Haustiere

Strafe - aber wie?

» User #3675 schrieb:

siduri hat folgendes geschrieben::
Vielleicht hatte es ja was geholfen, das mit dem Schnauzgriff. Aber es wird wieder passieren, dass sie ihren Kopf durchsetzen will, davon bin ich überzeugt. Was mache ich dann? Wird die Strafe verschärft? Wie macht Ihr das mit Euren Hunden? Eure Siduri

Hallo Siduri,
um ganz ehrlich zu sein icon_redface.gif - aber Du wolltest ja Meinungen haben - erschließt sich mir nicht so ganz, wieso an dieser Stelle der Schnauzengriff? cats_trance.gif

Eine Strafe sollte immer unmittelbar erfolgen und sich logisch konsequent aus dem unerwünschten Verhalten ergeben. Der Schnauzengriff wird im Rudel eher angewendet, wenn ein Hund einen ranghöheren Hund zu sehr nervt, zu heftig beißt oder knabbert. Ebenso kann man mit dem Schnauzengriff nachhelfen, wenn Hund etwas auf das Kommando "Aus" nicht aus dem Maul gibt. Aber Schnauzengriff fürs Nicht-Kommen?

Das wäre in etwa so, als wenn ein Kind sein Mittagessen nicht anrührt und dafür Fernsehverbot bekommt. Die logische Konsequenz aus so einer Essenverweigerung wäre vielmehr, daß es dann auch kein Eis zum Dessert bekommt, denn wenn es vom Hauptgericht nicht mal probieren mag, signalisiert es mir, daß es satt ist und demzufolge auch kein Dessert mehr essen kann. icon_wink.gif Kann man dem Kind so erklären. Aber wie begründe ich ein Fernsehverbot?

Genauso geht es mir im Moment mit dem Schnauzengriff. Zumal er sicher auch nicht unmittelbar war, denn wenn Du erst zu Klara hinlaufen mußt und wertvolle Minuten verstreichen, hat sie garantiert nicht mehr verknüpft, wofür es eigentlich Ärger gab. Sie hat nur gesehen: "dicke Luft, Frauchen ist sauer" und hat ihre soziale Kompetenz eingesetzt, um mit schuldbewußten Blicken "gut Wetter" zu machen.

Wie ich reagiert hätte? Kommt das mehrfach vor, habe ich immer eine aufgerollte Schleppleine in der Tasche. Daran würde ich meinen Hund festmachen und dann hat er keine Wahl mehr von wegen Weglaufen. icon_twisted.gif Passiert das ohne Leine, wäre ich an Deiner Stelle völlig ungerührt weitergegangen oder sogar weggelaufen. Immer in die entgegengesetzte Richtung zu Deinem Hund (sofern man es sich gefahrentechnisch leisten kann). Du setzt Deinen Weg ganz stur fort und scherst Dich sozusagen nicht darum, ob Madame nun mitkommen will oder nicht. Und hoffentlich ist ihre Bindung zu Dir, zum Rudel, dann so stark, daß sie von ganz allein hinter Dir hergelaufen kommt (gilt nicht für Dackel, Beagle und ähnlich unabhängige Rassen icon_lol.gif), und dann kannst Du sie auch fürs Herkommen loben.

Wenn allerdings Gefahr im Verzug ist (Straße in der Nähe) und ich sicher sein kann, daß Hund auf mich wartet und nicht mit mir Fangen spielt, dann hätte ich Klara auch geholt. Anleinen und mitnehmen. Ein bißchen motzen darf man dann auch, das hätte ich auch getan (egal, ob der Hund nun weiß, warum man sich ärgert oder nicht ... icon_rolleyes.gif). Man darf einen Hund ja nie fürs Kommen bestrafen. Wohl aber darf man ihm entgegengehen und ihn dann bestrafen, denn dann ist er ja nicht gekommen. So habe ich das zumindest mal bei Jan Fennell gelesen - daß das Alphatier einem Untergebenen entgegengeht, wenn "Strafe" nötig ist.
Wirklich ausprobiert habe ich das noch nicht, weil ich eine totale Klette habe und bei mir drei Schritte in eine andere Richtung schon völlig ausreichen. icon_mrgreen.gif Glück gehabt.
Viele Grüße,
Minou

PS: Ist übrigens nicht böse gemeint, die Kritik soll nur zum Denken anregen. Ich würde jetzt nicht behaupten, daß mein Vorgehen das einzig richtige bzw. überhaupt "richtig" ist. icon_rolleyes.gif

PPS: Mich freut's übrigens auch, daß Du mit Klara so super zurechtkommst. Du schwärmst ja manchmal richtig. icon_wink.gif Schön für Klara ... icon_biggrin.gif


» User #17713 schrieb:

