Haustiere

Darf der Nachbarshund in unseren Garten laufen?

» User #7416 schrieb:

Ein herzliches Hallo aus der Katzenecke!

Mein Freund und ich sind momentan etwas genervt von unserem Nachbarshund bzw. der Sichtweise der Nachbarin des Themas, und da wir uns da nicht auskennen, wende ich mich mal an euch - vielleicht weiß jemand was...

Also, die Lage ist die: wir wohnen (zur Miete) in einer Erdgeschoßwohnung mit Riesen-Garten hintendran. Der Garten ist zu unserer alleinigen Nutzung. Nebenan in dem Einfamilienhaus wohnt ein älteres Ehepaar mit ihrem Hund Charlie. Was das genau für ein Hund ist, weiß ich leider nicht, da ich von Hunderassen wenig Ahnung habe - mittelgroß und schon was älter jedenfalls, und meiner Meinung nach leider eher ziemlich unerzogen, denn er hört nie, wenn die Besitzerin ihn ruft.

Unsere Gärten grenzen direkt aneinander und werden nur durch Büsche und Bäume getrennt. An den meisten Stellen ist alles sehr zugewuchert, aber an zwei, drei Stellen kann der Hund durch - und tut das auch regelmäßig. Er läuft dann in unserem Garten herum, hinterläßt seine Markierungen und setzt auch den einen oder anderen Haufen auf den Rasen. Die Haufen macht unsere Nachbarin allerdings immer weg.

Obwohl ich Hunde eigentlich sogar ganz gern mag und mein Freund zumindest nichts gegen sie hat, stört es uns, dass Charlie in unserem Garten herumläuft, weil unsere beiden Katzen fürchterliche Angst vor ihm haben und er sie auch jagt, wenn er sie zu Gesicht bekommt. Unser Garten sollte für sie eigentlich ja ihr Heimatrevier sein, wo sie sich am sichersten fühlen. Besonders frech finde ich, dass Charlie sogar auf unseren Balkon geht, der über eine kleine Treppe vom Garten zu erreichen ist. Da stellen wir auch oft Katzenfutter hin und wissen gar nicht, ob es überhaupt unsere Katzen fressen oder sogar der Hund...

Heute haben wir Charlie mal wieder auf frischer Tat beim Häufchenmachen im Garten und auf unserer Terrasse ertappt (also, auf der Terrasse guckt er nur rum, da macht er nichts hin), und da ist es meinem Freund zu bunt geworden und er hat die Nachbarin darauf angesprochen. Sie ist etwas frech geworden und meinte, sie könnte den Hund ja nicht festhalten, wenn er in ihrem eigenen Garten rumläuft. Als mein Freund sagte, na ja, sie könnte ihn ja an die Leine nehmen, sagte sie, wir könnten unseren Garten ja einzäunen.

Daher nun meine Frage: muss der Hundebesitzer dafür sorgen, dass sein Hund nicht irgendwo rein läuft, wo er nicht hindarf? Oder ist es umgekehrt und wir als Gartenmieter müssen unseren Garten "hundesicher" machen, wenn wir nicht wollen, dass Charlie rein kann?

Bitte seht uns jetzt nicht als "Hundehasser", das sind wir wirklich ganz und gar nicht. Wir denken generell dass sich unsere Nachbarin manchmal etwas viel herausnimmt, und das ist leider ein Teil davon.

Ich wäre echt dankbar, wenn mir jemand sagen kann, wie sowas normalerweise gehandhabt wird, damit wir nach einer vernünftigen Lösung suchen können, ohne dass das Ganze in unnötigen Streitereien ausartet.

Viele Grüße

Steffi


» User #-1 schrieb:

Hallo ihr Zwei,
rechtlich kann ich euch nichts dazu sagen, aber so als Hundebesitzer kann ich mich voll hinter eure Meinung stellen:der Nachbarshund gehört in den Nachbarsgarten und nicht in euren. Und dass er euch da auch noch hinkackt...- ich nehme ja nicht an, dass die Nachbarin den Haufen weg machen kommt. Mit Hundehass hat das meines Erachtens nach nichts zu tun. Ich drück euch die Daumen, dass es nicht eskaliert, auch wenn es nicht eure Aufgabe sein kann, vielleicht dichtet ihr des lieben Friedens willen die Löcher im Zaun auf eigene Rechnung ab?
Schöne Grüße,
Doris


» User #11837 schrieb:

