen Hund nicht an der Leine oder nicht unter Kontrolle hatte. icon_rolleyes.gif Zusätzlich verstärkt wird die Hundeangst durch unvernünftige Hundehalter, die ihren Hund als Statussymbol halten (Rassen, die möglichst "gefährlich" aussehen, kupierte Dobis, Staffs, ...), oder in Großstädten auch oft Punks, die ihre großen Hunderudel unkontrolliert und leinenlos laufen lassen. Mich stört das persönlich nicht, Punkerhunde sind oft ziemlich gut erzogen, aber ältere Omis oder kleine Kinder bekommen dann schon mal Angst. Aber viele unvernünftige Hundehalter wirst Du in diesem Forum zum Glück nicht finden - die erziehen wir alle um. icon_mrgreen.gif
Ach ja - unter den hundelosen Mitmenschen resultiert Hundehaß oft daraus, daß man sich mit Hunden nicht gut genug auskennt, um deren Sprache richtig zu interpretieren. Da wird schnell mal das Willkommensgrummeln mit Schwanzwedeln (!) eines mächtigen Rottis zum "aggressiven Knurren" und lautes Bellen gilt grundsätzlich gleich als "aggressiv". icon_rolleyes.gif

Mit dem ersten Punkt kenne ich mich gut aus, weil viele Menschen meiner eigenen Familie diese Einstellung haben. Die läßt sich dann aber auch auf alle anderen Tiere übertragen. icon_wink.gif Fell - igitt. Bloß kein Hundehaar auf dem Boden. Und kein Tier, das mit dreckigen Pfoten die Wohnung betritt. Und erst der Hundegeruch ... icon_rolleyes.gif
Auch das ist meiner Meinung nach arg subjektiv. War mein Patendackel bei uns, ist meine Mutter der Meinung, es "rieche" nach Hund, sie muß gleich putzen und lüften. (Unser eigener Kater riecht natürlich NICHT ... icon_eek.gif ). Bin ich hingegen in der Wohnung bei meiner Freundin, in der besagter Dackel Tag und Nacht LEBT - ich habe dort noch nie auch nur irgendwas von Hund gerochen, obwohl ich Raucher zehn Meilen gegen den Wind rieche. icon_rolleyes.gif
(Außer, der Hund ist naß oder man hält seine Nase direkt ins Fell - dann rieche ich auch was, aber das finde ich nicht schlimm icon_wink.gif).
Man kann es auch übertreiben mit der Hygiene, aber die Deutschen sind scheinbar generell ein sehr reinliches, penibles und ordentliches Völkchen - mir selber ist erst im Ausland bewußt geworden, wie furchtbar deutsch ich doch bin ... icon_redface.gif
Soweit meine Erfahrung mit "Hundehassern" - viele Grüße
von Minou

PS: Ich habe in einem Buch über eine Großfamilie mit Kleinkindern UND Tieren mal einen sehr witzigen Satz gelesen. Da stand sinngemäß: "Bei uns ist der Fußboden immer dreckig. Deshalb ist es mir beim Frühstück auch lieber, der Toast fällt vom Tisch direkt auf den Hund ..." icon_lol.gif Das ist doch mal eine Einstellung ... icon_mrgreen.gif


» User #13413 schrieb:

Hi Clyde.

Wie schwer es ist mit Hund ne schöne Wohnung zu finden, da kann ich nen Lied von singen.
Wir haben Wochen gesucht überall hieß es Hunde sind unerwünscht.
Als ich mal einen Makler gefragt habe, wieso das so ist, bekam ich die Antwort, das sie schlechte Erfahrung gesammelt haben.
Es gab halt häufig Beschwerden von anderen Mietpartein, wegen Dreck und Lärm.

Mit dem Argument kann ich es natürlich verstehen, das da so mancher Vermieter sagt, "Hunde kommen mir nicht mehr ins Haus".

Und so ist es auch draußen, es gibt viele Hundehalter die eben nicht die Hinterlassenschaften ihre Hunde weg machen und wo die Hunde einfachen alles dürfen.