Hallo

Also ich bin jetzt auch einwenig irritiert!
In diesem Fall hat dein Hund das warten auf Dich mit dem "Schnauzengriff" verbunden.Nicht bös sein:Aber genau solche Unüberlegten Handlungen werden dem Hund immer Angst machen wenn Du das nächste Mal ihm hinterher rennst oder wütig ihm entgegen trittst.
Wenn ich doch aber weiss das mein Hund nicht immer hört,ich entnehme dies aus deinem Satz "Aber es wird wieder passieren!"
dann lasse ich ihn wie Minou sagt an einer Schleppleine
oder ich leine ihn garnicht erst ab(in der Freiheit icon_wink.gif )
Wenn mir das passiert wäre, würde ich ganz zügig die entgegengesetzte Richtung einschlagen und da vor mich hinwettern.
Wenn ich Sie mir geholt hätte auch anleinen aber wortlos denn Herumwettern an der Leine könnte auch schon wieder falsch verstanden werden icon_wink.gif

Da fällt mir was lustiges ein dazu.Als Kind hab ich den Mops meiner Nachbarin immer ausgeführt.
An einer Wiese machte ich die Leine ab,schwerer Fehler icon_wink.gif Zuerst war alles wunderbar wir haben getobt,gespielt usw.Als ich mit ihr Heim musste und ich Sie anleinen wollte ist Sie kurz vor mir immer abgehaun.O Gott war ich stinkig.Das Spiel hat sich eine Stunde fast hingezogen.Ich hab mich dann einfach unten auf den Boden gesetzt und fast geheult weil ich nicht wusste was ich machen sollte.Das Treiben hat der Hund sich ne ganze Weile angeschaut kam aber dann schliesslich zu meinem Glück.Ich hab den Hund nie wieder von der Leine gelassen und von Mutti gab es noch Stubenarrest oben drauf weil ich fast 2 Stunden zu spät Heim kam.

LG Claudia


» User #9306 schrieb:

Ja, jetzt habe ich mir ja allerhand anhören müssen icon_wink.gif

Manchmal habe ich den Eindruck, dass vieles falsch verstanden oder aber falsch interpretiert wird. Ich streue jetzt nicht Asche auf mein Haupt, da ich heute schon 2x mit Klara raus war kann ich sagen, dass sie die Strafe nicht mit dem "Kommen" verbindet. Sie kam heute freudig, wenn ich sie rief (gibt ja auch immer ein Lekkerli dafür).
Aber es war interessant, Eure Erziehungsmethoden kennen zu lernen.
Ich werde Euch weiter auf dem laufenden halten, wie sich mein kleiner Dickkopf entwickelt. icon_mrgreen.gif


» User #12972 schrieb:

Hallo,
ich würde nicht unbedingt hinter meinen Hund hinterher rennen.
Sie stand da und schaute Dich an und zack war sie weg.
Und Du hast genau das getan, was sie von Dir einforderte, ihr zu folgen.

Noch mals rufen und dann entweder stehen bleiben oder in die genau andere Richtung laufen - aber ziemlich zügig.
Hunde kommen fast immer da wieder raus, wo sie reingelaufen sind - ca.
Und da sie ja noch relativ jung ist, würde ich noch mehr an der Bindung arbeiten.
Überprüfe einfach mal so für Dich allein Deine Konsequenz im altäglichen Leben. Schau mal genau hin.
icon_wink.gif Gruß eggi


» User #9306 schrieb:

Hallo Eggi,
wie meinst Du das mit der Konsequenz im alltäglichen Leben?
Ich kann nur sagen, dass Klara mir ständig folgt und auch sonst immer gut hört. Sie macht diese Zicken nur, wenn ihre Freundin dabei ist. Gehe ich allein mit ihr durch den Park, ist sie immer an meiner Seite, läuft manchmal ein wenig vor, wartet dann aber bis ich da bin. Die einzige "Gefahrenquelle" ist eine riesengroße Wiese, wo tausende von Mäusen sind. Kurz vor der Wiese kommt Klara an die Leine, denn sie ist sonst nur auf Mäusejagd.


» User #12972 schrieb:

Guten Morgen,
naja, setzt sie die gegebene Befehle von Dir auch wirklich wie gewünscht um.
Und hebst Du diese Befehle auch wieder auf.
Öhm, ich beobachte viele Male, dass in unserer Gruppe zwar die Hunde die Befehle gut umsetzen, dann werden sie abgelobt und zack ist der Befehl vom Hund wieder aufgehoben wurden. Sitz wird sofort beim Leckerchen in Steh umgemodelt - vom Hund - nicht vom Halter.
Viele haben hier so ihre Schwierigkeiten.
Beispiel: Es wird sitz gemacht, man lobt den Hund ab und er muss trotzdem solange sitzen bleiben, bis man diesen Befehl über ein Schlüsselwort oder über einen anderen Befehl aufhebt.

