Haustiere

Welpenbindung? Hundetreue und -liebe"?

» User #962 schrieb:

Hallo,

wir haben einen Schäfer-Mix-Rüden, der jetzt genau 4 Monate alt ist. Von seinem Wurf der älteste, stellt er sich als extrem dominant dar.
Wir sind mit ihm in der Welpenschule, wo die Trainerin schon von einem "starken Selbstbewußtsein" sprach. Verlustängste scheinen ihm fremd, er hat keine Angst, "übrig" zu bleiben - versteckt man sich, dann schaut er zwar, wo wir sind, hat er uns dann entdeckt, rennt er nicht etwa freudestrahlend auf uns zu, nein - er registriert uns als anwesend und gut ist's - fast gleichgültig.
Letzte Woche meinten wir eine Entwicklung zu sehen, er hat sich super schön verhalten, toll gehorcht und Zugehörigkeit gezeigt - diese Woche tut er aber wieder so, als wenn er schwerhörig wäre und setzt sich erst nach großer Verzögerung in Bewegung. Will man mit ihm spielen oder ihn streicheln, dann dreht er einem schon mal den Rücken zu und ignoriert uns.
Bei Fremden allerdings dreht er urplötzlich auf - rennt auf sie zu, freut sich, flippt förmlich aus. Er hat es auch schon gebracht, dass er anderen Leuten hinterher gelaufen ist, und, auf Rufen, zwar gestoppt und überlegt hat, dann jedoch weiter den Fremden nachgelaufen ist, und er wäre wohl auch nicht wieder zurück gekommen, wenn wir ihn nicht geholt hätten. Bei Besuch ist er richtig liebesbedürftig, leckt die Hände, liegt denen zu Füssen, wohingegen er sich bei uns hier sehr zurückhält. Ausser, wenn er mal eine zeitlang alleine war, dann freut er sich ebenso überschenglich.

Eigentlich denke ich nicht, dass wir es ihn an irgendetwas vermissen lassen, wir gehen liebevoll mit ihm um, er ist bei fast allen Aktivitäten dabei, wir spielen mit ihm, gehen regelmässig spazieren, auch gemeinsam mit anderen Hunden. Nur bei Fremden, da halten wir ihn mittlerweile konsequent zurück und versuchen, auch die Leute davon abzuhalten, den "süssen, jungen Kerl" anzulangen oder zu locken, was ja ausgesprochen schwierig ist.

Neuerdings macht er auch wieder in die Wohnung.

Ich bin langsam sehr entmutigt, denn die sprichwörtliche "Hundetreue" und -"liebe" spüre ich nicht, habe eher das Gefühl, dass es ihm bei anderen viel besser gefällt als bei uns.

Was machen wir falsch, was verstehen wir nicht, wie können wir eine Bindung herstellen, die wirklich stark und vertrauensvoll ist. Denn, egal, ob wir liebevoll mit ihm reden oder streng, ich habe nicht das Gefühl, dass es eine Wirkung hat. Oder kümmern wir uns vielleicht zu viel um ihn? Er zahnt grade - aber alles nur damit zu entschuldigen?

Bin ziemlich ratlos und icon_sad.gif
Lieben Dank für Eure Hilfe.


» User #934 schrieb:

Hallo!
Ich denke mal, euer hund weiß genau, daß ihr eh all das macht, woauf er grade Lust hat.
Will er grade spielen, spielt ihr mit ihm, will er gestreichelt werden, streichelt ihr ihn,...
dreht den spieß mal um! Gespielt wird wenn ihr grad lust habt, und das spielen wird beendet wenn ihr nicht mehr wollt.
Macht euch dadurch interessant. Klar findet ers bei anderen leuten toll, bei denén weiß er ja uach nicht was als nächsts kommt.
ihr habt mit sicherheit einen sehr selbstädigen Hund, was eigentlich was tolles ist, wenn man es von klein auf in die richtigen Bahnen lenkt. daß er andere menschen lieber mag als euch, ists bestimmt nicht! aber er denkt sich wie gesagt wahrscheinlich : " die sind eh immer da"
Nur, schimpfen bringts bestimmt nicht! wie reagiert er eigentlich, wenn ihr nicht nur von ihm weggeht, sondern wirklich weglauft und euch eventuell versteckt? icon_wink.gif
Lg. Alisha


» User #962 schrieb:

Hallo Alisha,

vielen Dank für deine Hinweise - ich glaube, du hast mir einen wichtigen Punkt wieder bewußt gemacht - konsequent und für den Hund interessant sein. Und du hast auch wirklich Recht, denn am Anfang haben wir die Fress- und Spielordnung eingehalten, ihn auch mal ignoriert, wenn er was nicht richtig gemacht hat usw. Im Laufe der Zeit sind wir nachlässig damit geworden und - schwupps - bekommen wir unseren Spiegel vorgehalten.
Vielen Dank - seit dem ist unser Kleiner wie ausgewechselt. Wahnsinn. Und ich kann auch bestätigen, obwohl er sehr selbstbewußt ist, die Führung will er nicht übernehmen und er scheint richtig dankbar zu sein, dass die Fronten wieder geklärt sind.
Habe es auch mit dem "Weglaufen" getestet, als er wieder mit anderen mit wollte, und tatsächlich - kaum, dass er mich nicht mehr gesehen hat, ist er wie ein Verrückter hinter mir her.