Hi,

also, soweit ich weiss, ist der Hundehalter in gewisser Weise schon dafür verantwortlich, dass sein Hund nicht "fremdgeht" und Blödsinn macht. Wenn Ihr natürlich so ein uneinsichtiges 2-beiniges Wesen als Verhandlungspartner habt, würde ich auch - um des lieben Friedens willen - versuchen, die undichten Stellen einfach abzudichten, damit der Hund da einfach nicht mehr durch kann. Ich weiss nur, dass es bei uns z.B. so ist, dass wir zu unserem linken Nachbarn hin einen Zaun ziehen müssen und der rechts von uns seinerseits für einen Zaun (oder sonstiges) verantwortlich ist ... verstehst Du, was ich meine? Nicht jeder muss sein Grundstück einzäunen, sondern jeder ist für einen Teilbereich zuständig. Wie das nun bei Euch (obendrein ja noch als Mieter) ausschaut ... keine Ahnung. Aber vielleicht läßt sich ja mit der "Lochstopfmethode" was erreichen.

Viel Glück!


» User #13413 schrieb:

Hallo Steffi.

Ich weiß jetzt zwar nicht hundertprozentig ob das rechtlich richtig ist aber ich denke, wenn hier überhaupt jemand einen Zaun ziehen muss dann ist das eure Nachbarin, denn jeder Hundebesitzer hat dafür Sorge zu tragen das sein Schützling keinen Blödsinn macht.

Ich kann euch da voll und ganz verstehen, dank solcher gedankenloser Hundebesitzer werden andere mit in den Dreck gezogen.
Sucht doch nochmal das Gespräch und verbittet euch so nen Verhalten, ihr habt Katzen und die sollen sich schließlich wohl und sicher dort fühlen und nicht gejagt werden.
Vieleicht könnt ihr in gemeinsamer Arbeit mit ihr die einzelnen Löcher schließen.

Ich drück euch die Daumen.

LG
Claudia


» User #14625 schrieb:

Grundsätzlich lasse ich meinen Hund nie in fremde Gärten laufen lassen, ich möchte ja auch keine fremden Hunde in meinem Garten.
Die Frage ist wer ist verpflichtet den Zaun zu zeihen denn es sieht ja nicht so aus als ob es auch ohne gehen würde.
Das mit dem Zaun ist scheinbar unterschiedlich, stellt sich die frage wo du wohnst, in Niedersachsen ist man für den rechten Zaun verantwortlich.
Ich hab noch nicht viel darüber gefunden aber einen kleinen Auszug aus dem Gesetz schon mal, das mit dem Zaun such ich noch raus.

…Hundehaltung:
Wer Hunde außerhalb des befriedeten Besitztums führt, muss körperlich und geistig in der Lage sein, den Hund jederzeit so zu beaufsichtigen, dass Menschen, Tiere oder Sachen nicht gefährdet werden.
Es ist verboten, Hunde außerhalb des befriedeten Besitztums ohne Aufsicht frei laufen zu lassen. Hunde, die zu Versammlungen, Umzügen, Volksfesten, sonstigen öffentlichen Veranstaltungen sowie an Orte mit großen Menschenansammlungen und in öffentliche Verkehrsmittel, Verkaufsstätten oder Tiergärten mitgenommen werden, sind an der Leine zu führen.

Außerhalb des befriedeten Besitztums müssen Hunde ein Halsband mit Namen und Wohnanschrift des Hundehalters oder eine gültige Steuermarke tragen.
Hunde sind so zu halten, dass sie das befriedete Besitztum nicht gegen den Willen des Hundehalters verlassen können.

Gruß
Naty


» User #14625 schrieb:

also die Sache mit dem einzäunen ist nicht so einfach und sehr unübersichtlich.
Wie schon gesagt gibt es da immer unterschiede das BGB ist da nicht wirklich aussagekräftig.
Wenn Ihr die Löcher wo er durchkommt nicht schließen könnt, würde ich einfach mal mit deinem Vermieter sprechen. Es bringt nichts wenn Ihr anfangt mit der Nachbarin zu streiten denn ihr werdet ja noch etwas länger nebeneinander wohnen.

LG
Naty


» User #7416 schrieb:

Hallo ihr,

erstmal vielen lieben Dank für eure zahlreichen Antworten.

@Doris: Doch, sie macht die Haufen weg, das ist ja immerhin schon etwas.

Allerdings wäre es mir lieber, sie UND ihr Hund würden aus unserem Garten rausbleiben. Ist aber "politisch" eine schwierige Geschichte, denn das Haus in dem wir jetzt wohnen war das Haus der verstorbenen Mutter des Vermieters, mit der die Nachbarin eng befreundet war. Sie ist also seit vermutlich 20 oder 30 Jahren daran gewöhnt, den Garten zu betreten wenn sie es für notwendig hält, und ihr das "abzugewöhnen", ohne sie zu verärgern ist halt nicht so leicht. Wir wohnen jetzt seit 2 Jahren hier, und den ersten Sommer war es echt schlimm, wir haben uns immer total beobachtet gefühlt, weil sie dauernd auftauchte. Letztes Jahr (als wir uns schon überlegt hatten, dass wir das Thema mal ansprechen müssen) wurde es aber etwas besser.