Von meiner Schwägerin der Duke ist ein gutes Beispiel von Austricksen, ganz besonders wenn Leckerchen im Spiel sind.
Och der setzt die Befehle sofort um, steht man vor dem Hund sieht auch alles korrekt aus, stellt man sich mal seitlich könnte man vor lauter Lachen in die Knie gehen.
Da passt beispielsweise beim Platz ein ganzer LKW noch unter den Hund durch oder beim Sitz könnte man auch noch drunter durchschummeln.
Das macht er aber nur, wenn es nass ist. Lach***

Also trainierte er unsere Oberzicke sehr gut. Mittlerweile funktioniert dies nicht mehr, denn sie gibt die entsprechenden Befehle und schaut dann einfach, ob dies auch so ist, wie sie es sich wünscht.
Gibt ihm Leckerchen und wartet noch ein paar Sekunden, erteilt das Schlüsselwort und hebt somit den Befehl auf.

Bei Deinem Fall würde ich auch das Abrufen trainieren, denn es geht nicht, dass sobald sie Verstärkung hat, das sie Dir dann auf die Nase rumtanzt.

Dann meinen Halter auch: Viel hilft viel!
Sie geben Befehle wie die Verrückten.
Befehle sollten nur gegeben werden, wenn es Sinn macht. Und nicht, weil der Halter jetzt mal Bock drauf hat.
Die Trainingseinheiten sollten besonders bei jungen Hunden maximal 15 Minuten pro Tag sein, wo man intensiv an maximal 2 Befehlen dran ist.
Befehle können auch ausleihern...und man muss absolut konsequent sein.
Gruß eggi


» User #9306 schrieb:

Also, ein Bespiel: kommen z.B. Jogger oder Radfahrer oder Passanten mit Kindern bekommt Klara den Befehl "Sitz", bekommt ein lekkerli und das Kommando "Lauf" kommt erst, wenn Jogger etc. vorbei sind. Mit einem muss ich Dir recht geben. Viele Hundebesitzer geben ständig irgendwelche Kommandos, obwohl es gar nicht nötig ist. Das Frauchen von Klaras Freundin ruft ständig: Jeany hier. Obwohl es gar nicht nötig ist. Die arme Jeany muss aus jedem Gebüsch herauskommen, wenn Frauchen ruft. Oder wenn sie nur hinter Klara hinterher läuft um mit ihr zu spielen, wird sie gerufen. Ich habe dann mal gefragt, warum sie ständig ihre Hündin zu sich ruft. Als Antwort kam: wenn man die Kommandos nicht ständig ausführt, verlernen die Hunde das und mein Hund muss zu mir kommen, wann immer ich es will. Blöde Antwort. Die Kleine wird irgendwann kirre im Kopf.


» User #17713 schrieb:

Genau das habe früher mit meiner Hündin auch gemacht.Ich habe Sie ins "Sitz" verfrachtet wenn Radfahrer o.Jogger entgegen kamen.
Und damit habe ich meine Hündin völlig kirre gemacht.
Für Sie waren dann Jogger u.Radfahrer extra interessant.Da hat Sie bestimmt gedacht "O Frauchen lässt mich setzen da muss ja was sein"
Ich hab es dann sein gelassen und ein anderes Training eingeschlagen.
Ich hab Sie eifach zu mir gerufen,Sie bei Fuss laufen lassen und mit Ihr in dieser Situation cool und souverän daran vorbeigelaufen.Seit dem sind ihr Jogger und Radfahrer völlig egal.

Befehle wieder aufzulösen finde ich auch sehr wichtig.Bei meinem Ersten war ich auch so ein Kandidat der sich mächtig gefreut hat wenn mein Wuff brav "Sitz" machte aber er hat bestimmt wie lange icon_wink.gif

Lg Claudia


» User #9306 schrieb:

Hallo julimaus,

Da hat Sie bestimmt gedacht "O Frauchen lässt mich setzen da muss ja was sein"

Sind das nicht Gedanken, die wir Menschen da hinein interpretieren?
Also, Klara benimmt sich ganz normal. Ich habe nämlich schon Jogger erlebt, die mir aus 100 m Entfernung entgegen schrien: "Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine". Aus Sicht der Jogger finde ich das okay. Es gibt halt auch Übergriffe von Hunden. Und wir Hundehalter sollten auf Jogger und Radler Rücksicht nehmen. Aus diesem Grunde schicke ich meine Klara in den Sitz


» User #17713 schrieb:

Klar hat Sie das nicht wirklich gedacht icon_wink.gif .
Aber Fakt war das Sie nervös ihren Kopf von links nach Rechts drehte.

Eigentlich sollte man nie erst warten bis ein Jogger etwas sagt .Ich hole meinen Hund wenn ich schon einen sehe weil ich weiss das viele Leut Angst vor Hunden haben oder eventuell schon mal beim joggen o. Radfahren
einen Hund am Hosenbein hatten.
Eigentlich lasse ich meinen Hund immer an meiner Seite dort wo Menschen sind nur auf Feldern ect.darf Sie richtig Gummi geben.
Ich möchte nämlich nicht Menschen unnötige Angst machen
weil ich weiss wie manche zu meinem schwarzen "Teufel" stehn icon_lol.gif .

LG Claudia


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