Da dürfen sie halt in den Sandkasten eines Spielplatzes, dürfen ohne Leine in Städten rum laufen, dürfen fremde anbellen und beschnuppern.

Und dann kommt es eben leider auch zu diesen Beißunfällen.

Wir haben also diesen Hundehass von so Manchen der Unvernunft von einigen Hundehaltern zu verdanken.

Ich glaube so fast jeder hier hat schon Hundehalter erlebt denen man die Gurgel umdrehen möchte. icon_evil.gif

Ich glaube es sind einfach nur viele Leute von dem doofen Verhalten von einigen wenigen Hundehaltern genervt und zum Teil verängstigt.


LG
Claudia


» User #4958 schrieb:

Das sehe ich ganz genauso.

Durch die "schwarzen Schafe" in unseren eigenen Reihen, müssen alle anderen leiden.

Hatte erst am Freitag so ein Erlebnis:

Wollte mit meiner Fellnase in unseren Stoffladen, wie schon hundertmal vorher. Als mir eine Verkäuferin schon von weitem: "Hunde verboten" entgegen schallte.

Gleich darauf erschien die Chefin und wies ihre Angestellte zurecht, dass das Verbot nicht für diesen Hund gilt. Er aber die einzigste Ausnahme sei.

Habe natürlich nachgefragt, wieso kein Hund mehr in den Laden darf und erfuhr die Geschichte.

Dame mit kleinem Hund betrat den Laden und ließ den Rüden in aller Ruhe die Stoffrollen markieren. Als Madame sich die Knöpfe besah, hat sich der Kleine mit dem unten hängenden Stickgarn vergnügt. Madame störte das nur in so weit, dass sie Angst hatte, ihrem Liebling könnte ja ein Garnfaden im Halse stecken bleiben.

Als sie auf den Schaden angesprochen wurde, entgegnete sie nur frech, dass man ja so weit unten auch nichts lagern könnte...

Ergo: wieder eine Hundeverbotszone mehr...

Gabi


» User #3675 schrieb:

gabi16 hat folgendes geschrieben::
Gleich darauf erschien die Chefin und wies ihre Angestellte zurecht, dass das Verbot nicht für diesen Hund gilt. Er aber die einzigste Ausnahme sei.


Hallo Gabi,
da mußte ich doch gerade total lachen. Jetzt müssen sich die armen Verkäuferinnen neben ihren Kunden auch noch die Hunde namentlich merken, die als "Stammkunden" reindürfen. icon_lol.gif

gabi16 hat folgendes geschrieben::

Dame mit kleinem Hund betrat den Laden und ließ den Rüden in aller Ruhe die Stoffrollen markieren.


Das allerdings ist nicht schlecht. icon_eek.gif Ob dieser Hund zu Hause auch das Sofa markiert? icon_evil.gif
Da kann ich mir gut vorstellen, daß die Vermieter gegen Hunde sind. Man hat schon zu viele Reportagen im Fernsehen gesehen, über Mietnomaden mit Hunden, die dann Dreck, Exkremente und Gammelfutter in den Wohnungen zurücklassen ... icon_confused.gif
Schon eine hundefreundliche Ferienwohnung zu finden, ist sehr schwierig. Wie lange meine Freundin letztes Jahr rumtelefonieren mußte, bis mein Patendackel endlich mal akzeptiert wurde ... icon_sad.gif
Viele Grüße,
Minou

Ach ja, Gabi - ich habe in Dein Album gesehen. Dein Hund sieht echt fantastisch aus - ein wunderschönes Tier, könnte in seiner Berner-Retriever-Mischung, wenn man nur flüchtig hinsieht, ja fast auch als Hovawart durchgehen ... cats_wub.gif


» User #14048 schrieb:

Hallo miteinander,

der Thread lautet : Warum sind die Deutschen so hundefeindlich?" Leider sind die Deutschen damit nicht alleine, in Österreich ist es auch nicht anders. Ich denke mal so ist es wohl überall. icon_cry.gif

Sonst kann ich mich meinen VorrednerInnen nur anschließen.

