Haustiere

Gibt es Dominanz beim Hund?

» User #1365 schrieb:

Hallo,

mich interessiert Eure Meinung zum Thema Dominanz beim Hund. Gibt es Sie oder nicht.
Bei einem Seminar über Problemhunde, wurde uns gelehrt das es keine Dominanz beim Hund gibt. Danach habe ich viel gelesen und mir Gedanken gemacht wie noch nie beim Thema Hund.
Ich für meine Person bin mittlerweile der festen Überzeugung, es gibt Sie nicht. Doch ist es nicht leicht umzudenken. Immerhin wurde mir von Anfang an der Dominanzgedanke fest eingetrichtert. Hilfreich sind ein paar Seiten im Netz die man leicht über Google finden kann.

Gruß Adrian


» User #1241 schrieb:

gäbe es keine dominanz, gäbe es keine rangordnung, gäbe es kein sozialverhalten...
wie sollte sich sonst ein alpharüde im rudel behaupten?

MFG


» User #1365 schrieb:

Hallo urmelienchen,
hast ne PN

gruß Adrian


» User #1241 schrieb:

ist nicht angekommen

MFG


» User #1365 schrieb:

@ urmelienchen,
nach neuesten Erkenntnissen aus der Wolfsforschung, sieht es wohl so aus, dass ein Wolfsrudel in der Regel aus Mama und Papawolf und den nachkommen der beiden, aus evt. verschiedenen Würfen bestehen. Alte Beobachtungen unter Wölfen wurden immer nur an gefangenen Wölfen in Gehegen vorgenommen. Diese Wölfe würden aber in freier Wildbahn nie zusammen leben, deswegen kann man die Ergebnisse der alten Wolfsforschung getrost vergessen.Also steht viel mehr die Elternschaft im Vordergrund als die Alphaposition. Dazu gibt es Wissenschaftlich belegtes Material von David Mech. Aus seinem aus 13 Jahren gewonnen Material geht hervor, dass Wölfe Meister im Konfliktlösen sind. Sie vermeiden Auseinandersetzungen, wann immer es geht. Ernstkämpfe sind die absolute Ausnahme. David Mech hat innerhalb der 13 Jahren Wolfsbeobachtungen auf dem Kanadischen Ellesmere Island keinerlei Dominanzstreitigkeiten mit anderen Wölfen beobachtet.

Übertragen auf unsere Hunde bedeutet dass, das wir die Elternrolle für unsere Vierbeiner übernehmen. Wir sollten Sie beschützen, anstatt immerzu verhindern zu wollen, dass Sie in Ihrer Position aufsteigen. Einige Dominanzregeln entbehren bei genauerer Betrachtung eh jeder Logik. Dazu zählen:
Sofa liegen
Zuerst Fressen
Zuerst durch die Tür
Diese Regeln beachte ich selber nicht und mein Hund hört mich trotzdem. Trotzdem bilden klare Regeln, an die sich mein Hund zu halten hat die Grundlage unseres Zusammenlebens. Dies hat aber meiner Meinung nach nichts mit Dominanz zu tun.

Gruß Adrian


» User #1365 schrieb:

@ urmelienchen,
PN versuch 2

Gruß Adrian


» User #985 schrieb:

