Haustiere

Extrem ängstlicher Hund

» User #1789 schrieb:

Hallo!

Ich habe mir am Neujahrsmorgen einen total süßen Hund geholt.
Er ist ein Fox - Terrier Mischling, 2 Jahre alt und stammt aus Ungarn. Dort verbrachte er anscheinend seine Kindheit in einem Lager für wilde Hunde, war also zum Abschuß freigegeben. Tierschützer befreiten ihn dann im November 2002 und brachten ihn nach Österreich. Ein Paar holte ihn dort raus. Nach deren Trennung verblieb der Kleine bei dem Mann, der ihn anscheinend "nur aus Spaß" immer wieder schlug u. quälte.
Ihr seht, bis Jahresende 2002 hat Charlie, so heißt er, nur Leid und Elend erfahren. Als ich ihn sah, habe ich mich sofort verliebt.

Doch wie klar ist, ist er alles anderes als ein "normaler" Hund. Er gehorcht nur scheinbar aus Angst vor Schlägen, hat furchtbare Angst vor Männern (auch vor meinem Mann!), Angst vor Autos und vor allem vor Mülltonnen. Er reagiert extrem panisch vor lauten Geräuschen. Einziges Vertrauen hat er ein bisschen in mir, doch seit geraumer Zeit kommt er, wenn ich ihn rufe, beim Gassigehen im Wald nicht mehr zu mir. Er will dann nur noch spielen und kein gutes Zureden oder Locken mit Leckerlis hilft dann. Er läuft dann brav vor mir nach Hause, läßt sich aber nicht anleinen! Schimpfen kann ich ihn aber nicht richtig, weil er dann sofort eingeschüchtert ist.

Was soll ich nur tun?

PS: Er ist mein 1. Hund, ich will ihn aber nicht mehr weggeben. Er tut mir leid!


» User #1392 schrieb:

Guck mal im thread Hund und Gewitter etc. es gibt "Übungs-CDs", auf denen Geräusche sind und mit deren Hilfe Du den Hund an Geräusche gewöhnen kannst. Zuerst nur ein paar Minuten und leise, dann immer lauter werden.
Ausserdem braucht der Hund Zeit, meiner war genauso und hat aber, als er merkte, wo sein Zuhause ist, an Selbstbewusstsein gewonnen. Es braucht viel Zeit, Du darfst ihn nur nicht trösten, weil das für ihn eine Bestätigung wäre. Und so ganz wirst Du es wahrscheinlich nicht mehr herausbekommen. Ausserdem wäre vielelicht eine Hundeschule hilfreich für euch beide, gerade weil es der erste Hund ist. Dort lernen beide und es macht Spass!
Viele Grüße
Sigi


» User #1789 schrieb:

Hallo,
vielen Dank für die Antwort!
Ich wollte schon in eine Hundeschule,aber man hat mir abgeraten weil er so ängstlich ist icon_sad.gif
Da ich sehr gerne Jogge und ihn natürlich mitnehmen möchte ist es immer blöd wenn ich ihn rufe und er kommt nicht so nah her daß ich in halten kann!Er läuft auch immer schön bei mir,aber ich kann ihn leider nach dem Joggen nicht anlein weil er einen Abstand von ca.1 m lässt. Und wenn wir dann zu Hause sind muß ich den Kofferraum von meinem Auto öffnen daß er reinspringen kann.Nur so kann ich ihn anleinen,sonst läuft er wieder weg. Was kann ich nur tun das er zu mir kommt wenn ich in rufe?


» User #912 schrieb:

Hallo Tobi,

Ich würde mal mit einem Hundetrainer sprechen, (evtl auf Problemhunde spezialisiert), der kommt dann zu dir nach Hause und ihr übt gemeinsam in eurer Umgebung.
Ansonsten Hundschule wäre auch gut, er soll ja seine Angst ablegen, wenn er nirgends hindarf wird er das nie tun. Wenn er vor einer Sache Angst hat, geh in die Hocke und tu ihn zwischen deine Beine (fühlt sich geschützt) und lass ihn schauen. Solange sitzen bleiben, bis er nicht mehr panische davonrennen will. DU musst ihm die große, weite Welt noch zeigen!

LG


» User #278 schrieb:

Hallo Tobi,
da hast Du ja ein richtiges Problem. Ich würde an Deiner Stelle mir jemanden suchen, der sich mit TTouch auskennt. Hier wird Vertrauen aufgebaut. Das fehlt Deinem Hund, natürlich!
Erst wenn Du sein Vertrauen hast,kannst Du die anderen Probleme aufarbeiten. Auch ist es sicher nicht sinnvoll vorher großartig Übungen zu veranstalten. Man sollte nie den zweiten Schritt vor dem ersten machen.
Außerdem empfehle ich Dir das Buch "Hilfe, mein Hund ist unerziehbar" Hier wird zusätzlich auf die Verbindung Ernährung und Verhalten eingegangen. Ist höchst interessant
Autorin: Dr.med.vet. Vera Biber Verlag Hartmut Becker ISBN 3-929480-34-4.
Viel Spaß beim Lesen
gabi