Minou hat folgendes geschrieben::
Aber viele unvernünftige Hundehalter wirst Du in diesem Forum zum Glück nicht finden - die erziehen wir alle um. icon_mrgreen.gif


Dabei musste ich lachen. Diesen Satz finde ich gut. Ich hoffe es gelingt uns auch wirklich, denn jeder vernüftige Hundebesitzer mehr ist ein Gewinn und kann in seine Umgebung mit einem guten Beispiel hundefreundlicher machen.

LG Squalaw


» User #4958 schrieb:

Danke für das Kompliment. Ist aber wahr, er wird überall bewundert... stolz bin. icon_redface.gif

Obwohl neulich ein älterer Herr meinte, er hätte noch nie so einen dicken Dobermann gesehen... icon_eek.gif

Sein Wesen entspricht seinem Äußeren. Mein Mann und ich haben, zusammen gerechnet, schon über 30 Jahre Hunde---aber dieser ist schon etwas ganz Besonderes. cats_wub.gif

Die Bilder sind leider schon etwas älter, inzwischen hat er die typische bulligere Berner-Rüden-Figur und längeres Fell. Muss mal neue Bilder reinstellen.

Gruß,

Gabi


» User #6159 schrieb:

Der Elmo ist ja echt ein super Hübscher!

Also ich bin mit meinen Hunden auch noch nie angeeckt, bzw. hab von der sog. Hundefeindlichkeit noch nichts mitbekommen. Ich hab aber schon bei allen Hunden Wert drauf gelegt, dass sie sich auf Entfernung ins Platz legen lassen, was wir auf Spaziergängen bei jedem Spaziergänger auch praktizieren und wir nehmen auch sonst viel Rücksicht, weil selbst mich als Hundebesitzer ärgert es, wenn freilaufende Hunde einfach so auf mich zukommen, wenn Spaziergänger ihren Hund an unser Hoftor pinkeln lassen, wenn ich in der Gartenwirtschaft esse und der Hund vom Nachbartisch trielt fast auf meinen Teller usw.
Bei Spike hab ich zusätzlich den Baby-Bonus ausgenutzt, grad weil er ja optisch schon in die "Kampfhund"-Schiene reinkommt. Jeder im Dorf hat ihn mindestens schon einmal ausgiebig geknuddelt und so ist er mit seinen mittlerweile fast 70 cm, 40 kg immer noch der süße kleine Spike von damals und jeder mag ihn.

Leider gibt es viele Hundebesitzer, die nicht viel Rücksicht auf vielleicht auch ängstliche Leute nehmen und so sind wir ja quasi selbst schuld (also wir hier natürlich nicht icon_wink.gif ) dass viele Leute contra Hunde sind...

LG
Heike und Spike


» User #14751 schrieb:

Hi, ich habe einen sog. "Kampfhund" und habe - bis heute - zum Glück nur positive Erfahrungen gesammelt. Ich denke, dass es damit zusammenhängt, dass ich immer versuche, mich auch in die anderen Menschen (und Tiere) rein zu versetzen. Wenn mir beim Gassi gehen eine Familie mit Kindern auf Fahrrädern entgegen kommt, lasse ich Pablo solange Sitz machen, bis die komplette Truppe vorbei ist. Meistens bedanken sich die Leute dann sogar.
Allerdings wohne ich in einem Kaff und kann mir durchaus vorstellen, dass es in einer Großstadt häufiger zu Problemen kommt.
Zum Thema Vermieter habe ich auch ein gutes Erlebnis, denn als ich mit meinem Freund zusammen gezogen bin, waren keine Hunde in dem Haus erlaubt. Als der Vermieter Pablo kennengelernt hat und gemerkt hat, dass er total ruhig und lieb ist, keine Bell-Orgien veranstaltet und auch zu den anderen Mitbewohnern (inkl. Kinder) nett ist, hat er das "Hundeverbot" aufgehoben. Wenn er nächstes Jahr in Rente geht, will er sich auf jeden Fall auch im Tierheim umsehen, da er es toll findet und praktisch durch uns "auf den Hund gekommen" ist.