Hi Adrian,

die Unterwerfung z.B. ist ein typisch hündisches Verhalten und wo sich einer unterwirft, gibt es auch einen, der diesen unterwirft, also ein dominanteres Tier. Auch werden Welpen in gewisser Weise erzogen und Erziehung steht auch wieder mit Dominanz in Zusammenhang. Ein Rudel hat einen Rudelführer und eine bestimmte Hierachie, dies dürfte wohl unumstritten sein. Wenn ein Rudelführer seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen kann, wird dieser abgelöst und das wird wohl weniger per demokratischer Wahl gemacht. All dies zeigt, dass die Tiere im Rudel unterschiedliche Stellungen haben.
Bei Hyänen oder Koyoten (weiß ich leider nicht mehr genau) gibt es eine Erbfolge. Das "stärkste" Junge des weiblichen Leittieres übernimmt später mal die Rudelführung. Hier kommt es sogar vor, dass ein Junges aus diesem Wurf sein schwächers Geschwisterchen schon im Welpenalter tötet. icon_eek.gif
Löwen beißen bei einem Wechsel der Rudelführung die Welpen des vorherigen Leitlöwen tot, damit die Löwin wieder aufnahmebereit wird und IHRE Jungen zur Welt bringt. icon_eek.gif
Aber ok, das sind keine Wölfe und bei denen habe ich von solchem Verhalten noch nicht gehört.
Es kommt hier vielleicht auch darauf an, was man unter Dominanz versteht.
Ich sehe darin z.B. nicht ein permanentes willkürliches Ausspielen von Macht, sondern lediglich das Klären der Fronten, wer im Zweifelsfall "sagt" wo's lang geht.
Selbst wenn die Rudelzusammensetzung aus einer Familie bestehen sollte (was ich aus Gründen der Inzucht doch etwas merkwürdig finde), dann haben hier eben die Eltern die dominante Rolle, denn sie sind die "Autorithätspersonen" im Rudel.
Auch im Verhalten meines eigenen Hundes kann ich durchaus feststellen, dass er sich anderen Hunden sehr unterschiedlich nähert und bei manchen lässt sein Verhalten doch sehr auf Dominanz schließen.

Deiner Aussage, dass früher nur in Zoos geforscht wurde, muss ich übrigens wiedersprechen. Ich kann mich erinnern, dass schon vor ca. 15-20 Jahren ein Forscher längere Zeit in einem wilden Wolfsrudel gelebt hatte. Leider kann ich mich an den Namen nicht mehr erinnern.

LG
Zwurbel


» User #578 schrieb:

Hi, na dann gebe ich auch mal meinen "Senf" dazu...
Ich denke, es kommt darauf an, wie man das Wort Dominanz definiert!
Ich glaube nicht, dass ein Hund (lassen wir mal die ganzen wissenschaftlichen Untersuchungen weg, sondern reden von unserem in die Zivilisation hineingeborenen Haushund) von sich aus DOMINANT ist. Er ist ein Lebewesen, welches unbedarft in eine Welt hineingeboren wird und sich erst dann "formt". Will damit sagen, das jedes Lebewesen (egal ob Hund, Katze, Maus oder Mensch) einen angeborenen Überlebenswillen (naja, dann sind wir doch wieder bei den Wölfen.. icon_wink.gif ) hat. Definiert man das Wort Dominanz damit, dass der Hund immer die Oberhand behalten will, das er jedem auf der Nase rumtanzt und sich in keinster Weise anpasst, dann würde ich sagen, gibt es die Dominanz an sich nicht. Weil ein solches Verhalten nur aus dem menschlichen Verhalten heraus entwickelt, der Hund somit nur REAGIERT.
Definiert man das Wort Dominanz so, dass gesagt wird, dieses Tier ist sehr selbstbewusst, dann würde ich schon sagen, das es sie gibt. Denn wie bei uns Menschen auch gibt es selbstbewusste Leute, die zwar ihre Meinung sagen, diskussionsfreudig sind, aber dennoch andere gelten lassen. Diese Menschen würde ich auch als dominant in sich selbst definieren. Und ich glaube, diese Art der Dominanz kommt auch bei Hunden vor, da jedes Lebewesen seine Umwelt "austestet" und sich dann entsprechend arangiert. Mein Wuff zu Beispiel testet auch, er wollte am Anfang nicht an der Leine gehen, war nicht stubenrein (klar, als Welpe), hat alles und jeden verbellt. Deswegen würde ich nicht sagen, er ist dominant, sondern selbstbewusst. Er versucht, seine "Meinung" zu sagen und in Zusammenarbeit mit mir haben wir uns arangiert.
Wie gesagt, alles eine Definitionssache...
Puh, so, habe fertig! icon_wink.gif
Gruss, Ronchos


» User #578 schrieb:

@ Zwurbel:
Neeee, ne? Nicht schoooon wieder...
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» User #985 schrieb:

Ronchos,

icon_smile.gif icon_smile.gif icon_smile.gif
Wiedersehen macht Freude! Schönen guten Morgen!
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LG
Zwurbel


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