Haustiere

Gehorsam nur durch die Schutzprüfung?!?

» User #16784 schrieb:

Hallo und guten Abend,

ich bin zwar neu in diesem Forum und wie ich sehe, sind die letzten Beiträge zu diesem Thema schon etwas älter, aber dennoch wollte ich noch mal einen Aspekt ansprechen, der meiner Meinung nach bislang bei dieser Diskussion zu kurz gekommen ist:

Nein, ich glaube nicht, daß man zwangsläufig eine Schutzhundeprüfung braucht, um einen gehorsamen Hund zu bekommen. Ich würde in diesem Zusammenhang allerdings auch lieber das Wort "zuverlässig" gebrauchen wollen icon_smile.gif

Ich gehe aber einfach mal von der Voraussetzung aus, daß viele Menschen mit ihren Vierbeinern in einen (Schutz-) Hundeverein eintreten oder eine Hundeschule besuchen, weil sie eben nicht selbst so genau wissen, wie sie ihren Hund dazu bekommen, daß er denn zuverlässig hört.

Aber es gibt genauso viele "schlechte" Hundeschulen wie es auch "schlechte" Hundevereine gibt und der Laie, der eigentlich nur Rat und tatkräftige Hilfe sucht, steht wie der Ochs vorm Berg angesichts der Vielzahl von Angeboten.

Ich bin mit meinem Hund zu einem Schutzhundeverein gewechselt, weil ich nämlich feststellen mußte, daß die Hundeschulen, die ich besucht habe, meinem Hund (einem Malinois-Mischling), kein adäquates "Arbeitsprogramm" bieten und nicht mit einem enorm lernschnellen und -willigen "Arbeitshund" umgehen konnten.

Auf unserem Hundeplatz wird entgegen der vielverbreiteten Meinung übrigens nicht dem Klischee entsprochen, man müsse mit Starkzwang jeglichen Willen brechen, sondern im Gegenteil eine Ausbildung geboten, die dem Charakter und den Fähigkeiten eines Arbeitshundes entsprechen, die viele Hundeschulen so gar nicht leisten können.

Im übrigen wird ein guter "Schutzhundeverein" auch nicht ausnahmslos auf dem Platz trainieren (was viele der normalen Hundeschulen übrigens oft genug selbst nur tun), sondern immer auch Übungseinheiten außerhalb einbauen, weil ein Verkehrsteil Bestandteil aller anerkannten Prüfungsverordnungen darstellt, die zunächst einmal die Begleithundeprüfung zum Ziel haben.

Hat man einen guten Verein oder eine gute Hundeschule gefunden, spielt es somit eigentlich gar keine Rolle, wo man mit seinem Hund hingeht. Unterschiede ergeben sich, meiner Ansicht nach, eher da, wo man mit seinem Hund (rassebedingt)eventuell weiterarbeiten möchte und wer einem diesbezüglich mehr bieten kann.

Viele Grüße,

Malinois


» User #12972 schrieb:

Guten Morgen,
ich stimme Dir zu. Aber hier ging es wirklich darum dass diese Ausbildung DER Garant für einen "zuverlässigen" Hund ist. Und das ist es eben nicht.
Es gibt leider immer noch Kollegen, die weder auf die Wünsche des Halters und seine Probleme eingehen, noch erkennen, dass jede Rasse und jeder Hund anders ist.
Schäferhund ist also nicht gleich Bouvier oder Mix und Mix ist nicht gleich mit anderen Mixtouren...
Und hier sehe ich starken Handlungsbedarf. Alle über einen Kamm zu scheren ist in meinen Augen überholt.
Ziel soll es doch sein: aus einen missverständlichen Team ein verständliches Team zu machen. Und hier scheitern die meisten Trainer, weil sie ihr Programm durchziehen.
Gruß eggi


» User #16784 schrieb:

Aloha und Ahoi eggi,

also, so wie ich diese Diskussion über ein Für- und Wider verfolgt habe, geht es leider gar nicht darum. daß noch ansatzweise objektiv erörtert wird, sondern im Ergebnis nur um zwei verhärtete Fronten (ich nehme jetzt nicht den ursprünglichen Text zum Thema, sondern die Gesamtheit der Beiträge)

Die einen, die der Meinung sind, Schutzhundeausbildung ist grundsätzlich sch**** und dann diejenigen, die das anders sehen...

Was mich halt ein bißchen stört, ist die Verblendetheit im Großen und Ganzen:

Was soll denn hier eigentlich diskutiert werden?

Jeder Hund, der irgendeine Art der Schutzhundeausbildung absolvieren soll, muß doch sowieso vorher die "banale" Begleithundeprüfung abgelegt haben. Dementsprechend erübrigt sich die Diskussion schon, ob ein Hund angeblich "nur" auf dem Platz "funktioniert" oder nicht.