Es bewahrheitet sich - nicht nur der Hund muß viel Lernen, auch wir Besitzer haben eine Menge umzudenken.

Danke für's Wachrütteln icon_smile.gif

Rubi


» User #1365 schrieb:

Hallo Rubi,
alisha hat ja eigentlich schon alles gesagt, nur noch mal zur Hundetreue, die gibt es nicht. Hunde sind Egoisten, dies muss man sich immer wieder durch den Kopf gehen lassen wenn man mit ihnen arbeitet. Sie sind zwar die liebenswertesten Egoisten die ich kenne, jedoch tun Sie nichts ohne dass Sie sich einen Vorteil davon versprechen. Dies ist keinesfalls negativ zu sehen denn, dass kannst Du gut für Dich nutzten. Macht Dein Hund etwas gut gib Ihm sein Leckerchen, denn dafür arbeitet Er. Er wird also versuchen erneut ein Leckerchen zu bekommen und wird vermutlich in der gleichen Situation wieder gut reagieren. Du siehst, so einfach geht es. Halt immer genug Leckerchen dabei haben und Ihm das was Er so am Tag bekommen hat vom Standartfutter abziehen.

Gruß Adrian


» User #1580 schrieb:

@MFG

Also Adrian, ich finde, du siehst das ein bisschen krass!
Ich bin weiß Gott nicht eine, die ihre Tiere betüddelt und verhätschelt, Ich sehe die beziehung zwischen Tier und Mensch durchaus realistisch. Aber gerade beim Hund zu sagen, dass es so etwas wie Treue nicht gibt halte ich für falsch. man muß natürlich aufpassen mit der Interpretation von "Treue". Hunde sind immer noch Tiere und wenn man das Verhalten von Tieren ethologisch berschreiben will, muß man aufpassen, nichts vermenschlichtes in diverse verhltensweisen hinein zu interpretieren.
Aber das Hunde in einem gewissen maße treu sind ist erwiesen. Es kommt doch sogar vor, dass Hunde, die wirklich nicht gut behandelt werden, ganz fest an ihren Herrchen hängen! Manchmal sogar mehr als an Leuten, die ihern Hund noch nicht einmal strafen, wenn er *** gemacht hat.
Dieser Fakt wiederlegt eigentlich, was du vorher gepostet hast! Da haben die Hunde ja wirklich keinen Vorteil... siehe diverse Penner und Punks, wie die oft mit ihren Hunden umgehen, und diese Hunde lieben ihre Herrchen abgöttisch...
Würde mich echt interessieren, was du dazu sagst...


» User #1365 schrieb:

@ Sib,

Aber das Hunde in einem gewissen maße treu sind ist erwiesen. Es kommt doch sogar vor, dass Hunde, die wirklich nicht gut behandelt werden, ganz fest an ihren Herrchen hängen! Manchmal sogar mehr als an Leuten, die ihren Hund noch nicht einmal strafen, wenn er *** gemacht hat.

Hunde kommen schlecht mit Trennungen klar, das hat aber nichts mit Treue zu tun. Sie sehen Ihre Menschen als Rudelersatz an und können es nicht ertragen aus dieser Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Das ist aber angeborenes verhalten und hat ja auch seine Vorteile.


…Penner und Punks, wie die oft mit ihren Hunden umgehen, und diese Hunde lieben ihre Herrchen abgöttisch...

Wie gehen die denn mit Ihren Hunden um? Ich bin der Meinung, dass diese Menschen Ihre Hunde sehr gut behandeln. OK Ausnahmen gibt es immer, aber im Großen und Ganzen lieben diese Menschen Ihre Hunde und die Hunde sind oft Ihre einzigen Ansprechpartner. Was mir bei so Hunden aufgefallen ist, ist das Sie sehr selbstständig sind. Ich Denke die Besitzer möchten Ihre Freiheit und die Hunde sollen auch frei sein.


Gruß Adrian


» User #991 schrieb:

Hallo Rubi,

Ricky war anfänglich ähnlich. Alles war interessanter als ich.

Ich musste hart an mir arbeiten.
-lerne, dich zum Oberclown zu machen zu machen. gehe nicht einfach weg und verstecke dich, sondern renne (wie Alisha schon sagte) mit riesen Gedöns und voll power davon, verstecke dich.

