Haustiere

Strafe - aber wie?

» User #1156 schrieb:

habe eben den thread zu dem beagle gelesen, der nicht stubenrein wurde und mir gedacht, die dort angestossene diskussion um "richtiges" strafen sollte doch einen eigenen thread bekommen... ist schließlich ein nicht gerade unwichtiges thema!

generell ist denke ich den meisten informierten hundebesitzren klar, dass positive verstärkung die basis jeder erfolgreichen erziehung ist. je nach charakter und temperament des hundes kann es aber auch nötig sein, den hund deutlich auf seine grenzen hinzuweisen. wie macht ihr das, und was sagt die psychologin (suse?!) dazu?

also ich habe bei den verschiedenen hunden, mit denen ich zu tun habe/hatte, völlig unterschiedliche erfahrungen gemacht:
die ridgeback-mischlingshündin, die ich einige monate in pflege hatte, war äußerst sensibel, schon nach kurzer zeit stark auf mich und meinen partner fixiert und äußerst dankbar, dass sie von ihrem vorbesitzer weggeholt wurde. bei ihr genügte in der regel ein zorniges wort, und sie wusste genau, was los war!
mein mittelschnauzer-mix dagegen legt es ab und an regelrecht auf eine konfrontation an. er hört eigentlich super gut, läuft generell ohne leine etc., hat aber zwischendurch regelrechte flegelphasen, in denen er trotzig die durchführung auch der einfachsten befehle verweigert. in solchen fällen hilft es in der regel recht gut, einfach mal wieder klar zu machen, wo seine stellung im rudel ist, d.h. ich unterwerfe ihn, indem ich ihn auf den rücken lege (zugegeben, bei nem 20kg hund ist das sicher leichter umzusetzen, als bei nem 40 oder 60 kilo hund). danach ist meistens wieder alles in butter.
sehr gute erfahrungen hab ich auch mit wurfkette gemacht, gerade, wenn es um korrekturen aus der entfernung geht. natürlich soll der hund nicht getroffen werden, sondern sich dadurch nur erschrecken... nach 2-3 solcher "schocks" genügt meist das klappern mit kette oder schlüssel, um ihn von einer unerwünschten handlung abzuhalten...

kann natürlich sein, dass ihr das für furchtbaren mist haltet, was ich da so treibe... aber genau deshalb hab ich ja dieses thema eröffnet - um mal zu hören, wie ihr so arbeitet...

übrigens: beim lernen neuer kommandos strafe ich generell nie, sondern arbeite nur mit positiver verstärkung (leckerli/lob); nur wenn der hund ein kommando, dass er definitiv kennt, trotzdem nicht ausführt!

ach ja, z.t. positive verstärkung hab ich auch noch ne frage: was mach ich denn, wenn mein hund schmusen, streicheln etc. draußen total *** findet? ich arbeite meist mit leckerli (zum glück neigt mein hund nicht zum "ansetzen" - ich kann mir das also erlauben icon_wink.gif ) oder spielzeug, aber ich bin immer offen für neues icon_smile.gif


» User #991 schrieb:

Hallo bambule,

zum einen habe ich das Wort "Strafe" aus meinem Wortschatz für Hundeerziehung gestrichen.
Ich strafe nicht, ich korrigiere icon_wink.gif

Wie korrigiert eine Hündin ihre Welpen?
U.a.
- durch knurren
- durch Schnauzengriff
- durch ignorieren


Da hier, wie auch in vielen anderen Foren, Links unerwünscht sind, schick ich dir per p-mail einen Link.

Gruß Michaela


» User #1156 schrieb:

kannte ich schon!
bin auch nicht auf der suche nach konkreter hilfe, da ich mit meinen hunden sehr gut klar komme! war eher an erfahrungsberichten anderer interessiert! schließlich ist jeder hund anders, und dementsprechend wohl auch die pallette der ausbildungsmethoden recht weit gefächert.
ich hätte das wort "strafe" natürlich auch dur "korrektur" oder "negative verstärkung" ersetzen können, aber so zieht man zumindest das interesse der leute auf den thread!


» User #44 schrieb:

In der von uns besuchten Hundeschule wird überhaupt nicht mit positiver Verstärkung gearbeitet, weder mit Lob noch mit Leckerli, mit der gleichen Begründung, die Michaela bereits geliefert hat: Hunde untereinander korrigieren sich auch nicht mit positiver Verstärkung.

