Haustiere

Gibt es Dominanz beim Hund?

» User #9631 schrieb:

Hallo, irgendwie gerät diese Diskussion teilweise doch sehr theoretisch.
Praktisch sieht es für mich so aus, dass es Hunden, die von ihren Menschen Grenzen gesetzt bekommen, bei denen der souveräne Mensch sagt, wo es langgeht , weil er sich seiner Sache sicher ist, und deren Menschen nicht dauernd um sie rumscharwenzeln und sie bedienen, einfach besser geht.
Sie wirken auf mich sicherer und freundlicher.
Wenn ich mit meinen Hunden unmotiviertrumschreie, sie schlage o.Ä., aus Frust und Unsicherheit heraus, so wie eben unsichere Hunde auch oft aggressiver reagieren, in dem Moment bin ich eben für meinen Hund nicht mehr wirklich souverän (dominant?).
Ob es jetzt bei den Wölfen so oder so war,
jetzt muss es uns gut gehen.
Und gut geht es mir und meinem Hund dann, wenn ich in der Lage bin, ihm möglichst ruhig, freundlich,liebevoll und bestimmt zu sagen, was er zu tun hat.
Liebe Grüße
Kathrin


» User #107 schrieb:

Hallo,

das was die meisten unter Dominanz verstehen, kann man auf die Führungsposition eines Wolfs- oder Hunderudels gar nicht anwenden. Die Eigenschaften, die ein Tier haben muß, um souverän ein Rudel zu leiten, habe ich an früherer Stelle hier schon beschrieben. Hierzu möchte ich nur noch ergänzen, dass ein Wolfsrudel nicht von dem größten und stärksten Tier geführt wird, sondern vom erfahrendsten Tier. Und durch die Erfahrung erhält das Tier die von mir schon beschriebenen Eigenschaften.

Dominanz im eigentlichen Sinne ist lt. Günther Bloch eine situationsbedingte, zeitlich befristete Verhaltensweise in einer Zweierbeziehung. Sie ist keine Eigenschaft. Wäre es eine, so würde das Tier dieses Verhalten zu jeder Zeit, an jedem Ort und gegen Jederman und jeden Hund zeigen. Dem ist aber nicht so.

Viele Grüße
Charly


» User #3194 schrieb:

Viele Hundebesitzer hoffen das sich ihr Hund als ein nicht "dominantes", sprich selbstbewusstes Tier entpuppt, weil die als "schwierig zu erziehen" gelten.
Ich hab die Erfahrung gemacht, das genau so ein Rüde leicht zu führen ist. Er ist halt sehr einfach gestrickt. Wenn ich ihm klar mache, reicht oft durch die ganz einfachen Signale, wie als erstes durch die Tür und essen usw., das ich fähig bin die Führungsrolle zu übernehmen, dann gibt´s keine Probleme mehr. Außerdem entdeckt er meine Fehler schnell, hilft mir dadurch mein Verhalten ständig zu korrigieren und dadurch kann sich unerwünschtes Verhalten bei ihm gar nicht erst so festigen.
Bei ängstlichen Hunden ist es schwieriger. Wie mach ich dem klar, das er nichts zu befürchten hat? Da muss man sich schon mehr ausdenken.
Außerdem kann sich bei den sogenannten "leichtführigen" Hunden Verhaltensweisen leichter unbemerkt einschleichen, weil man selber auch inkonsequenter wird. Haben die sich erstmal gefestigt, ist es schwieriger dies wieder zu korrigieren.


» User #9752 schrieb:

Hallo Zusammen,
ich bin zwar absolut nicht der Hundeexperte, aber bei den Worten - Dominanz und Unterwerfung - habe ich immer ein komisches Gefühl. Sie klingen so nach Willkür und Machtgehabe. Das konnte ich bei unserem Hund - und hoffentlich auch bei uns - noch nicht feststellen. Es ist doch eher so, dass ich bei uns die Autorität darstelle. Ob das früher für die Kinder war, oder jetzt für den Hund - eh schnuppe. Mein Mann ist eher der Kamerad - bei ihm dauert es schon mal länger, bis Pino hört - besonders beim Spielen, bis er aufhört, aber da müssen die zwei klarkommen, und tun das auch. Das ist halt auch wie bei Kindern, es wird immer ausgelassener und wilder, und es dauert dann halt ne Weile, bis die Bremse greift. Pino darf aufs Sofa, und ins Bett (igitt icon_oldie.gif ), aber er rutscht lieb zur Seite, wenn er mir im Weg liegt, er hat noch nie einen von uns angeknurrt (oder mehr) egal in welcher Situation. Natürlich hat er manchmal die Ohren auf Durchzug - wer hat das nicht, und wer von uns macht immer gerne was er muss? icon_crash.gif So ein Hund ist halt auch nur ein Mensch.
Liebe Grüße an alle icon_rolleyes.gif Gerti und Pino


» User #3194 schrieb:

