Haustiere

Kupieren JA oder NEIN?

» User #934 schrieb:

Hallo!
klink mich an dieser Stelle auch wieder mal ein.

Zur Information: Ich bin ja in österreich zu Hause, wo das Kupier und generell das Tierschutzgesetz bundeslandabhängig ist.

Weil jetzt aber grad das beispiel mit der Tschechischen Rep. gefallen ist:

In der Tschechei gilt generelles Kupierverbot.
Und zwar so rigoros, daß dort TÄ tatsächlich gestraft werden, sollten sie zuwiderhandeln, genauso, wie Züchter.

So weit sind wir in Ö. noch lang nicht.
Trotz fast einheitlichem kupierverbot, bekommt man sämtliche Welpen zumindest mit kupierter Rute, Ohren auf "Wunsch".

Also, Gesetzt gut und schön, aber wenn es bei zuwiderhandeln keine Konsequenzen setzt?

Lg. Alisha icon_wink.gif


» User #3181 schrieb:

Also, als Halter von Deutsch Drahthaar, die jagdlich eingesetzt werden (mein Vater züchtet sie auch) kann ich nur sagen, dass ich das Kupieren von Jagdhunden für absolut unerlässlich halte.
Wer einmal einen Hund mit unkupiertem Schwanz gesehen hat, der sich seine Rute in einer Dornenhecke aufgerissen hat, weiss, wovon ich rede. Ich habe letzten Winter eine Deutsch Langhaar Hündin gesehen, die (mit von jeher ungekürztem Schwanz) in einer Hecke hängen geblieben war und - ohne Übertreibung - blutüberströmt zu ihrem Herrchen zurückkehrte. Selbst diese Hunde mit ihrem langen dichten Fell haben durch dias spitznzulaufende Rutenende in den engen dichten Hecken keine Chance und kehren so manches mal mir auf- und im schlimmsten Fall sogar abgerissener Rute wieder, die dann in in einer Not-OP nachkupiert werden muss...
Unsere Welpen werden spätestens im Alter von 5 Tagen kupiert. Dabei ist nicht zu leugnen, dass sie ein gewisses Schmerzempfinden haben, aber das ist keinesfalls vergleichbar mit der Vorstellung, einem ausgewachsenen Hund ein Körperteil zu amputieren. Denn in diesem Alter sind die Nerven in den Schwanzenden noch nicht so entwickelt, dass der Welpe den vollständigen Vorgang so wahrnimmt, wie das bereits einige Tage später der Fall wäre. Das sieht man nicht zuletzt an der Tatsache, dass die Welpen 10 Minuten nach dem Kupiervorgang wieder ruhig bei ihrer Mutter schlafen; das wäre in der vergleichbaren Situation bei einem ausgewachsenen Hund undenkbar.
Auch sieht man, dass das oft entgegengehaltene Argument, dass die Anzahl der Tiere, die sich bei Jagden ernsthaft verletzt, gering wäre, nicht stimmt: Bei einer kürzlich in Dänemark durchgeführten Untersuchung, wo das generelle Kupierverbot bereits seit einigen Jahren gilt, zeigte such, dass nahezu 30 Prozent der Hunde gravierende Schwanzverletzungen davontrugen, die einer längerfristigen tierärztlichen Behandlung bedurften.
Auch ich finde, dass ein generelles Kupieren auch für "Schönheitszwecke" nicht tragbar ist, aber ich denke und hoffe, dass wir nicht aus den Augen verlieren dürfen, dass es dann doch noch Fälle gibt, in denen das Kupieren geboten und für die Hunde das kleinere Übel ist. Schade ist, dass man in einigen Ländern wie eben Dänemark oder der Schweiz das schon aus den Augen verloren hat und mit einem generellen Kupierverbot in meinen Augen eine falsche Richtung im Tierschutz eingeschlagen hat; und die Leidtragenden in diesem Fall sind die Hunde...


» User #2612 schrieb:

Hi Duro,

interessanter Einwand.