Der Verkehrsteil IST Bestandteil aller anerkannten Prüfungen zum Begleithund.

Ohne Begleithundeprüfung kann man gar nicht zu dem Teil übergehen, der ja offensichtlich so kontrovers diskutiert wird:

Nämlich nur einem von vielen Teilen (ich behaupte mal, das verhaßte Thema ist die "Mann-Arbeit"...)

Das ist allerdings nur ein Teil der Ausbildung, die ich mit meinem Hund übrigens auch nicht mache, weil tatsächlich nicht angesagt, aber Beute-Arbeit und das Fährten machen wir trotzdem.

Und das stört mich wirklich, daß diese Dinge so unter den Tisch fallen.

Es kommt immer so rüber, als würden wir unsere Hunde permanent auf Leute hetzen. Und dem ist einfach nicht so.

Und ich gebe es auch zu:

Ich war früher auch grundsätzlich gegen jegliche Art von "Schutzhunde-Ausbildung" und habe sicherlich so einiges von mir gegeben, was ich hier oben genannt wiedergefunden habe icon_eek.gif , aber ich muß das einfach revidieren und sagen:

Ein Urteil erlauben (und auch zurücknehmen icon_redface.gif ), darf sich nur derjenige, der sich sowas einmal realistisch - und bei einem guten Verein - angesehen hat.

Vielleicht mein Vorteil:

Ich habe inzwischen im Hetzanzug gesteckt und auch mal eine Arbeit von Unterordnung mitbekommen, wo Hunde wirklich mit glänzenden Augen und permanent wedelndem Schwanz absolut bei der Sache sind.

Was leider die allermeisten Leute, die ja ach so sehr gegen die Schutzhundeausbildung sind (ich nehme mich dabei auch nicht aus!), nicht begriffen haben, ist die Tatsache, daß über einen überdemensional veranlagten Spieltrieb ausgebildet wird.

Eckhard Lind ist vielen Hundfreunden ein Begriff:

Motivation über Spieltrieb, aber da, wo man wirklich mit Eckhard Lind arbeitet... ist in der Schutzhundeausbildung und nicht unbedingt bei der Hundeschule um die Ecke.

Da werden die Tele-Tacker nämlich heimlich um die Ecke ausgepackt (und ich weiß wovon ich rede, da ich das in recht renommierten und bekannten Hundeschulen selbst erleben durfte), um mal eben ein zielgenaues Ergebnis zu bekommen, während man sich öffentlich sogar vom "Leinenruck" wegen Tierquälerei distanziert.

Bestes Beispiel sind z.T. die IG-Hundeschulen, die in ihren eigenen Satzungen verankert haben, daß ein Teletakt nur in ganz wenigen Ausnahmenfällen verwendet werden darf (bei hypermotiviertem Jagdverhalten nämlich), bestimmt aber nicht bei aggressiven Hunden, aber bei jeglichem Mißverhalten GERADE und sofort mit dem Tacker bei der Hand sind.

Kann man dann auch kostengünstig und ohne auch nur die geringste Einarbeitung in aversive Hilfsmittel vor Ort beziehen. Zum Vorzugspreis natürlich...

So einen Schrott habe ich jedenfalls bei meinem Hundeverein nicht geboten bekommen (mein Hund sollte übrigens permanent und ständig unter Strom gesetzt werden - nach Auffassung unserer recht bekannten IG- Hundeschule, die ja ach und nur gewaltfrei arbeitet und angeblich mit positiver Bestärkung alle Verhaltensprobleme wegzaubert - danach hatte ich Probleme, die ich ohne Hundeschule niemals hatte...), aber Hauptsache hintenrum viele Seminare über Canis-Kynos verkaufen, die ich leider seither auch nicht mehr ernst nehmen kann... Leider, ich dachte nämlich, die wären wirklich kompetent

Ich bin nur froh, daß recht schnell mein eigener Menschenverstand wieder eingesetzt hat, der mir mitteilen konnte, daß ich vorher schon gut mit verhaltensgestörten Hunden um konnte und man sich nicht abhängig davon machen muß, was andere "Profis" sich auf die Fahne schreiben.

Das ist nämlich oft genug nur Schall und Rauch.

Bäääh!

Ich bin gerade sauer und hoffe mal , daß die Admins mir das so durchgehen lassen. Wenn nicht, habe ich Verständnis dafür und vermutlich haben sie gerade sowieso den kühleren Kopf als ich icon_biggrin.gif


» User #13413 schrieb:

Hallo Foris.

Wollt auch mal wieder was dazu beitragen.