Bei Fehlverhalten wird mit den ebenfalls von Michaela genannten Methoden eingewirkt, ggf. noch mit der Unterwerfung (Rückenlage)

Zwar sind die Hunde im Charakter sehr unterschiedlich, das hat aber nur Einfluß darauf, wie häufig und intensiv diese Maßnahmen angewandt werden müssen. Will sagen, bei manchen Hunden reicht das "böse geknurrte" Kommando, um sich durchzusetzen, bei anderen (insbesondere pubertierenden Rüden mit viel Alphatrieb) braucht es das komplette Programm, um klarzustellen, wer hier Rudelführer ist.

Viele Grüße

Pitú


» User #578 schrieb:

Hallo,
kann mich Michaela nur anschließen. Habe ich ja auch schon in dem Thread zu dem Beagle geschrieben, was eine Hündin mit einem Welpen macht. Eben nicht strafen, sondern Fehlverhalten korrigieren durch die genannten Handlungen. Ich versuche es mit meinem ähnlich zu halten (auch wenn es manchmal seeehr schwerfällt icon_wink.gif ) Wenn er mal wieder irgendwas "anstellt" und ich ertappe ihn auf frischer Tat, weiss er auch ganz genau, was war. Ich schaue ihn dann nur grimmig an und knurre sogar.. Klingt jetzt blöd, hilft aber. Ins Ohr gebissen habe ich ihn auch schon, er hat ziemlich blöd geguckt, hat aber auch geholfen. Wenn er versucht mich anzuspringen, wenn ich nur mal durch die Wohnung laufe und ich gerade nicht mit ihm spielen will, wird er ignoriert und zwar konsequent! Da er jetzt ins Flegelalter kommt (7 Monate) probiert er natürlich eine Menge aus. Kommt er nicht weiter, wenn ich ihn ignoriere, fängt er an, mich in die Hände zu beissen (naja, eher Knabbern). Da kann ich dann auch nicht mehr mit ignorieren arbeiten, dafür sind mir meine Hände zu schade icon_wink.gif Ich muss mich arg beherrschen, er reizt einen weiter bis zurm Weißglut. Ich nehme ihn dann im Nacken, schüttel ihn kurz, schicke ihn auf seinen Platz im Flur und mache für 5 Minuten die Tür zu. Wenn ich dann wieder in den Flur zurückkomme, habe ich den bravsten Hund. Ob diese Methode nun die Richtige ist, sei dahingestellt. Es gibt Leute aus meinem Bekanntenkreis, die mir sagen, das wäre nicht richtig, den Hund 5 Minuten alleine zu lassen und dadurch zu ignorieren, er würde dann nur aus Angst brav sein (er bleibt übrigens brav liegen und sagt keinen Mucks. Mag sein, aber unser anderer Hund (mittlerweile 4 Jahre) wurde genauso "erzogen" und ist ein echt toller Hund. Ob sich der "Kleine" genauso entwickelt und diese Methode die Richtige ist, wird sich also noch rausstellen, da ja jeder Wuff anders ist. Auch wird es bei mir mal etwas lauter, wenn ich die Stimme hebe, weiss er aber auch genau, was los ist. Es ist schwierig mit solch einem Hund in der beginnenden Pubertät, aber vom Grundsatz her bin ich doch ganz "zufrieden" mit seiner Entwicklung.
So, dass war dann mal ein "kleiner" Einblick in meine "Erziehungsmethoden" icon_wink.gif
Gruss, Ronchos


» User #44 schrieb:

Ronchos hat folgendes geschrieben::
Ich nehme ihn dann im Nacken, schüttel ihn kurz, ...


Das habe ich auch gemacht, bevor ich mit der Hundeschule anfing. Dort wurde ich darüber aufgeklärt, daß Hunde ihrerseits nur Beutetiere im Nacken nehmen und schütteln, um sie zu töten. Das heißt, das mein Hund das Nackenschütteln als Tötungsversuch meinerseits interpretiert (gruselige Vorstellung, daß mein Hund denkt, ich wolle ihn umbringen! icon_eek.gif ).

Habe zunächst als Gegenargument ins Felde geführt, daß ja Hundemütter ihre Welpen auch am Nacken hochnehmen. Aber erstens machen sie das nur bis zur ca. 8. Lebenswoche des Welpen, weil die Welpen da noch in eine Art Starre verfallen und ruhig hängenbleiben. Wenn die Welpen älter und zappelig werden, werden sie wegen der Verletzungsgefahr nicht mehr so von der Hundemutter transportiert. Zweitens trägt die Hundemutter ihre Welpen nur, schüttelt sie aber niemals.