Wir wollen wirklich keinen Streit mit ihr, denn sie versorgt unsere Wohnung, wenn wir in Urlaub sind und schaut auch generell "für uns mit" nach dem Rechten - u. a. hat der Hund mal Einbrecher verscheucht, als wir in Urlaub waren. Ich wünschte nur, wir würden da einen Mittelweg finden, sodass sie weniger aufdringlich wäre, aber wir uns immer noch wo möglich gegenseitig helfen, aber das gehört leider nicht hierher... *seufz*

Wir leben übrigens in Nordrhein-Westfalen, und mein Freund hat auch schon rausgefunden, dass es mit Gesetzen bzgl. Grundstückseinfriedung sehr unterschiedlich ist. Aber wie einige von euch schon sagten, um des lieben Friedens willen wäre es vielleicht am einfachsten, wenn wir einfach (teilweise) einen Zaun oder sowas ziehen; an den Stellen, wo kein Gebüsch ist, würde ja schon reichen.

Sooo lange werden wir hier nicht mehr wohnen bleiben (leider!), da es eine 3-Zimmer-Wohnung ist, ich schwanger bin icon_wink.gif und wir in 1-2 Jahren ein Haus kaufen wollen. Aber solange wir noch hier wohnen, wollen wir uns wenn möglich mit Nachbarin und Charlie gut verstehen.

Viele Grüße

Steffi


» User #13413 schrieb:

Das klingt ja wirklich alles sehr verzwickt.Da hilft nur nochmal in Ruhe mit der Frau reden.
Vieleicht kann sie ja doch noch Verständnis dafür aufbringen.


TOITOITOI

LG


» User #7416 schrieb:

Also, nur mal zur rechtlichen Seite (habe Verordnungen gewälzt und den Mieterverein angerufen): in NRW ist es so, dass wenn auch nur einer der benachbarten Gartenbesitzer gern eine Einfriedung der Grundstücksgrenze haben möchte, sich beide darum zusammen kümmern müssen oder zumindest die Kosten teilen. Wenn die "Belästigung" eine außergewöhnliche ist kann der Belästigte auch verlangen, dass der Störenfried sich allein darum kümmert. Ob nun ein Hund eine außergewöhnliche Belästigung ist wage ich aber mal zu bezweifeln. Fände ich auch etwas extrem.

Da das Grundstück von uns aber nur gemietet ist brauchen wir uns eigentlich sowieso überhaupt um nichts zu kümmern als unserem Vermieter Bescheid zu geben, dass uns der Hund im Garten stört. Er muss dann mit der Nachbarin reden und darum bitten, dass das nicht mehr passiert. Da dies ohne Zaun nicht möglich sein wird, müssen die beiden sich dann darum kümmern, dass da ein Zaun gezogen wird.

Das ist die rechtliche Seite, ist für uns zumindest als Hintergrundinformation interessant. In der Praxis wird es sicher anders laufen (wir wollen mit unserem Vermieter erstmal vorsichtig reden, weil er die Nachbarin schon sehr lange kennt), aber das bleibt abzuwarten...

Aber das Fazit (nämlich dass es NICHT ok ist dass ein Hund im Nachbarsgarten auch nur herumläuft, von Katzenjagd und Hundehaufen mal abgesehen) finde ich schonmal gut.

Viele Grüße

Steffi


» User #6303 schrieb:

Hi Steffi,
wir hatten übrigens das Problem in umgekehrter Weise: unsere Nachbarn haben 3 oder 4 Katzen, die alle Nase lang in unserem Garten (nicht eingezäunt) rumtigern und im Sandhaufen auf gern ihr Geschäft verrichten. Wir haben das mit Pfeffer in Griff gekriegt.
Inzwischen haben wir selbst 2 Hunde, die düsen ab und zu mal rüber (machen da aber keine Haufen), so gleicht sich das bei uns wenigstens aus.
Hoffe, dass es sich bei Euch regeln lässt.
Wenn nicht - es gibt da so "HUND-hau-ab"-Produkte, die Duftstoffe enthalten, die den Hund vertreiben. Vielleicht kannst du sowas auf die durchgängigen Stellen sprühen, und ihr habt eure Ruhe...


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