Ich habe keine Ahnung von der Jagd, aber so als dummer Laie... hier meine ungebildeten Gedankengänge

Hunde stammen von Wölfen ab.
Wölfe leben von der Jagd.
Wölfe sind nicht kupiert.

?

LG Sabine icon_wink.gif


» User #3181 schrieb:

Hi Sabine,
in der Tat guter Konter icon_wink.gif
Aber wenn Du z. B. eine Wolfsrute mit der Rute eine Deutsch Drahthaar (habe ich) oder eines Deutsch Kurzhaar oder Weimeraner vergleichst, sticht relativ schnell ins Auge, wo der Unterschied liegt. Im Fell. Wolfsfell ist (vielleicht ein bißchen so ähnlich wie Fuchsfell, obwohl die ja im Grunde nicht vergleichbar sind) nicht mit Hundefell vergleichbar; es ist in erster Linie "hart" und "funktionell" und vor allem sehr sehr viel dichter in der Unterwolle, da kommen Dornen, herausstehende Äste usw. so leicht nicht durch (schützt ja im Zweifelsfalle sporadisch sogar gegen Zähne von Artgenossen...)
Bei Drahthaar ist das Fell zwar auch hart ("drahtiges Haar" halt icon_wink.gif ) , aber eben viel kürzer und - vor allem- nicht so dicht; und die kurzhaarigen Hunde will ich mal außen vor lassen, die sind am restlichen Körper immer schon leicht "verschrammt", obwohl da die Masse doch erheblich grösser ist als bei dem schmalen Rutenende.
Ich glaube auch, dass der Wolfsschwanz ein bißchen anders geformt ist als bei Hunden (das kann ich aber nur vom Vergleich von Bildern her sagen, meine Einschätzung); nämlich etwas breiter und gleichmässiger, weniger spitz zulaufend.
Abgesehen davon kannn ich mir durchaus vorstellen, dass auch Wölfe in der Natur Probleme mit aufgerissenen Ruten haben, nur interssiert sich halt niemeand dafür (man kann auch nix dran ändern). Wölfe sind ja generell gezwungenerweise recht "hart im Nehmen", aber ich glaube schon, dass es gar nicht so selten ist, dass einer mal ein eingerissenes Ohr aus einer Rangelei davonträgt oder eben eine Verlezung an der Rute, wenn er durch das Gebüsch muss (aber der Schutz durch das Fell macht schon viel aus; habe z.B. noch nie einen Fuchs gesehen, der am Rutenende verletzt war, es fällt sogar schwer, mit den Fingern durch das Fell zu "kämmen")
Aus diesem Grunde werden ja auch Hunde mit langen Fell nicht kupiert. Gleichermaßen bräuchte man übrigens auch Hunde, bei denen feststeht, dass sie zu Nichtjägern kommen, nicht zu kupieren. Denn es geht eben um die Praktikabiltät, weil man seine Hund eben nicht denselben "wölfischen" Bedingungen aussetzen will (aus diesem Grunde greift man ja auch in eine Beisserei ein, wenn man sieht, dass der unterlegene ernsthaft verletzt zu werden droht); vom Kupieren als Schönheitsideal halte ich, wie oben schon geschrieben, nichts.


» User #2757 schrieb:

Es ist doch aber so, Duro, daß die meisten Hunde nur deswegen Kupiert werden, weil es im Rassestandard steht. Oder willst du mir jetzt einreden, daß Rottweiler, Dobermann, Schnauzer und Bulldoggen zuragd "benutzt" werden? Bitte dafür deine Argumente?

Und das mit den Rutenverletzungen glaube ich dir auch nicht. Denn selbst wenn Wölfe durch ihr längeres Fell geschützt werden, was ist dann mit Dingos (Australien hat viele, viele Dornenbüsche), was ist mit den Wildhunden Afrikas und vor allem, was ist mit z.B. Beagles, die ja auch im Unterholz nach Füchsen suchen aber die niemals kupiert sind? Ich habe zumindest noch niemals einen kupierten Beagle gesehen. Bitte hierfür Argumente?