-lerne, deinen Hund zu ignorieren (auch wenn es dir super schwerfällt). Du bestimmst den Zeitpunkt, wann er Aufmerksamkeit bekommt.

-lerne, absolut Konsequent zu sein und auch zu bleiben.
Gerade wenn er wirklich so ein kleiner Dominazbolzen ist: du gehst als erster durch die Tür, du ißt als erster - noch besser: du deutest an dass du aus seinem Napf ißt.
Laß ihn sein Futter erarbeiten, z.B. in dem er sich bevor du den Napf hinstellst hinsetzen muß und erst auf Zeichen fressen darf.
Couch und Bett sollten momentan noch tabu bleiben.
Schick ihn evtl. sogar mal ab und an auf seinen Platz von dem er erst wieder weg darf wenn du es ihm erlaubst.

Es sind alles so Kleinigkeiten die aber im Großen und Ganzen eine riesen Wirkung haben können.

Und vor allem: R R R
Ruhe Routine Respekt

Versuchen stets ruhig zu bleiben wenn was nicht funzt aber bleibe pfennigfuchzent Konsequent.
Gebt euch ein wenig Zeit. Es wird sich nichts von heute auf morgen ändern. Bei Ricky und mir hats gut 4 Monate gedauert.

@Sib,

ich kann Adrian nur Recht geben. Ein Hund wird nie aus Liebe oder Treue reagieren.
Meiner Meinung nach aber aus Respekt. So ist es in meinen Augen auch zu erklären, warum selbst Hunde die zum Kadavergehorsam gepügelt worden sind reagieren.

Gruß Michaela


» User #107 schrieb:

Hi,

daß es nicht in der Natur des Hundes liegt, bspw. "bei Fuss" zu gehen leuchtet jedem ein. Also wird er dies ausschließlich aus zwei Gründen tun.

1. Weil wir ihn dafür belohnen oder icon_smile.gif
2. weil er ansonsten bestraft wird. icon_sad.gif

Von sich aus würde er nicht auf die Idee kommen.
Soviel zum Thema, warum ein Hund die Dinge tut, die wir von ihm verlangen.

Aber ich würde nicht behaupten, daß Hunde keine "Liebe" kennen. Hunde begegnen Menschen auf vielfältige Weise. Und an deren Verhaltensweisen kann man erkennen, ob sie jemanden mögen oder nicht.

Ich würde diese Art von "mögen" und "Liebe" aber nicht so verstehen, wie Menschen es verstehen.
Es sind schließlich Hunde.

Charly


» User #2530 schrieb:

charly hat folgendes geschrieben::
Ich würde diese Art von "mögen" und "Liebe" aber nicht so verstehen, wie Menschen es verstehen.
Es sind schließlich Hunde.

Charly


warum sollte es was anderes ein?
wie definierst du liebe?
liebe ist eine starke, emotionale bindung an ein anderes lebewesen, die auf vertrauen basiert.

...und so etwas bekomme ich von meinen hunden, sie vertrauen mir blind und würden mich nie verlassen. natürlich kann man sagen, dass das nur instinkt ist, aber dann könnte man doch dasselbe von menschlicher liebe behaupten. sie ist ja auch mittel zum zweck, z.B. die mutterliebe wurde von der evolution so eingerichtet, damit die art weiterbesteht. die liebe zwischen frau und mann ebenso.

also wenn man behauptet, liebe wäre bei hunden lediglich ein instinkt, muss man genauso nüchtern an die eigenen gefühle rangehen.


» User #3488 schrieb:

hallo rubi.

ich behaupte mal,dass du vielleicht sogar ein alpharüden hast.
die sind sehr dominant und man man muss wirklich konsequent sein.du nusst deinem hund klar machen das du der chef bist und alle anderen menschen auch.mein hund hat zum anfang jeden bestiegen(mensch).dann bin ich mit ihm zum hundeplatz und da haben wir gelernt.der hund die unterordnung und ich sein verhalten.
mal ein ganz einfaches beispiel:
der chef(mensch) geht immer zuerst durch die tür und zum schluss der hund,das ist die rangordnung.macht der chef irgendwo ein fehler übernimmt der hund in dem moment die führung.passiert sowas öfter dann ist bald der hund der chef im haus.
mein wuffi ist jetzt ziemlich anhänglich und ganz lieb geworden,bloß das mein hund alt ist und ich ihn vor einem jahr bekommen hab,aber er war ziemlich versaut.er hat alte leute angegriffen und vor allem männer.und nur weil er die letzten drei jahre zehn besitzer hatte,in berlin für tage angebunden wurde und danoch getreten wurde und wurde verprügelt.wurde mit einem staubsauger gegen sein willen abesaugt.und somit wurde er sehr misstrauisch und agressiv,verständlicherweise.
es gibt auch richtig gute bücher über verhalten von hunden.

vlg
shirly


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