Das Für und Wider vom Schutzdienst will ich eigentlich nicht aufgreifen aber ich möchte loswerden das jede Art von Hundesport eine grossartige Sache ist, solange mit geduld und fleiß gearbeitet wird und nicht mit Teletakt und co.
Und es ist immer mit viel üben verbunden.Schon allein dieser Aspekt ist überzeugend für Hundesport im Allgemeinen, denn Mensch und Hund werden gefordert.

Ich kenne beide Seiten.Mit meiner Ria mache ich agility, ab April wollen wir uns mal im Tunier testen (bitte Daumen drücken) icon_razz.gif und mit einer jungen Schäferhündin arbeite ich im Schutzdienst.Ist nicht meine Maus aber ich führe sie und leben tut sie beim Züchter.
Beide Sachen erfordern ein hohes Maß an Folgsamkeit und Beides macht unheimlich Spass und das nicht nur mir...!
Und zu Beiden braucht man als Grundlage eine bestandene Begleithundprüfung.
Arbeiten tu ich mit beiden Hunden nur über ihren ausgeprägten Spieltrieb.

Mein Fazit aus der Gesamtheit der Beiträge ist, das es Mensch und Hund Spass machen muss, es darf für keinen von Beiden zur Qual werden und ein hohes Maß an Gehorsam ist bei allen Hundesportarten notwendig.

Ich finde es unter aller *** eine Hundesportart schlecht zu reden.Denn es steckt in jeden Fall viel viel arbeit dahinter.

LG und schönen Sonntag noch
Claudi


» User #12972 schrieb:

Hallo,
nö,nö, nö...
ich hab nie behauptet Schutzhundausbildung ist sch...
Nur, sehe ich nicht ein, dass dies der einzige ultimative absolut richtige Weg ist, um ein tolles Team mit seinen Hund zu sein.
Es geht auch anders.
Wer Spaß dran hat und der Hund auch hierfür geeignet ist, dann bitte schön, weil Mensch und Hund ja Fun haben!
Aber zu sagen, derjenige, der diese Ausbildung nicht macht, hat keinen "artigen und gehorsamen" Hund, sorry der spinnt.
Gruß eggi


» User #13413 schrieb:

Hi

Da geb ich dir ja vollkommen Recht Eggi.

Ich hab nie behauptet das du soetwas geschrieben hast.Das du soetwas nicht behauptest ist mir noch bekannt... icon_wink.gif

Ich hab auch so nen bisschen versucht in meinen Statement klar zu machen, das keiner das Recht hat zu behaupten das nur Schutzhund oder nur Agilityhund oder sonst irgendwas das einzig Richtige ist.


LG
Claudi


» User #12972 schrieb:

Hallo Claudi,
Malinois
schrieb, dass die Fronten verhärtet sind und die einen der Meinung sind Schutzhundprüfung usw. ist breiige braune Masse...

Davon wollte ich einen verdammt großen Abstand machen.
(komm jetzt nicht auf das deutsche Wort... icon_oldie.gif )

Es muss einfach nur passen, der Mensch muss wissen was er da gerade tut und der Hund muss dafür geeignet sein und wissen, was will der Mensch eigentlich von mir...egal was man gerade mit dem Hund trainiert.

Das ist die Grundlage für einen gehorsamen Hund und da spielt die Ausbildung keine Rolle...
Grüßle eggi


» User #13413 schrieb:

Moin.

Genauso denk ich das auch Eggi.

Eins wollte ich aber von diesem Thread noch auffassen.Ich kann zumindest von dem Verein reden wo ich aktiv bin und da geht jeder Halter mit seinem Hund ganz normal Gassi und sie sind nicht im Zwinger eingefercht.
Diese Hunde haben aber doch kein grosses Schild wo drauf steht ich bin ein Schutzhund! icon_cool.gif

Warum sollte man das in freier Wildbahn sofort sehen?Sie spielen ganz normal und schnüffeln auch überall da wo es interessant duftet.
Manche Schutzdienstler benutzen für´s Spazieren geh´n auch andere Kommandos, damit sie eben die anderen nicht kaputt machen.

Sorry hatte mit dem eigentlichen Thema nix zu tun aber es fiel zweimal am Rande so ne Bemerkung und weil das nicht so ist musste ich das mal loswerden.

LG
Claudi


» User #9297 schrieb:

Meine beste Freundin ist Amtstierärtzin. Ihrere Erfahrung nach sind die Schutzhunde die am schlechtesten trainiert sind. Oft müssen von ihr solche die nicht konsequent und gut ausgebildete Hunde mit Schutzhundeprüfung wegen aggressivem Verhalten eingeschläfert werden.

Mein Hund ist absolut gehorsam und um ihn auszulasten und zu fordern bilde ich ihn zu meinem eigenen Haushaltsservichund aus.

Viele Grüsse


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