» User #1845 schrieb:

Hallo
Ich habe ebenfalls eine sehr mißtrauische, schüchterne und auch ängstliche Mischlingshündin, die aller Wahrscheinlichkeit aus miserablen Zuständen kommt.
Sie wurde in der Nacht zur Jahrtausendwende, also wahrscheinlich im größten Krach, auf einer Müllkippe in Italien geboren, und hat dort die ersten 3 Monate ihres Lebens verbracht, ich kann also nicht sagen, was sie wirklich schon erlebt hat.
Auch sie hat ziemliche Panik vor Männern, wobei es jetzt langsam im Laufe der Jahre dahingehend besser wurde, daß sie "nur" noch sehr schüchtern und mißtrauisch ist, wenn aber ein regelmäßiges Treffen stattfindet, faßt sie Zutrauen und freut sich dann auch immer sehr, denjenigen zu sehen.

Auch mit Lärm haben wir manchmal unsere liebe Not, vorbeifahrende LKW sind z.B. ein Problem, hier hilft uns stehenbleiben und so tun, als wäre nichts, so lernt der Hund mit der Zeit, daß dies kein Drama ist, da "Mama" ja auch keine Angst hat; dazu muß natürlich eine sehr gute Beziehung herrschen, viel Vetrauen dasein...
Weiterhin hat sie Angst vor Müllsäcken, vllt hängt das mit der Müllkippe zusammen, dies konnte ich abschwächen, indem ich sie langsam in der Wohnung, wo kein Wind ein Rascheln verursachen kann, heranführen, schnuppern lassen, loben, etwas rascheln lassen etc...
Es kostet viel Geduld und Nerv, aber es lohnt, da jeder Fortschritt ein Grund zur Freude ist icon_smile.gif Also nicht den Mut verlieren.


» User #1392 schrieb:

@Tobi- ich würde nicht mit dem Hund zur Schule gehen, wenn gerade Wachhunde ausgebildet werden, also geschossen und mit Peitschen geknallt wird... eher mal einfach so bei den Anfängern dabeistehen und zugucken und ihn vielleicht mal mitspielen lassen. Es muss halt eine gute Schule sein bzw. ein Verein, den Du Dir vorher allein anschauen solltest und nach den Zeiten fragen, was wann gemacht wird... wenn das nicht geht, wirklich nach Einzeltraining gucken. Natürlich ist es klug, darüber auch zu lesen, aber ich muss aus eigener Erfahrung sagen, dass reales Training besser ist, weil Du selbst nicht weisst, was falsch und richtig ist. Muss ja keine drei Jahre dauern...
Viele Grüße
Sigi


» User #985 schrieb:

Hi Tobi,

erstmal möchte ich dir auch raten, dir einen guten Ausbilder in einer Hundeschule oder einem Verein zu suchen.
Wegen des Problems, dass der Hund ausweicht:
Versuche mal, ob er zugänglicher ist, wenn du in der Hocke bist. Das Vornüberbeugen (was man ja zum Anleinen ganz automatisch macht) könnte der Hund als Drohgebärde deuten.

Gruß
Zwurbel


» User #1789 schrieb:

Hallo!

Vielen Dank für die vielen Beiträge erstmal. Die Sache mit in die Hocke gehen, damit ich ihn besser anleinen nach dem Gassi-gehen kann, klappt leider auch nicht. Das mache ich jedesmal. Ich glaube, Charlie hat Angst vorm Anleinen, da er bei Gefahr dann nicht flüchten kann. Ich werde weiter üben...
Seit kurzem ist er z.B. am Vormittag richtig zutraulich zu meinem Mann. Doch wenn dieser am Nachmittag nach Hause kommt, knurrt Charlie richtig böse u. läßt sich gar nicht mehr beruhigen. Als ob er eine böse Erinnerung hätte. Ich hoffe, ich werde einen guten Hundeausbilder finden, der auch mit einem "verstörten" 2jährigen gute Erfolge erzielen kann. lg


» User #1814 schrieb:

@hallo Tobi
sind ja schon Erfolge zu deinem Mann zu erkennen. Wie wäre es zum Beispiel wenn er nachmittags nach Hause kommt und gleich ein ganz tolles Leckerli in der Hand hat und auch für deinen Mann in die Hocke gehen (wenn er es nicht schon macht) und ruhig auf ihn einreden. Hocke gleich kleiner nicht so bedrohlich.
Da es euer erster Hund ist und ihr euch gleich viel vorgenommen habt, glaube ich auch das ihr um einen erfahrenen Hundetrainer (Richtung Problemhunde) nicht kommt. auf der Internet-Seite der ig-hundeschulen sind einige zusammengestellt. Empfehlen kann ich Fr. Dr. Niepel, die ist darauf auch spezialisiert. Ich weiß nicht wo ihr wohnt, also schau da einfach mal rein und vielleicht findest du ja was in deiner Nähe. Ich würde dir aber dringend dazu raten, bei einem so verängstigten Hund bekommt ich das nicht alleine oder nur sehr schwer in den Griff.


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