Meiner Meinung nach ist Kupieren ein Tierquälerei die auf alle Fälle bestraft gehört. Die armen Welpen, ich verstehe nicht, wie man einem wehrlosen, 5 Wochen alten "Hundebaby" den Schwanz "ABHACKEN" kann. GRAUSAM! Ich finde es sehr sehr gut, daß es Länder wie Dänemark, Schweiz und Deutschland gibt, in denen das Kupieren verboten ist. Hat sich dein Züchter-Vater da eigentlich rechtlich genug abgesichert? Eigentlich macht er sich nämlich strafbar. Grundloses Kupieren ist in Deutschland nämlich VERBOTEN.
SunnyQueen


» User #2757 schrieb:

Ach ja, nochwas, du wiedersprichst dir in deinem Posting. Die Langhaarhündin hat sich nach deiner Aussage ja auch verletzt. Aber die hat doch langes Fell wie ein Wolf, wie kann das sein?
SunnyQueen


» User #3181 schrieb:

Hallo Sunnyqueen ,ich würde doch empfehlen, meine Beiträge mal zu lesen, bevor Du antwortest. Ich habe ganz klar geschrieben, dass ich nicht damit einverstabndn bin, wenn Hunde aus Schönheitszwecken kupiert werden.
Ob Du das mit der Verletzungsgefahr glaubst oder nicht, kann dahinstehen, weil es eine Tatsache ist (es gibt genügend fachliche Untersuchungen dazu, aber auch das habe ich ja in meinem Beitrag geschrieben). Und wenn Du schon auf Kurzhaar-Zuchtergebnissee zurückgreifen willst, frag doch mal enen Züchter, der ja auch Jäger sein muss - die allermeisten haben es schon mit eigenen Augen gesehen(wie ich) und werden es gerne bestätigen.
Desweiteren haben auch Deutsch Langhaar kein wolfsähnliches Fell, sondern ein ganz flauschiges, weiches Fell (weiss nicht,ob Du schon mal einen gestreichelt hast?)
Und Dingos leben in Australien und jagen hauptsächlich in der Steppe; wenn Du so was anführst, schlag es doch bitte vorher nach, da sind mitteleuropäische Dornenhecken und Gestrüppe eher selten.
Zu guter Letzt: Mein "Züchtervater" hat sich nicht nur rechtlich abgesichert, in Deutschland ist Kupieren für Jagdhunde aus de Tierschutzgesetz rechtliche Pflicht. Deswegen gilt z.B. nicht ohne guten Grund (obwohl es für die Jäger dort sehr schade ist ) ein absolutes Exportverbot für Drahthaar in die Schweiz.


» User #3181 schrieb:

Ach ja: Zu de Beagles: sind Laufhunde (z.B. auf bei Fuchsjagd, erfordert offene Flächen, vgl. Emmas Thread bei Jagdhunden), keine Stöberhunde (nur letztere werden voriwegend im Unterholz eingesetzt).
Dass es heute viele Nicht-Jäger-Beagles gibt, weiss ich, aber auch dazzu hab ich ja gescrieben, dass ich dann ein Kupieren für unnötig halte.
Nach Fragen offen?!
Gruss
Duro


» User #3181 schrieb:

Mann, hab noch was vergesen, so langsam aber... icon_wink.gif
Drahthaar (und sicher auch andere Hunde) werden nicht im Alter von 5 Wochen, sondern im Alter von 5 Tagen kupiert. Bitte auch mal lesen, was ich schreibe!


» User #2757 schrieb:

Liebe Duro,
ich habe lang überlegt, ob ich dir antworten soll.
Ich lass es bleiben.
Wie in anderen Themen von anderen Foris schon angesprochen, kann auch ich deinen Erziehungsmethoden und deiner Einstellung zur Hundehaltung nichts abgewinnen. Wir würde hier in eine sehr emotionale Diskussion abdriften und das will ich nicht.
Für mich ist und bleibt Kupieren eine absolute sauerei, Tierquälerei und Selbstdarstellung irgendwelcher Leute.
SunnyQueen


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