Aber, ich muss auch erwähnen, dass mir intolerante, egoistische Hundebesitzer auch auf die Nerven gehen. Wenn man z.B. auf Leute trifft, die ihren Hund frei laufen lassen, egal ob Kinder, ängstliche Leute oder andere Hunde in der Nähe sind und dann mit dem Spruch kommen "meiner macht nix", habe ich kein Verständnis. Ich habe keine Angst vor Tieren, aber kann es trotzdem sehr gut nachvollziehen, dass es Menschen gibt, die am liebsten um jeden Hund einen Bogen machen würden.

Gruß
Eve & Pablo


» User #12036 schrieb:

Ich habe Erfahrungen in beide Richtungen gehend machen dürfen/müssen.

Auf der einen Seite positive Resonanz auf Rücksicht und auf der anderen Seite reine Willkür gegenüber Hundehaltern.

Ich freue mich auch über jedes "Danke schön" von Radfahrern, Skatern oder Familien mit Kindern, wenn man den Hund einfach aus dem Geschehen entfernt, einfach nur Rücksicht nimmt.

Habe aber auch erlebt, daß sich Mütter mit Kindern von einem einfach nur anwesenden Hund belästigt fühlten, Omis mit Gehgestell sich von einem angeleinten Hund gezwungen sahen einen Umweg von 2 Metern zu machen und Menschen sich darüber beschwerten, daß ein Hund in die Natur kotet, nur 2 Meter von dem Unrat entfernt, den die eigene Tochter mit ihrer Halbstarkenclique verursacht.

Dann gibt es da noch die Hundehalter, die ihre Hunde eben nicht so wirklich unter Kontrolle haben, die aber trotzdem überall frei herumlaufen und jeden belästigen dürfen. Beipiel: ein überaus intelligenter Rottweilerhalter, den es nicht im geringsten interessierte, daß ich ihm entgegenschrie, daß meine Hündin heiß ist und dessen Rotti ich im Oberschenkel hängen hatte, weil ich meine Hündin vor einem Hund beschützen mußte, dessen Halter sich nicht in der Lage sah seinen "geilen" Rüden anzuleinen!

Oder die kleine, natürlich nicht angeleinte Westiefußhupe, welche meiner achso bösartigen Buffidame regelmäßig an der Strotte hing, welche selbstverständlich angeleint wurde, weil sie kleine weiße Fußhupen haßte!

Oder die Menschen, vor denen ich meinen Hund per Maulkorb davor schützen mußte sich zu wehren, falls er von irgendwelchen unkontrollierten Kindern angetatscht wurde.

Kinder, ein ganz großes Thema, was Hunde betrifft. Ein Hund, hat und darf sich gegenüber Kindern in keinster Weise aggressiv zeigen. Ganz gleich was diese Kinder auch anstellen, das interessiert nicht.

Unsere gesellschaftsfähigen Vierbeiner müssen sich Kindern gegenüber tadellos benehmen, ansonsten haben sie ein Problem.

Was Vermieter betrifft:
in unserem Wohnblock ist Tierhaltung grundsätzlich verboten. Aus gutem Grund, denn es gab genügend negative Vorkommnisse. Wir halten nach wie vor unseren Hund mit einer Sondergenehmigung, weil er oder besser "sie" keine Nachbarn durch Gebell oder Dreck im Hausflur belästigt und weil unser gesamter Tierbestand von 4 Katzen und 1 Hund auch keine negativen Spuren in unserer Wohneinheit hinterläßt.

Man kann als verantwortungsvoller Tierhalter eine Menge bewegen und beeinflussen, letztendlich steht man aber einer ziemlich negativ, meiner Meinung nach besonders durch die Medien geprägten und beeinflußten Gesellschaft gegenüber.

Da muß man durch icon_biggrin.gif

LG Martina und Flay