Seitdem lasse ich diese Methode, zumal das Risiko besteht, wenn ich meinem Hund auf diese Weise das "Totschütteln" beibringe, daß er das irgendwann auch mit kleineren Hunden zu Unterordnungszwecken macht. O.k., o.k. viel kleiner als mein Dackel ist kaum eine Rasse icon_wink.gif, aber bei großen Hunden kann das schon üble Folgen haben.

Viele Grüße

Pitú


» User #934 schrieb:

Hallo!
Auch ich finde Ronchos Erziehungsmethoden absolut richig!
Allerdings ist es wohl so, daß verschiedene Hunde, auf verschiedene Sachen reagieren.
So brauch ich meine große (4 Jahre) nur mal böse anschauen wenn sie was angestellt hat, und ihr im "ernstfall" die Zähne zeigen (knurren brauch ich bei ihr nicht) icon_smile.gif , und sie weiß genau was sache ist.
Bei der 2 jährigen nützt mir das schon recht wenig.
Bei ihr ist knurren, starrer, böser blick und notfalls auch schon mal beißen eher zweckmäßig.
Letzteres war aber erst 2 mal der Fall, wobei wir ernsthafte unterhaltungen bezüglich rudelführung hatten... icon_smile.gif sie hat mich nach diesem verweiß in ihre Schranken zwar ziemlich doof angeschaut (sie hat wohl mit allem gerechnet, aber nicht mit dem...) aber es hat gewirkt!
Allerdings rate ich bei solchen erziehungsmethoden auch zur vorsicht. Wenn man wirklich einen sehr dominanten Hund hat und selbst nicht über genügend erfahrung verfügt, sollte man das lieber lassen.

Ich habe versucht mich in ihrer sprache zu verständigen, und es macht den anschein, als wären sie damit auch glücklich, da es nie mehr zu derartigen diskussionen kam, und sie auch nie beleidigt oder verschreckt reagiert haben.

Lg. Alisha icon_wink.gif


» User #578 schrieb:

Hi Pitú,
hm, so habe ich das ehrlich gesagt noch nicht betrachtet. War mir auch so noch nicht bekannt. Jetzt gruselt es mir auch schon, zu denken, mein Kleiner meint, ich wollte ihn umbringen... icon_wink.gif
Obwohl ich nicht den Eindruck habe, dass er das meint, denn gerade ängstlich sieht er dabei nicht aus. Auch lässt er sich, ohne Angst zu zeigen, kurze Zeit später problemlos im Nacken anfassen...
Aber es ist ein Denkanstoss für mich, werde ihn dann nochmal genauer beobachten, wie er reagiert, vielleicht ist mir nur noch was nicht aufgefallen... Ich mache dies ja auch nicht ständig, sondern wirklich nur, wenn er es absolut auf die Spitze treibt. Habe da auch Sorge vor Schäden der Halswirbelsäule, weil ständiges "Schütteln" kann ja bestimmt auch nicht gut sein..
Gruss, Ronchos


» User #991 schrieb:

@bambule

wenn du den Link kennst, hast du bestimmt auch ein wenig auf der Hundewiese gestöbert.

@pitu

Zitat:
In der von uns besuchten Hundeschule wird überhaupt nicht mit positiver Verstärkung gearbeitet, weder mit Lob noch mit Leckerli, mit der gleichen Begründung, die Michaela bereits geliefert hat: Hunde untereinander korrigieren sich auch nicht mit positiver Verstärkung.


Nicht das hier Missverständnisse aufkommen:
ich halte sehr viel von positiver Verstärkung. Wir arbeiten viel damit. Nur ich halte nicht viel davon, wenn Hunde zusammengebrüllt werden oder die Leute sogar handgreiflich werden.
Und ich würde nie im Leben meinen Hund im nacken packen und schütteln.
Pitu, das ist nicht bös gemeint und in keinster Weise schulmeisterlich, aber: dies wird unter Hunden im Regelfall dazu angewandt, wenn die Beute totgeschüttelt werden soll. Wendet man dies beim "falschen" Hund an, kann´s bös enden.

Gruß Michaela

hier vielleicht noch ein Gedankenanstoss:
Zitat:
"Was geflüstert wird, das wird am leichtesten geglaubt."
Simone de Beauvoir


» User #1156 schrieb:

hmm... im prinzip sind eure erfahrungen meinen dann ja garnicht so unähnlich...


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