Ja, Autorität ist vielleicht das schönere Wort, aber seine wahre Bedeutung ist uns auch nicht mehr bewusst.
Mit Dominanz meine ich auf keinen Fall Willkür. Habe selber mal in einer Ziegenherde beobachten können, wie sich eine durch willkürkliche Gewalt, ohne jede Führungsqualität, die Alphastellung sichern wollte. Da es ein Zwitter war, hatte sie (es?) auch einen Vorteil an Gewicht und Größe. Da haben sich aber mehrere Ziegen zusammengetan und sie wieder von ihrem Thron geschubs.
Kinder und Hunde können/dürfen sich oft nicht wehren und können sich ihre Vorbilder nicht aussuchen. Um so mehr liegt es in unserer Verantwortung, den Ansprüchen gerecht zu werden, das heisst sich und seine Launen auch mal zurückzunehmen.
Mit Unterwerfung, meine ich Respekt. Respekt verdient man sich durch die richtigen Entscheidung und das ruhige Durchsetzen derselben. Oder das Vertrauen in mich, als der sichere Punkt in der gefährlichen Welt, als Handlungsmaßstab.
Auf Durchzug dürfen die Hunde dabei auch mal stellen, solange nicht eine Straße dazwischen ist!


» User #4762 schrieb:

Guten Morgen!
icon_mrgreen.gif besser hätte man es nicht zum Ausdruck bringen können! icon_mrgreen.gif
Liebe Grüße Michi


» User #12267 schrieb:

Hallo Adrian,

sag mal kann es sein, dass du das Buch "Dominanz- Tatsache oder fixe Idee" gelesen hast? Dein erster Beitrag hört sich für mich jedenfalls voll danach an.

Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, kam mein Glaube an die Dominanz auch schwer ins wanken. Mittlerweile habe ich aber ein paar mehr Bücher gelesen und sehe die Sache wieder etwas "klarer".

Denn wie Urmelienchen bereits schrieb: "gäbe es keine dominanz, gäbe es keine rangordnung, gäbe es kein sozialverhalten... ".

Ich kann dir das Buch "Mit Hunden sprechen" von Jan Fennell empfehlen. Hat zwar nichts direkt mit Dominanz zutun, aber viel mit dem Wolfsrudel und das Verhalten unserer Hunde. Das ist wirklich klasse!

Viele Grüße
Ricky81


» User #1365 schrieb:

Zitat:
Hallo Adrian,

sag mal kann es sein, dass du das Buch "Dominanz- Tatsache oder fixe Idee" gelesen hast? Dein erster Beitrag hört sich für mich jedenfalls voll danach an.

Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, kam mein Glaube an die Dominanz auch schwer ins wanken. Mittlerweile habe ich aber ein paar mehr Bücher gelesen und sehe die Sache wieder etwas "klarer".

Denn wie Urmelienchen bereits schrieb: "gäbe es keine dominanz, gäbe es keine rangordnung, gäbe es kein sozialverhalten... ".

Ich kann dir das Buch "Mit Hunden sprechen" von Jan Fennell empfehlen. Hat zwar nichts direkt mit Dominanz zutun, aber viel mit dem Wolfsrudel und das Verhalten unserer Hunde. Das ist wirklich klasse!

Viele Grüße
Ricky81


Nein das Buch kenne ich gar nicht, aber ich sehe die Sache mittlerweile auch wieder etwas anders. icon_confused.gif

Gruß Adrian


» User #107 schrieb:

Hi Adrian,

inwiefern siehst Du was mittlerweile wieder anders?
Bitte etwas genauer, interessiert mich.

Viele Grüße
Charly


» User #6689 schrieb:

Ich muss jetzt auch mal was sagen, habe heute meinen "Forum-Tag". Also. Ich glaube sehr wohl, dass es Dominanz gibt. Bei uns im Ort (fängt schon gut an, gell?)ist eine Schäferhündin. Die war im Wurf Alpha-Weibchen, wurde gekauft, ohne dass der Besitzer Ahnung von Hunden hat. Die Hpndin ließ sich nicht erziehen, beansprucht alles für sich, Bett, Sofe, Futter (wenn ihr beim Fressen jemand zu nahe kommt, beißt sie um sich, auch ihr Frauchen, dass musste schon zwei mal ins Krankenhaus) und beim Spazierengehen hört sie überhaupt nicht. Die Frau traut sich nur noch nachts aus dem Haus, weil ihr Hiund auf alle anderen los geht. Wn sie sie zurückhalten möchte, oder gar an die Leine nimmt, greift die Hündin sie an. Ich denkt schon, dass es etwas mit Erziehung zu tun hat, aber so extrem ist das doch nicht ganz normal, oder. Der Hund hatte keine schlechten Erfahrungen gemacht und wurde direkt vom Züchter geholt. Jetzt würde ich gerne eure Meinung hören, ob das Dominanz ist. Grüße, Ciao, Anne-Sophie


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